Die Deutsche Bahn hat erneut den Anleihenmarkt angezapft und einen Bond über 125 Millionen emittiert.

snvv/iStock/Thinkstock/Getty Images

19.11.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Bahn, Gerry Weber, DFV

Die Deutsche Bahn begibt eine 25-jährige Euro-Anleihe, Gerry Weber erhält mehr Zeit für die Rückzahlung seiner Schulden und die Deutsche Familienversicherung sagt ihren Börsengang ab – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Bahn begibt 25-jährige Anleihe

Die Deutsche Bahn hat über ihre Finanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance eine neue Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 125 Millionen emittiert. Der Bond hat eine Laufzeit von 25 Jahren und ist damit Unternehmensangaben zufolge die längste jemals begebene Euro-Anleihe der Deutschen Bahn. Der Zinskupon beträgt 1,85 Prozent und der Emissionserlös dient zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde die Anleihe über die Crédit Agricole als Privatplatzierung an institutionelle Investoren in Asien verkauft.

Gerry Weber verschafft sich etwas Luft

Der kriselnde Modehersteller Gerry Weber bekommt einen Aufschub für die Rückzahlung seiner Schulden. Das Unternehmen hat mit seinen Gläubigern eine Stundung bis Ende Januar 2019 vereinbart. Bei den Schulden handelt es sich um zwei Tranchen des vergangene Woche fällig geworden Schuldscheins in Höhe von über 31 Millionen Euro. Zudem haben sich die finanzierenden Banken bereit erklärt, ihre Kreditlinien für Gerry Weber offen zu halten. Gleichzeitig musste das Modehaus eine erneute Gewinnwarnung ausgeben. Für das Geschäftsjahr 2017/18 geht das Management von einem Umsatz von maximal 790 Millionen Euro und nicht wie bisher von 830 bis 840 Millionen Euro aus.

DFV verschiebt den Börsengang

Die DFV Deutsche Familienversicherung hat den geplanten Börsengang verschoben. Grund dafür sei das derzeit schwierige Kapitalmarktumfeld. Eine Wiederaufnahme des Börsengangs zu einem späteren Zeitpunkt werde beobachtet, teilte die DFV mit. Das Unternehmen ist nicht das erste, das sich im aktuellen Marktumfeld gegen den Börsengang entscheidet. 

Weitere Meldungen

Der Autokonzern Volkswagen hat in den vergangenen Tagen am Bondmarkt mehr als 13,5 Milliarden Euro aufgenommen, teilt Clifford Chance mit. Es war für VW die bisher größte Beschaffungsrunde über die Kapitalmärkte, so die Kanzlei. Zu den Emittenten zählten Volkswagen, Volkswagen Group of American Finance, VW Credit Canada und die Volkswagen International Finance. Am US-Markt haben die Wolfsburger sieben Anleihen über insgesamt 8 Milliarden Dollar begeben. Zudem folgten vier Anleihen über insgesamt 4,25 Milliarden Euro und zwei weitere Bonds über 800 Millionen Pfund. Außerdem platzierte die Volkswagen Group etwa 750 Millionen Kanadische Dollar.

Der Kettcar-Hersteller Kettler hat kurz vor der Schließung des Geschäftsbetriebs offenbar überraschend eine Zwischenfinanzierung erhalten. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, gibt die Heinz-Kettler-Stiftung entsprechende Gelder frei. Über die Höhe der Finanzierung gab der Sport- und Freizeitartikelhersteller jedoch nichts bekannt. Ohne Zwischenfinanzierung hätte das insolvente Unternehmen den Geschäftsbetrieb einstellen müssen. Kettler hatte im Juli einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt.

Der Finanzinvestor Carlyle treibt Finanzkreisen zufolge den Börsengang des Berliner Spezialchemieunternehmens Atotech weiter voran. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, die Bank of America, Citi, Credit Suisse und JP Morgan seien nun als begleitende Emissionsbanken in den USA benannt worden. Im August wurde bekannt, dass Carlyle mit den IPO-Vorbereitungen für Atotech begonnen hat.

Das Biotechunternehmen Marinomed hat einen Zeitplan für seinen Börsengang in Wien vorgelegt. Das Angebot startet am 19. November und endet voraussichtlich am 29. November. Die Preisspanne der Aktien liegt zwischen 75 und 90 Euro pro Aktie. Das Angebotsvolumen liegt demnach ohne Ausübung der Greenshoe-Option oder der Upsize-Option zwischen 30 und 36 Millionen Euro.

Ado Properties hat die Ausgabe einer Wandelanleihe über 165 Millionen Euro beschlossen. Die Bezugsrechte der Aktionäre sind ausgeschlossen. Mit dem Erlös sollen bestehende kurzfristige Verbindlichkeiten getilgt, das Fälligkeitsprofil der Verbindlichkeiten verlängert und die Liquidität gestärkt werden. Das Immobilienunternehmen hatte erst kürzlich einen Schuldschein platziert.

Der auf Wohnimmobilien spezialisierte Investor Peach Property Group plant die frühestmögliche Rückzahlung der Hybridanleihe 2015. Entsprechend kündigt die Gesellschaft die Anleihe zum 15. Dezember 2018. Der Zinssatz betrug bisher 5 Prozent und hätte sich ab Mitte Dezember auf den 3-Monats-Libor plus 9,25 Prozent erhöht.

Das Immobilienunternehmen DEMIRE Deutsche Mittelstand Real Estate hat eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen abgeschlossen. Die Anzahl der Aktien der Gesellschaft wurde dabei durch die Ausgabe von 34,5 Millionen auf 107,6 Millionen Aktien erhöht. Der Bezugspreis betrug 4,35 Euro je Aktie. Dem Unternehmen fließt durch die Kapitalerhöhung ein Bruttoemissionserlös in Höhe von etwa 150,1 Millionen Euro zu, welcher zur Finanzierung des weiteren Portfoliowachstums verwendet werden soll. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat dem Commercial-Paper-Programm des Immobilienunternehmens TAG Immobilien ein P-3-Rating zugeordnet. TAGs langfristiges Rating von Baa3 und das kurzfristige P-3-Rating sowie der stabile Ausblick blieben unverändert.

S&P hat das Kreditrating des Schweizer Börsenbetreibers Six und zwei seiner Tochtergesellschaften von AA- auf A+ herabgestuft. Der Ausblick ist stabil.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.