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Finanzierungen: Innogy, Deutsche Telekom, BASF

Der RWE-Tochter Innogy ist der größte Börsengang in Deutschland seit fast sechzehn Jahren gelungen.
Innogy

Innogy gelingt der Börsenstart

Die RWE-Tochter Innogy hat den Sprung aufs Parkett geschafft. Es ist der größte IPO in diesem Jahr und einer der größten der vergangenen Jahre in Deutschland überhaupt. Das Energieunternehmen hat im Zuge des IPOs bis zu 139 Millionen Aktien zu je 36 Euro ausgegeben und somit den Maximalpreis ausgereizt. Insgesamt notieren rund 555,6 Millionen Aktien an der Frankfurter Börse. Der Börsengang ist rund 5 Milliarden Euro schwer, wovon rund 2 Milliarden Euro an Innogy fließen und 3 Milliarden Euro an RWE, die nach dem IPO noch rund 75 Prozent an dem Unternehmen halten. Die Aktien notierten zuerst bei mehr als 37 Euro, rutschte jedoch später am Tag der Erstnotierung unter den Ausgabepreis.

Der Börsengang wurde durch die Deutsche Bank und Goldman Sachs als Joint Global Coordinators begleitet. Zudem waren BNP Paribas, BofA Merrill Lynch, Credit Suisse und UBS Joint Bookrunner der Transaktion. Co-Lead Manager waren Banco Santander, Berenberg sowie RBC. Zudem hatte Innogy die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller unter Federführung von Wolfgang Groß und Alexander Rang als Berater mandatiert.

Deutsche Telekom platziert Sterling-Anleihe

Die Deutsche Telekom hat Ende September 300 Millionen Britische Pfund eingesammelt (knapp 333 Millionen Euro). Der Bond wird mit 1,25 Prozent verzinst und läuft bis Oktober 2023. Der Emissionspreis belief sich auf etwa 99,773 Prozent. Die Transaktion wurde von Royal Bank of Canada, RBS und Lloyds begleitet. Für den Telekommunikationskonzern ist es die zweite Platzierung in kurzer Zeit. Im September hatte das Unternehmen bereits vier Dollarbonds platziert.

BASF sammelt 250 Millionen Britische Pfund ein

Auch der Chemiekonzern BASF platziert eine Sterling-Anleihe über 250 Millionen Britische Pfund (rund 277 Millionen Euro). Das Papier läuft ebenfalls bis 2023, wird allerdings lediglich mit 0,875 Prozent verzinst. Der Ausgabepreis lag bei etwa 99,001 Prozent. BASF wird von den großen Ratingagenturen im Single-A-Bereich bewertet. Barclays, Goldman Sachs und RBS waren als Bookrunner mandatiert. Auch für BASF ist es die zweite Emission des Monats. Der Konzern hat bereits 500 Millionen Euro eingesammelt.

Weitere Finanzierungen

Die insolvente KTG Energie erhält ein Massedarlehen über bis zu 20 Millionen Euro von der Agrar ZG Projektbeteiligungs GmbH, die zum neuen Eigentümer Zech gehört. Das Familienunternehmen hat auch den Großteil des insolventen Mutterkonzerns KTG Agrar übernommen. Mit dem Darlehen soll der operative Betrieb von KTG Energie und den Tochterunternehmen während der Sanierung im Insolvenzverfahren sichergestellt werden.

Im Rahmen des Börsengangs von Va-Q-tec wurde die Mehrzuteilungsoption vollständig ausgenutzt und 878.954 Aktien zusätzlich platziert. Der Streubesitz beläuft sich auf etwa 51,5 Prozent. Der erste Kurs der Aktien lag bei 14 Euro.  

Der Automobilzulieferer Paragon im Rahmen seiner Kapitalerhöhung den Ausgabepreis für die neuen Aktien auf 32,50 Euro festgelegt. Der Bruttoemissionserlös liegt bei 13,37 Millionen Euro. Die Privatplatzierung im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens war nach Angaben von Paragon dreieinhalbfach überzeichnet. Der Großaktionär und Gründer Klaus Dieter Frers hat Aktien gezeichnet, um die Mehrheit zu behalten. Hauck & Aufhäuser hat die Transaktion als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner begleitet.

Das Pharmazeutikunternehmen Newron Pharmaceuticals hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung einen Bruttoemissionserlös von 26,1 Millionen Schweizer Franken eingenommen. Dabei hat das Unternehmen rund 1,3 Millionen neue Aktien privat platziert. Der Ausgabepreis lag bei 19,75 Schweizer Franken je Aktie.

Das Unternehmen Gebr. Sanders setzt die halbjährliche Kuponzahlung seiner Anleihe aus, die eigentlich am 22. Oktober fällig wäre. Grund ist das laufende Schutzschirmverfahren, in dessen Rahmen sich der Bettwarenhersteller sanieren will.

Singulus Technologies hat eine Barkapitalerhöhung abgeschlossen, deren Bruttoemissionserlös sich auf 6,57 Millionen Euro beläuft. Mit der Barkapitalisierung ist die Restrukturierung der Finanzseite des Unternehmens beendet, wie CFO Markus Ehret gegenüber FINANCE im Juli erklärte.

Der Onlinehändler Uhr.de hat mitgeteilt, dass die Investoren insgesamt 175 der 2015 begebenen Wandelschuldverschreibungen mit einem Nominalwert von je 1.000 Euro zu einem Wandlungspreis von 2 Euro je Aktie umgewandelt. Dadurch hat sich das Grundkapital von Uhr.de auf 987.500 Euro erhöht.

FCR Immobilien begibt eine neue Anleihe mit einem Volumen von bis zu 15 Millionen Euro und einer Verzinsung von 7,1 Prozent. Der Bond läuft über fünf Jahre und wird an der Börse Frankfurt gehandelt. Mit dem Erlös will das Immobilienunternehmen sein Portfolio erweitern. Die Baader Bank begleitet die Emission.

Das Immobilienunternehmen SPS emittiert eine neue Anleihe mit einem Volumen von 200 Millionen Schweizer Franken. Der Bond mit einer Laufzeit von neun Jahren wird mit 0,5 Prozent verzinst. Der Emissionspreis liegt bei 100,418 Prozent. ZKB, Credit Suisse und UBS begleiten die Transaktion.

Das Hamburger Leasingunternehmen Albis Leasing hat seine 2011 begebene Unternehmensanleihe planmäßig zurückgezahlt. Der Bond wurde mit 7,625 Prozent verzinst. Albis Leasing hat nach eigenen Angaben eine günstigere Finanzierung abgeschlossen und erwägt eine neue Anleiheemission.

Die österreichische Erdöl-Lagergesellschaft begibt eine Anleihe mit einer Laufzeit von 20 Jahren und einem Nominalvolumen von 17 Millionen Euro. Der Zins liegt bei 1,301 Prozent.

Ratingmeldungen

Euler Hermes Rating hat das Emittenten-Rating von Joh. Friedrich Behrens von B auf B+ mit stabilem Ausblick angehoben. Die Ratingagentur begründet die Maßnahme mit dem verbesserten Finanzrisiko des Unternehmens. Euler Hermes beurteilt die höheren Ertragsmargen und die flexiblere Kostenstruktur positiv. Auch die Nettofinanzverschuldung von Behrens habe sich verringert.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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