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Finanzierungen: VNG, Ferratum, Strabag

Das Energieunternehmen VNG Leipzig hat einen neuen Konsortialkredit abgeschlossen.
© VNG AG

Die VNG – Verbundnetz Gas Leipzig hat einen unbesicherten Konsortialkredit mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Die neuen Mittel können von VNG über bilaterale Kreditlinien in Anspruch genommen werden. Sie wurden mit den einzelnen Konsortialbanken separat entwickelt. Insgesamt 14 Banken sind an dem neuen Finanzierungspaket beteiligt.

Der neue Konsortialkredit läuft für fünf Jahre und löst die 2013 beschlossenen Finanzierungsvereinbarungen ab. Wie schon bei der vorherigen Vereinbarung hat Clifford Chance mit Alexandra Hagelücke und Dr. Katja Lehr das Bankenkonsortium beraten. Die Führung bei der Refinanzierung haben Commerzbank und Deutsche Bank übernommen.

Ferratum gelingt der IPO

Der Spezialist für Mikrokredite Ferratum Oyj hat den Börsengang geschafft. Der Ausgabepreis der Aktien für die Erstnotierung hatte das Unternehmen auf 17 Euro festgesetzt. Die Preisspanne lag zwischen 15 und 18 Euro. Der Börsengang setzte sich aus neuen Aktien sowie dem Verkauf bestehender Aktien zusammen. Details dazu hatte der Konzern im Januar bekanntgegeben. Das finnische Unternehmen ist die Muttergesellschaft des deutschen Anleiheemittenten Ferratum Capital Germany. Die Aktie startete bei 17,50 Euro und stieg am Eröffnungstag auf über 18 Euro.

Alle im Rahmen des IPOs angebotenen Aktien konnten platziert werden. Nach Unternehmensangaben war das Orderbuch deutlich überzeichnet. Die Bruttoemissionserlöse liegen bei 110,8 Millionen Euro. Die ICF Bank hat den Börsengang als Sole Global Arranger und Sole Bookrunner begleitet. Co-Lead Manager waren equinet Bank und Hauck & Aufhäuser Privatbankiers. Beraten wurde Ferratum von Clifford Chance.

Strabag begibt Anleihe über 200 Millionen Euro

Der österreichische Baukonzern Strabag begibt eine Anleihe über 200 Millionen Euro. Der Bond hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 1,625 Prozent verzinst. Neben institutionellen Investoren konnten auch Privatinvestoren in Deutschland und Österreich das Papier mit einer Stückelung von 500 Euro zeichnen. Mit der Emission bleibt Strabag nach eigenen Angaben der bisherigen Emissionsstrategie treu. Den Erlös will der Baukonzern dazu nutzen, um eine 2010 begebene Anleihe zu refinanzieren oder in Sachanlagevermögen zu investieren. Erste Group Bank, Raiffeisen Bank International und Unicredit Bank Austria haben die Emission als Joint Lead Manager begleitet. S&P bewertet den Bond mit BBB-.

NZWL emittiert Bond über bis zu 25 Millionen Euro

Der Hersteller von Motor- und Getriebeteilen Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig begibt eine Anleihe mit einem Volumen von bis zu 25 Millionen Euro. Das Unternehmen konnte das Orderbuch bereits nach einer Stunde erfolgreich schließen. Der sechsjährige Bond hat einen Kupon von 7,5 Prozent. Creditreform bewertet das Unternehmen mit einem Rating von B+. Die Zeichnungsfrist der Anleihe beginnt am heutigen 9. Februar und soll am 13. Februar enden. Für den 17. Februar ist die Einbeziehung der Schuldverschreibung in den Open Market der Deutschen Börse geplant.

Dicama agiert bei der Transaktion als Financial Advisor und Listing Partner, während Steubing die Emission  als Bookrunner begleitet. 40 Prozent des Nettoerlöses will NZWL als Darlehen an die Tochtergesellschaft NZWL International in China weiterreichen. Weitere 45 Prozent will das Unternehmen in Investitionen an europäischen Standorten fließen lassen. Die restlichen 15 Prozent möchte der Getriebehersteller für anorganisches Wachstum einsetzen. NZWL-Chef Hubertus Bartsch gibt im Interview bei FINANCE TV Einblicke in die Strategie des Unternehmens.

