Inside Corporate Banking

Abonnements

Startseite Finanzierungen Kapitalmarkt Abheben mit einer Kapitalerhöhung?

FINANCE+

Abheben mit einer Kapitalerhöhung?

Die Lufthansa will mit einer Kapitalerhöhung durchstarten und die Corona-Schulden tilgen. Foto: Andrey Armyagov - istock.adobe.com
Die Lufthansa will mit einer Kapitalerhöhung durchstarten und die Corona-Schulden tilgen. Foto: Andrey Armyagov - istock.adobe.com

5,5 Milliarden Euro – so viel schuldet Lufthansa noch dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds
(WSF). Die Airline unter CEO Carsten Spohr und Finanzchef Remco Steenbergen will den Schuldenberg zügig abtragen. Dazu ist eine Kapitalerhöhung in Planung, wie der Konzern im Juni bekanntgab. Mit der heiklen Mission sind die Top-Investmentbanken Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan betraut. Seitdem kursieren verschiedene Daten und Summen im Markt, wann und in welcher Höhe die Kapitalerhöhung kommt. Lufthansa strebt an, den Deal noch vor der Bundestagswahl am 26. September unter Dach und Fach zu bringen.

Allerdings bremste Konzernchef Spohr zuletzt die Erwartungen etwas. „Ich habe ja gesagt, dass
wir die Staatshilfe möglichst vor der Wahl zurückzahlen wollen. Das Wort ‚möglichst‘ stand nicht
ohne Grund in dem Satz“, sagte er bei der Vorlage der Halbjahreszahlen 2021. Auch mit Blick auf das Volumen senkte CFO Remco Steenbergen die Erwartungen – die Kapitalerhöhung könnte kleiner ausfallen als zuletzt kolportiert. Sie soll wohl deutlich unter den in den Medien genannten Zahlen von 3 bis 4 Milliarden Euro liegen. Das wäre weniger als das WSF-Rettungspaket. Insgesamt hatte die Airline Hilfen in Höhe von 9 Milliarden Euro bekommen, 4 Milliarden hat sie davon bisher in Anspruch genommen.

Anfang September schrieb das Handelsblatt, dass laut Informationen aus dem Unternehmensumfeld die Kapitalerhöhung kurz vor dem Abschluss ist. „Das wird in den nächsten Wochen kommen. Es muss auch kommen, denn sonst verfallen Fristen und man muss wieder von vorne beginnen“, sagt eine Führungskraft. Bisher seien die Reaktionen der Investoren zurückhaltend. „Die Angebote der Investoren waren so unattraktiv, das konnte man nicht annehmen“, heißt es im Umfeld des Unternehmens. Teilweise sei ein Abschlag auf den Kurs von bis zu 50 Prozent verlangt worden. Das Volumen soll nun höchstens zwei Milliarden Euro hoch sein.

Positives Umfeld für Kapitalerhöhungen

Mit Blick auf den Kapitalmarkt wäre Lufthansa mit der „Rettungs-Kapitalerhöhung“ eine Ausnahme. Haupttreiber für Kapitalerhöhungen sind aktuell andere Themen. Philipp Suess, Leiter ECM für Deutschland und Österreich bei Goldman Sachs, sieht den Markt derzeit eher von M&A-Kapitalerhöhungen getrieben. Bis auf die Tui-Kapitalerhöhung im Januar mit einem Volumen von rund einer halben Milliarde Euro habe er auf dem deutschen Markt keine weitere in diesem Bereich gesehen.

Gratis weiterlesen mit FINANCE Multiples

Mit oder ohne E-Paper. Sie haben die Wahl!

FINANCE+ Digital

Gratismonat
danach 21,90 € / Monat

  • Unbegrenzter Zugriff auf alle FINANCE+ Inhalte
  • Das FINANCE Magazin als E-Paper
  • Zugriff auf das E-Paper-Archiv
  • Unverbindlich testen
Gratismonat starten

FINANCE+

Gratismonat
danach 19,90 € / Monat

  • Unbegrenzter Zugriff auf alle FINANCE+ Inhalte
  • Der beste FINANCE-Content aus Online und Magazin in einem Paket
  • Unverbindlich testen
Gratismonat starten

FINANCE Wirecard-Dossier

Sichern Sie sich das kostenlose Wirecard-Dossier zum größten Bilanzskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Jetzt kompakt als PDF-Datei für die FINANCE-Community.

Jetzt kostenlos herunterladen