Continental sichert sich eine milliardenschwere Kreditlinie.

Continental AG

22.06.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Continental, Volkswagen, Bosch

Continental schließt einen milliardenschweren Kredit ab, Volkswagen platziert Hybridanleihen und Bosch begibt einen Jumbo-Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Conti mit neuer Kreditlinie

Continental hat eine zusätzliche syndizierte Kreditlinie in Höhe von 3 Milliarden Euro abgeschlossen. Das begleitende Konsortium besteht zunächst aus zehn Banken unter der Führung der Deutschen Bank, Commerzbank und Unicredit. Der Kredit hat eine Laufzeit von 364 Tagen und kann einmal um 12 Monate verlängert werden. Er ergänzt eine bestehende Linie in Höhe von 4 Milliarden Euro, die Continental im vergangenen Jahr begeben hatte.

Die neue Linie soll der weiteren Stärkung der finanziellen Flexibilität des Unternehmens in der Coronavirus-Pandemie dienen. Rechtlich wird der Autozulieferer bei der Transaktion von der Kanzlei Linklaters beraten. Bei den Banken war es die Kanzlei Freshfields

Volkswagen emittiert milliardenschwere Hybridanleihen

Volkswagen hat über ihre Tochtergesellschaft Volkswagen International Finance Hybridanleihen in Höhe von 3 Milliarden Euro begeben. Die Bonds bestehen aus zwei Tranchen zu je 1,5 Milliarden Euro. Die erste Tranche läuft bis 2025, die zweite bis 2029. Als Konsortialbanken fungieren Barclays, BNP Paribas, BofA, Deutsche Bank und RBC Capital Markets. Rechtlich wird Volkswagen bei der Transaktion von Clifford Chance (Federführung: George Hacket) beraten.

Bosch begibt Mega-Schuldschein

Der Automobilzulieferer und Industrietechnikhersteller Bosch hat einen Schuldschein über 2 Milliarden Euro platziert. Das bestätigte der Konzern gegenüber der FINANCE-Schwesterpublikation DerTreasurer. Ursprünglich war nur ein Volumen von 500 Millionen Euro angestrebt.

Die Tranchen werden nach Angaben des Unternehmens sowohl fix als auch variabel verzinst. Die Laufzeiten bewegen sich zwischen zwei und zwanzig Jahren. Die genauen Konditionen teilt das Unternehmen nicht mit. Mehr über die Transaktion lesen Sie bei DerTreasurer.

Bund beteiligt sich an Curevac

Die Bundesregierung investiert 300 Millionen Euro in das biopharmazeutische Unternehmen Curevac. Das Investment wird von der KfW im Rahmen einer Kapitalerhöhung umgesetzt. Die KfW wird anschließend einen Anteil von rund 23 Prozent an Curevac halten. Das Unternehmen, welches mehrheitlich der Dievini Hopp Biotech Holding, einer Beteiligungsgesellschaft von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp, gehört, forscht derzeit an einem Impfstoff gegen Covid-19.

Deutsche Bahn begibt neue Benchmark-Anleihe

Die Deutsche Bahn hat über die Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance eine Euro-Benchmark-Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro begeben. Die Emission ist in zwei Tranchen unterteilt. Die erste Tranche über 850 Millionen Euro läuft über neun Jahre und wird mit 0,375 Prozent verzinst. Die zweite Tranche hat ein Volumen von 650 Millionen Euro, eine Laufzeit von 19 Jahren und einen Zinskupon von 0,875 Prozent.

Die Deutsche Bahn will die Anleihe zur Erhöhung ihrer finanziellen Flexibilität verwenden. Die Platzierung erfolgte im Wesentlichen bei institutionellen Investoren aus Europa und Asien. Als Konsortialführer der Transaktion fungierten Bank of America, Crédit Agricole, Deutsche Bank und NatWest Markets.

Weitere Meldungen

Das österreichische Öl- und Gasunternehmen OMV hat neue Anleihen im Wert von 1,5 Milliarden Euro platziert. Die Emission ist in zwei Tranchen unterteilt. Die erste Tranche über 750 Millionen Euro hat eine Laufzeit von drei Jahren und einen fixen Zinskupon von 0 Prozent. Die zweite Tranche umfasst ebenfalls 750 Millionen Euro, hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wird mit 0,75 Prozent verzinst. Als Konsortialführer der Transaktion fungierten Citigroup, Commerzbank, Erste Group Bank, LBBW, Mizuho Securities Europe und die RBI. Rechtlich wurde das Bankenkonsortium von der Kanzlei White & Case (Federführung: Karsten Wöckener) beraten. Im April hatte OMV schon einmal Anleihen im Gesamtvolumen von 1,75 Milliarden Euro begeben.