Weitere Finanzierungen

SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner hat sich mit seinen Banken auf eine langfristige Tilgungsvereinbarung der aufgenommenen Investitionskredite geeinigt. In den nächsten 15 Jahren will das Unternehmen die Bankdarlehen auf eine „übliche Unternehmensverschuldung“ zurückführen, heißt es. Die bisherige Vereinbarung mit den finanzierenden Banken wäre im Juni dieses Jahres ausgelaufen. Das Unternehmen wurde bei der Erarbeitung des Konzepts von KPMG Advisory und Jank Weiler Operenyi Rechtsanwälte beraten.

Der Zutatenlieferant HelloFresh sammelt 110 Millionen Euro in einer neuen Finanzierungsrunde ein. 100 Millionen Euro davon stammen vom Investor Rocket Internet, der dadurch eine Mehrheit von 51,7 Prozent der Anteile übernimmt. Rocket Internet baut damit weiter seine Position im Segment Food & Groceries aus. Der Internetkonzern hat zeitgleich weitere 287 Millionen Euro in die Onlineplattform für Essenslieferungen Delivery Hero investiert.

Der Pharmakonzern Novartis begibt nach Angaben von finanzen.ch eine Anleihe in drei Tranchen über 1,375 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,3 Milliarden Euro). Die erste Tranche über 550 Millionen Schweizer Franken (etwa 523 Millionen Euro) mit einer Laufzeit bis 2029 wird mit 0,625 Prozent verzinst. Die zweite Tranche mit einem Volumen von 500 Millionen Schweizer Franken (rund 476 Millionen Euro) läuft bis 2025 und hat einen Kupon von 0,25 Prozent. Mit 325 Millionen Schweizer Franken (rund 309 Millionen Euro) ist die dritte Tranche die kleinste der Emission. Sie hat dafür mit 2035 die längste Laufzeit und wird mit 1,05 Prozent verzinst. Die Transaktion wird von Credit Suisse und UBS begleitet.

Die österreichische CA Immobilien Anlagen plant eine Anleihe über 150 Millionen Euro zu emittieren. Der Bond soll eine Laufzeit von sieben Jahren haben, der Kupon ist noch nicht bekannt. Erste Group Bank und Unicredit Bank Austria fungieren als Joint-Lead Manager bei der Transaktion.

Das deutsche Erdölunternehmen Oil & Gas Invest (OGI) hat sein Eigenkapital um weitere 7 Millionen Euro auf 33 Millionen Euro aufgestockt. Die Kapitalerhöhung erfolgt durch Betriebsmitteldarlehen, über die sich Privatinvestoren am Ölgeschäft beteiligen können. In diesem Jahr plant das Unternehmen eine weitere Erhöhung um insgesamt etwa 25 Millionen Euro.

Die Deutsche Cannabis hat das Bezugsangebot der beschlossenen Kapitalerhöhung veröffentlicht. Das Kapital soll sich um 4,51 Millionen Euro auf bis zu 6,765 Millionen Euro erhöhen. Die bestehenden Aktionäre sind berechtigt für jede alte Aktie zwei neue Aktien zum Bezugspreis von 1 Euro je Aktie zu zeichnen. Mit dem Erlös will der frühere PE-Investor F.A.M.E das Unternehmenswachstum finanzieren. Die Deutsche Cannabis will sich an US-amerikanischen Unternehmen im Cannabis-Geschäft zu beteiligen. Die Ankündigung der Kapitalerhöhung hatte kürzlich zu starken Ausschlägen des Aktienkurses geführt.

Der Onlinehändler für Babybedarf windeln.de plant angeblich den Börsengang. Laut Medienberichten sollen die Deutsche Bank, Goldman Sachs und die Bank of America Merrill Lynch beauftragt worden sein, den IPO vorzubereiten. Der Internethändler hat im Januar 45 Millionen Euro von Investoren eingesammelt, zu denen auch Goldman Sachs, die Deutsche Bank, DN Capital, MCI Management und 360 Capital Partners gehören.

Der schweizerische Telekommunikationskonzern Sunrise legt den Ausgabepreis der Aktien für den bevorstehenden Börsengang bei 68 Schweizer Franken fest. Die Preisspanne lag bei 58 bis 78 Schweizer Franken (rund 56 bis 76 Euro). Das Angebot sei nach Angaben von Reuters mehrfach überzeichnet gewesen.

