Scope will wachsen – ist der Börsengang der nächste Schritt?

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25.06.18
Finanzierungen

Geht Ratingagentur Scope 2019 an die Börse?

Bereits 2019 könnte Scope den Gang an die Börse wagen, berichtet das „Manager Magazin“. Ein Indiz dafür: Vor wenigen Monaten erst holte sich die Berliner Ratingagentur einen IPO-erfahrenen CFO an Bord.

Die Berliner Ratingagentur Scope peilt einem Bericht des „Manager Magazins“ zufolge 2019 einen Börsengang an. Dafür habe Scope Berenberg als Konsortialführer mandatiert, berichtet die Zeitschrift unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Die Neuemission soll einen zweistelligen Millionenbetrag einbringen.

Unternehmensgründer Florian Schoeller wollte die Informationen gegenüber dem Magazin zwar nicht bestätigen und bezeichnete den IPO lediglich als eine von mehreren Optionen. Dieser könne allerdings schnell umgesetzt werden: „Scope ist technisch gesehen bereits börsenreif“, sagte Schoeller dem Magazin.

Scope verpflichtete ehemaligen Va-Q-Tec-CFO Hoffmann

Auch die nötige Expertise hat sich die Ratingagentur bereits an Bord geholt: Im Februar berief Scope mit Christopher Hoffmann zum ersten Mal einen eigenen CFO. Hoffmann war zuvor Finanzchef bei dem Dämmstoffhersteller Va-Q-Tec, den er im Oktober 2016 an die Börse gebracht hatte. Bei seiner Berufung hatte Scope die Kapitalmarkterfahrung des neuen Finanzchefs betont und ihn als „ausgewiesenen Finanzexperten, der langjährige Erfahrung aus dem operativen Geschäft mitbringt“, beworben.

Seit 2013 haben die rund 70 Scope-Eigentümer, darunter Gründer Schoeller und BMW-Erbe Stefan Quandt, 45 Millionen Euro in den Ausbau des Unternehmens investiert, wie das „Manager Magazin“ berichtet. Viel Geld hat zum Beispiel die Professionalisierung des Corporate-Rating-Teams gekostet, für die Scope 2014 den damaligen Deutschlandchef von S&P, Torsten Hinrichs, abgeworben hatte. Weitere 50 Millionen Euro seien jetzt für das Ausrollen des Geschäftsmodells in Europa geplant, sagte Schoeller. Derzeit laufe eine Kapitalerhöhung unter den Alteignern, mit deren Erlös die Finanzierung bis zur Erst-Emission gesichert werden soll.

Scope greift S&P Moody’s und Fitch an

Scope will als europäische Ratingagentur die Vormachtstellung der drei etablierten US-Ratingagenturen S&P, Moody’s und Fitch durchbrechen. Im Unternehmensbereich feierte Scope dabei schon erste Erfolge, indem es erste Ratingmandate von Dax-Unternehmen erringen konnte.

Vor einem Jahr stieg Scope auch in das Risikomanagement-Geschäft ein und gründete die Tochter „Scope Risk Solutions“. Im November vergangenen Jahres erweiterte Scope auch das Dienstleistungsangebot für institutionelle Investoren und bündelte in der neu gegründeten Gesellschaft „Scope Investor Services“ die Selektionsdienstleistungen für institutionelle Investoren, Versicherungen und Finanzintermediäre. 2016 hatte Scope außerdem die Ratingsparte der zum MLP-Konzern gehörenden Feri-Gruppe übernommen, die auf die Bewertung von Investmentfonds spezialisiert ist.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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