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Knorr-Bremse plant 14-Milliarden-Euro-Bewertung

Knorr-Bremse nutzt das gute Umfled und strebt mit seinem IPO eine Bewertung von bis zu 14 Milliarden Euro an.
Knorr-Bremse

Nach monatelangen Spekulationen hat Knorr-Bremse am heutigen Freitag die Eckdaten seines geplanten Börsengangs vorgelegt: Das Münchener Unternehmen legte die Preisspanne auf 72 bis 87 Euro je Aktie fest. Inklusive einer Greenshoe-Option könnten bis zu 48,4 Millionen Aktien angeboten werden. Der Bremsenhersteller strebt damit eine Bewertung von bis zu 14 Milliarden Euro an.

Knorr-Bremse selbst wird im Zuge des IPOs wie bereits angekündigt kein frisches Geld erhalten: Die zu platzierenden Aktien kommen vollständig aus dem Besitz von Heinz Hermann Thiele. Der 77-jährige Mehrheitseigner ist je nach Nachfrage bereit, bis zu 30 Prozent seiner Knorr-Bremse-Anteile abzugeben. Er könnte dadurch 3,48 bis 4,21 Milliarden Euro erlösen.

Knorr-Bremse-IPO kratzt an Siemens-Healthineers-Erlös

Gelänge eine Platzierung am oberen Ende der Preisspanne und würde die Greenshoe-Option vollständig ausgeübt, könnten die Münchener sogar mit dem bislang größten deutschen Börsengang des Jahres gleichziehen: Der IPO der Siemens-Tochter Healthineers spielte im März einen Erlös von 4,2 Milliarden Euro bei einer Bewertung von 28 Milliarden Euro ein.

Die Angebotsfrist für die Knorr-Bremse-Aktien beginnt am kommenden Montag und endet am 11. Oktober. Einen Tag danach soll der Handel im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Börse beginnen.

Knorr-Bremse nutzt positives Börsenumfeld

Knorr-Bremse wollte eigentlich schon im Frühjahr den Gang aufs Parkett wagen. Jedoch wurden die IPO-Pläne damals verschoben, da Eigner Thiele auch den Verkauf an einen Investor prüfte. Doch die Gespräche brachten offenbar kein Ergebnis: Mitte September kündigte die Knorr-Bremse-Führungsspitze an, dass der IPO noch in diesem Jahr erfolgen werde. Die Bekanntgabe der Details folgte nun schneller als erwartet.

Knorr-Bremse will offenbar die Gunst der Stunde nutzen. Denn das Börsenumfeld ist gut, und CFO Ralph Heuwing konnte zuletzt mit sehr guten Halbjahreszahlen aufwarten. Zwischen Januar und Juni steigerte der Konzern seinen Umsatz um 11,6 Prozent auf mehr als 3,3 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte sogar um 12,4 Prozent auf 582 Millionen Euro zu. Zudem hat das Unternehmen sein Portfolio gestrafft und sich von zwei Tochtergesellschaften getrennt.

Investoren winken offenbar hohe Ausschüttungsquoten

Die positiven Zahlen und die Fokussierung des Geschäfts haben offenbar auch den Markt überzeugt. „Nach Bekanntgabe unserer Börsenpläne haben wir sehr positives Feedback von Investoren und anderen Stakeholdern erhalten“, lässt sich CEO Klaus Deller in der Pressemitteilung zitieren. Zudem locke Knorr-Bremse potentielle Investoren mit einer Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider.

Begleitet wird der Börsengang von der Deutsche Bank, J.P. Morgan und Morgan Stanley & Co. als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Berenberg, Commerzbank, UBS und Unicredit fungieren zusätzlich als Joint Bookrunners.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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