Die Greenshoe-Option beim Börsengang des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus wurde vollständig ausgeübt. Der Konzern sammelt dadurch weitere 33,3 Millionen Euro ein. Der Bruttoerlös des IPOs liegt insgesamt bei etwa 367 Millionen Euro.

Der Schweizer Venture Capital Investor Nextech Invest meldet den Börsengang seiner Portfoliogesellschaft Tracon Pharmaceuticals und das Listing an der amerikanischen Börse Nasdaq. Der Erlös des IPOs liegt bei 36 Millionen US Dollar.

Die Solar-Fabrik hat einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Im 2. Quartal 2015 droht dem Unternehmen nach eigenen Angaben die Zahlungsunfähigkeit. Eine der Tochtergesellschaften, die Solar-Fabrik Wismar, hat ebenfalls einen Insolvenzantrag gestellt.

Der Elektrogroßhändler Penell ist insolvent. Der geschäftsführende Gesellschafter Kurt Penell hat beim Amtsgericht Darmstadt den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Minibond-Emittent ist nicht mehr in der Lage die Liquiditätslücke zu schließen. Nach Angaben des Unternehmens sind auch Banken nicht mehr bereit, die Fortführung des Geschäfts zu unterstützen. Für Gläubiger erweist sich die Lage als kompliziert, da die Rechtslage hinsichtlich der Sicherheiten nach Einschätzung von One Square Advisory, dem gemeinsamen Vertreters der Anleihegläubiger, unklar zu sein scheint.

Die Großbäckerei Stauffenberg ist zahlungsunfähig. Das Amtsgericht Essen hat das Insolvenzverfahren eröffnet und Rechtsanwalt Rolf Weidmann von der Sozietät GÖRG zum Insolvenzverwalter bestellt, wie die Sozietät mitteilte. Nach Informationen der FAZ hat Aldi die Zusammenarbeit mit der Großbäckerei nach vielen Jahren beendet.

Auctus Capital Partners schließt den Fonds IV nach drei Monaten. Der Fonds investiert vor allem in mittelständische Unternehmen. Auctus hat das Fondsvolumen auf 230 Millionen Euro begrenzt. P+P Pöllath + Partners hat Auctus wie bei den vorherigen Fonds beraten.

Ratingmeldungen

Moody’s verschlechtert das Rating von Siemens von Aa3 auf A1. Der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur begründet diesen Schritt mit einem gestiegenen Wettbewerb in allen Geschäftsbereichen des Konzerns. Außerdem sei Siemens einem derzeit schwachen europäischen Markt ausgesetzt und kämpfe gegen zyklischen Schwierigkeiten im Bereich Power Generation. Moody’s bestätigte außerdem das A1 Rating der Siemens Bank mit stabilem Ausblick.

Scope setzt das Rating des Mini-Bondemittenten Karlievon BB- auf B+. Der Ausblick ist stabil. Synergien und Kosteneinsparungen, die der Heimtierbedarfhändler sich aus der Integration der verschiedenen Gesellschaften der Gruppe erhofft, verzögern sich. Dies führt im Geschäftsjahr 2014 zu einem Jahresfehlbetrag, der sich auf bis zu 9 Millionen Euro belaufen könnte. Die Zinszahlung der 2013 begebenen Unternehmensanleihe im Juni sieht Scope nicht gefährdet. Der Markt beobachtet die Restrukturierung des Mini-Bondemittenten weiterhin kritisch.

Euler Hermes senkt das Rating von PNE Wind von BB+ auf BB-. Der Ausblick bleibt negativ. Grund für die Verschlechterung ist nach Angaben der Ratingagentur unter anderem eine nicht zufriedenstellende Geschäftsentwicklung des Windparkentwicklers. Außerdem sei die Projektpipeline nicht genügend weiterentwickelt worden und es bestünden einige Marktunsicherheiten. Darüber hinaus sei PNE Wind sehr von einzelnen Projekten abhängig. Weitere Risiken sieht die Agentur in Uneinigkeiten mit einem Aufsichtsratsmitglied und Einzelaktionär sowie voraussichtlichen unplanmäßigen Abschreibungen. Auch bei dem übernommenen Konkurrenten WNK sieht Euler Hermes weitere Risiken, die sich auch auf PNE Wind auswirken könnten.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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