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SAP-CFO Luka Mucic schraubt Ziele hoch

Der Walldorfer Software-Konzern kommt mit seinem Umbau zum Cloud-Anbieter voran.
SAP

SAP kommt mit seinem Umbau zum Cloud-Geschäft schnell voran. Das Walldorfer Software-Unternehmen hat 2015 die eigenen Ziele erreicht und zum Teil sogar leicht übertroffen. Deshalb hat CFO und COO Luka Mucic jetzt die mittelfristigen Ziele bis zum Jahr 2017 angehoben.

Der Gesamtumsatz soll 2017 zwischen 23 und 23,5 Milliarden Euro liegen, anstatt wie bisher erwartet zwischen 21 und 22 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis (Non-IFRS) soll ebenfalls stärker steigen und zwischen 6,7 und 7 Milliarden Euro liegen. Die vorherige Prognose lag bei 6,3 bis 7 Milliarden Euro. Auch das Prestige-Projekt SAP S/4 Hana wächst deutlich. Im vierten Quartal stieg die Nachfrage um mehr als das Doppelte auf 2.700 Kunden.

SAP wächst im Cloud-Geschäft

Der Softwarekonzern baut seit Jahren um. Vom Verkäufer von Software-Lizenzen wird der Konzern zum Anbieter von Software in der Cloud. Das bedeutet, dass die Nutzer die Programme nicht mehr besitzen, sondern monatlich mieten – das gleiche Prinzip, dass Spotify bei Musik und Netflix bei Filmen verfolgt. Der Erlös aus dem neuen Geschäft mit Cloud-Software sowie den Support-Dienstleistungen des Konzerns soll 2017 bereits 63 bis 65 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen. 2018 soll er den Umsatz im bisherigen Kerngeschäft mit Software-Lizenzen bereits übersteigen.

An den langfristigen Zielen für 2020 will Luka Mucic im Moment nicht rütteln. Allerdings dürften die aktuelle guten Ergebnisse für weiteren Rückenwind für ihn sorgen. Der Umbau des Konzerns war noch von seinem Vorgänger Werner Brandt angestoßen und vorangetrieben worden. Dazu gehörte auch die Milliarden-Übernahme des US-Software-Hauses Concur, die zwar bereits in Mucics Amtszeit fiel, allerdings nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt im Juli 2014 angekündigt wurde. Jetzt hat er die Gelegenheit, den Wandel auch mit seinen eigenen Vorstellungen voranzutreiben.

Die Umstellung des Geschäftsmodells hat für SAP den Vorteil, dass die Erlöse aus Support-Leistungen und der Vermietung von Cloud-Lösungen deutlich planbarer sind als die bisherigen Verkäufe von Softwarelizenzen.

Luka Mucic kann SAP-Mitarbeiter überzeugen

Ein Umbau dieser Größenordnung sorgt auch im Unternehmen für Verwerfungen. Im letzten Jahr drückten höhere Zahlungen für Abfindungen den Gewinn des Unternehmens. Ursprünglich sollten nur etwa 2.000 Mitarbeiter neue Positionen besetzen oder das Unternehmen verlassen. Das Angebot nahmen allerdings 3.000 Mitarbeiter an. Laut Luka Mucic hätten bereits zwei Drittel davon das Unternehmen verlassen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Allerdings gibt es auch viele Neuzugänge. SAP beschäftige 2015 etwa 76.986 Mitarbeiter. Das sind rund 2.500 mehr als im Vorjahr. Außerdem ist die Zufriedenheit unter den Mitarbeitern ebenfalls angestiegen. Der hauseigene Zufriedenheitsindex ist 2015 trotz des Personalabbaus um 2 Prozentpunkte auf 81 Prozent gestiegen. Für Luka Mucic ist das eine gute Nachricht. Bei zufriedenen Mitarbeitern wird er auf höhere Akzeptanz für seine Entscheidungen treffen, die noch bevorstehen, um den Umbau von SAP weiterzuführen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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