Das Technologieunternehmen Northern Data hat die Durchführung einer Kapitalerhöhung beschlossen. Insgesamt soll das Grundkapital durch die Ausgabe von 431.225 neuen Aktien erhöht werden. Der Ausgabepreis beträgt 50 Euro je Aktie. Alle Aktien werden vom strategischen Investor Block One gezeichnet, wie Northern Data mitteilt. Der Bruttoemissionserlös beläuft sich demnach auf rund 21,6 Millionen Euro und soll zur Stärkung der Bilanz, zur Beschleunigung des Wachstums der bestehenden Geschäftsaktivitäten und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.

Die Deutsche Industrie Reit hat bei einer Kapitalerhöhung im Rahmen einer Privatplatzierung insgesamt rund 2,9 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 20 Euro je Aktie bei institutionellen Investoren platziert. Dem Immobilienunternehmen fließt durch die Kapitalerhöhung ein Bruttoemissionserlös von rund 58,3 Millionen Euro zu. Die frischen Mittel sollen unter anderem zur Stärkung der Eigenkapitalbasis sowie zur Finanzierung weiterer Akquisitionen verwendet werden. Als Konsortialbanken der Transaktion fungierten Baader Bank und Commerzbank, die rechtlich von der Kanzlei Noerr (Federführung: Laurenz Wieneke und Julian Schulze De la Cruz) beraten wurden.

Daimler
treibt eine nachhaltige Geschäftsstrategie voran. Dafür hat der Autobauer nun ein Green Finance Framework aufgelegt. Dieses bildet das Regelwerk für nachhaltige Finanzinstrumente wie grüne Anleihen und grüne Kredite, die Daimler künftig verwenden möchte.

Das Gesundheitsunternehmen Pharma SGP hat den Angebotspreis für seinen Börsengang auf 31,50 Euro festgelegt. Dieser liegt damit am unteren Ende der Preisspanne. Die Marktkapitalisierung von Pharma SGP beträgt demnach 378 Millionen Euro. Insgesamt wurden rund 4 Millionen bestehende Aktien platziert, darunter 525.000 Aktien im Rahmen der Mehrzuteilung. Ursprünglich sollten bis zu 9,7 Milliarden Euro angeboten werden, der IPO fiel damit kleiner aus als zunächst geplant. Der Bruttoerlös beträgt rund 126,8 Millionen Euro. Der Streubesitz wird bei 33,5 Prozent des Grundkapitals liegen. Berenberg fungiert beim Börsengang als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner.

Der auf Büroimmobilien in Deutschland spezialisierte Asset Manager Publity hat die erste Tranche seiner geplanten Unternehmensanleihe begeben. Diese hat ein Volumen von 50 Millionen Euro, eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 5,5 Prozent verzinst. Wie Publity mitteilt, sind zum einen Schuldverschreibungen im Nominalwert von 32,9 Millionen Euro zu einem Ausgabepreis von 1.000 Euro je Schuldverschreibung von Investoren gezeichnet worden. Zum anderen wurden im Rahmen des Umtauschangebots Schuldverschreibungen der Wandelanleihe 2015/2020 im Wert von rund 17,1 Millionen Euro in Schuldverschreibungen der neuen Unternehmensanleihe getauscht.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating des Autozulieferers Hella bei Baa1 bestätigt. Der Ausblick ist negativ. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf die eingeleiteten Kostenreduzierungs- und Flexibilisierungsmaßnahmen des Unternehmens in Folge der Corona-Pandemie. Zudem hebt Moody’s die starke Liquiditätsposition Hellas hervor.

Moody’s bestätigt das Rating des Baumarkts Hornbach bei Ba3. Der Ausblick stand zuvor unter Beobachtung und wurde nun auf stabil verändert. Das Rating reflektiere die stabile Perfomance des Unternehmens im Geschäftsjahr 2019 und im ersten Quartal 2020, so Moody’s.

Moody’s bestätigt das Rating des Autozulieferers ZF Friedrichshafen bei Ba1. Den Ausblick ändert die Agentur auf negativ, zuvor stand er unter Beobachtung. Moody’s erwartet, dass sich die Kreditkennzahlen des Unternehmens allmählich von den negativen Auswirkungen des Coronavirus und der Übernahme von Wabco erholen werden.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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