Die Start-up-Schmiede Rocket Internet will ihr Finanzpolster für noch mehr Aktienrückkäufe nutzen.

Rocket Internet

20.09.18
Finanzierungen

Rocket Internet plant nächsten Aktienrückkauf

Die Start-up-Schmiede Rocket Internet setzt ihre prall gefüllte Kasse für einen weiteren Aktienrückkauf ein. Die Dimension ist beachtlich.

Kaum sind die jüngsten Rückkäufe von Aktien und Wandelanleihen abgeschlossen, bringt Rocket Internet schon das nächste Aktienrückkaufprogramm auf den Weg. Es soll ein Volumen von bis zu 150 Millionen Euro erreichen. Damit können die Berliner rund 5,5 Millionen Papiere zurückkaufen, was bis zu 3,6 Prozent des derzeit ausstehenden Kapitals entspricht. Das Programm beginnt noch heute und endet spätestens am 19. September 2019.

Rocket Internet ist raus aus den Schulden

Das nötige Geld dafür ist vorhanden, denn Rocket Internet hat seit Juni 2017 drei seiner Beteiligungsunternehmen an die Börse gebracht. Zunächst wurde im Sommer 2017 der Essens-Lieferdienst Delivery Hero an der Börse notiert, gefolgt von Hello Fresh im November. Mitte Juni diesen Jahres war es dann auch für den Online-Möbelhändler Home24 so weit. Aktuell ist schon ein weiterer Börsengang geplant – der der Rocket-Beteiligung Westwing.

Im Zuge des Westwing-IPOs will Rocket keine Aktien abgeben, beim Home24-Börsengang hat die Start-up-Schmiede sogar zugekauft. Bei Delivery Hero und HelloFresh hat Rocket aber in hohem Umfang Anteile verkauft und dafür einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kassiert. Dies hat dazu geführt, dass Rocket im ersten Halbjahr unter dem Strich fast 300 Millionen Gewinn erzielt hat.

Dank der Anteilsverkäufe liegen aktuell auch 2,1 Milliarden Euro in der Kasse – und das, obwohl Rocket erst im Juli für rund 260 Millionen Euro eine ausstehende Wandelanleihe komplett zurückgekauft hat. Dadurch trägt das Unternehmen nach eigenen Angaben derzeit „keine wesentlichen Finanzschulden mehr“.

Rocket Internet im Höhenflug (Aktienkurs seit einem Jahr)

Rocket Internet Aktie

Rocket Internet Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Rocket hat schon 10,7 Millionen Aktien eingezogen

Das jetzt aufgelegte Aktienrückkaufprogramm ist nicht das erste. Über die zurückliegenden zwölf Monate hatte Rocket schon 1 Million Papiere zurückgekauft und im Mai noch einmal 9,7 Millionen auf einen Schlag, was zusammen 6,5 Prozent aller Aktien ausmachte. Wenig später wurden sämtliche Papiere eingezogen. Sie hatten einen Marktwert von über 250 Millionen Euro.

Das neue Programm hat sich sofort im Aktienkurs bemerkt gemacht: Am heutigen Vormittag gewann die Aktie zwischenzeitlich über 4 Prozent an Wert. Mit einem Kursplus von über 30 Prozent seit Jahresbeginn gehört Rocket, das künftig ohne den langjährigen CFO Peter Kimpel auskommen muss, zu den größten Kursgewinnern im MDax. Dabei war die Performance kurzzeitig sogar noch stärker, im Juli erreichte die Rocket-Aktie Kurse um 31 Euro.

ann-sophie.crecelius[at]finance-magazin.de