Funke wagt sich an den Schuldscheinmarkt
Die Funke Mediengruppe hat zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte ein Schuldscheindarlehen am Markt platziert. Das Volumen des Schuldscheins beträgt 100 Millionen Euro. „Unsere erfolgreiche Debüt-Platzierung bestätigt, dass unser Kurs Vertrauen schafft: Wir investieren in Journalismus, der eine offene, aufgeklärte und demokratische Öffentlichkeit ermöglicht“, sagt Julia Becker, Verlegerin und Aufsichtsratsvorsitzende von Funke in einer Pressemitteilung zur Transaktion.
Das Schuldscheindarlehen umfasst Tranchen mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren, die in variabler und fester Verzinsung angeboten wurden. Die Verzinsung liegt dabei am unteren Ende der Vermarktungsspanne. Mit der Finanzierung sichert sich das Medienhaus nach eigenen Angaben vor allem eine Basis für zukünftiges Wachstum. Funke werde sowohl durch Zukäufe als auch durch die digitale Transformation der bestehenden Geschäfte weiterwachsen, so Funke-CFO Simone Kasik in der Pressemitteilung zur Transaktion. Funke hatte zuletzt unter anderem die Marken Brigitte, Gala, Eltern, Chefkoch und Kitchen Stories übernommen.
Als Arrangeure für die Schuldschein-Transaktion hat Funke BayernLB, Finpair und Unicredit mandatiert. Die erste Darlehensgeberin und Zahlstelle ist die NordLB. Das Medienhaus wurde bei der Transaktion von Herter & Co. – Teneo Capital Advisory als Sole Debt Advisor beraten und anwaltlich von Milbank begleitet. Die nächsten Transaktionen seien bereits in der Pipeline, heißt es von Seiten des Konzerns.
Enpal verbrieft erstmals Wärmepumpenkredite
Enpal hat eine neue Verbriefung von Solar- und Wärmepumpenkrediten in Europa abgeschlossen. Die Verbriefung umfasst ein Forderungsportfolio im Umfang von 300 Millionen Euro, das auf Kaufvereinbarungen für Solaranlagen und Wärmepumpen basiert. Nach Angaben der Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells, die Enpal beraten hat, stellt die Verbriefung die weltweit erste öffentliche Transaktion dar, in der auch Forderungen aus Wärmepumpenkrediten verbrieft wurden. Zudem entspricht die Transaktion den ICMA Green Bond Principles und zählt damit zu den wenigen grünen Verbriefungen am Markt.
EIB-Kredit für Altana
Das Spezialchemieunternehmen Altana hat einen Kredit von der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Höhe von 300 Millionen Euro erhalten. Die Kreditlinie wird in zwei Tranchen aufgeteilt: 100 Millionen Euro stehen dem Konzern mit Sitz in Wesel ab Dezember 2025 zur Verfügung, weitere 200 Millionen Euro folgen im ersten Quartal 2026.
Mit den Mitteln sollen nachhaltige Forschungs- und Entwicklungsprojekte des Konzerns in den Jahren 2025 bis 2028 finanziert werden. Im Fokus stehe dabei die Entwicklung innovativer Lösungen, die Produkte des täglichen Lebens besser und nachhaltiger machen, heißt es in einer Mitteilung der EIB. Konkret werden die Reduktion von Treibhausgasen und flüchtigen organischen Verbindungen, die Vermeidung kritischer Stoffe und der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Wasser genannt.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Die Volkswagen Bank hat drei neue grüne Anleihe-Tranchen im Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt platziert. Die erste Tranche in Höhe von 750 Millionen Euro wird variabel verzinst und 2027 zur Rückzahlung fällig. Eine weitere Tranche über 750 Millionen Euro läuft bis 2032 und wird mit 3,75 Prozent verzinst. Die dritte Tranche im Volumen von 1 Milliarde Euro hat einen Zinssatz von 3,125 Prozent und wird 2029 fällig. Die Orderbücher der drei Tranchen kamen zusammen auf ein Volumen von 9,1 Milliarden Euro.
Die Instone Real Estate Group hat eine neue Konsortialfinanzierung über 47,5 Millionen Euro abgeschlossen. Die Fazilität hat eine Laufzeit von drei Jahren und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Zudem ist eine Erhöhung des Term-Loan-Volumens auf bis zu 60 Millionen Euro während der Laufzeit möglich. Die zusätzlichen Mittel will der Immobilienkonzern für das weitere Unternehmenswachstum sowie für den gezielten Kauf von Grundstücken einsetzen.
Rating-Meldungen
S&P hat das Rating von Siemens Energy von „BBB–“ auf „BBB“ angehoben. Der Ausblick ist positiv.
Fitch hat das „B“-Rating von Cheplapharm bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
