Finanzierungen: Die Deutsche Telekom hat eine Benchmarkanleihe mit einem Milliardenvolumen platziert.

Deutsche Telekom

21.03.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Telekom, Otto Bock, ThyssenKrupp

Senvion will doch wieder an die Börse, die Deutsche Telekom begibt Anleihen über 4,5 Milliarden Euro, Otto Bock platziert einen Schuldschein und ThyssenKrupp stockt seinen neuen Bond auf – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Telekom begibt Milliardenanleihe

Die Deutsche Telekom hat eine Euro-Benchmarkanleihe über 4,5 Milliarden Euro begeben. Die Tranche mit einem Volumen von 1,25 Milliarden Euro und einer Laufzeit von vier Jahren wurde zum 3-Monats-Euribor plus 35 Basispunkte platziert. Die zweite Tranche über 1,75 Milliarden Euro und sieben Jahren Laufzeit wird mit 0,625 Prozent verzinst, die 1,5 Milliarden Euro schwere Tranche mit einer zwölfjährigen Laufzeit hat einen Kupon von 1,5 Prozent.

Die Emission war mehrfach überzeichnet. Barclays, BNP Paribas und Unicredit fungierten als Bookrunner. Kurz vor der Bondemission hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es seiner US-Tochter T-Mobile US mit bis zu 2 Milliarden Dollar  unter die Arme greift. Die könnten dem US-Konzern bei der wichtigen Frequenzauktion helfen.

Otto Bock platziert Schuldschein über 600 Millionen Euro

Der Prothesenhersteller Otto Bock hat einen Schuldschein mit einem Volumen von 600 Millionen Euro begeben. Das Schuldscheindarlehen ist in mehrere Tranchen unterteilt. Garantiert wird es durch verschiedene Töchter des Konzerns. Weitere Details der Transaktion sind nicht bekannt. Die Transaktion wurde durch die Deutsche Bank als Arrangeur begleitet. Die Bank wurde dabei durch ein Team der Wirtschaftskanzlei White & Case beraten.

ThyssenKrupp stockt Anleihe auf

ThyssenKrupp hat seine kürzlich platzierte Anleihe um 100 Millionen Euro auf nunmehr 850 Millionen Euro aufgestockt. Die Anleihe ist mit einem Kupon über 2,75 Prozent ausgestattet und läuft bis 2021. Das Papier wird an der Börse Luxemburg gehandelt. Die Emission ist Teil des 10 Milliarden Euro schweren Debt-Issuance-Programms von ThyssenKrupp.

Senvion will doch an die Börse

Die Pläne für den Börsengang von Senvion werden nun doch weiter verfolgt, nachdem die Privatplatzierung vergangene Woche abgesagt wurde. Das haben Senvion und die Eigentümer Centerbridge und Arpwood beschlossen. Allerdings zu geänderten Bedingungen: die Preisspanne lag ursprünglich bei bei 20 bis 23,50 Euro. Jetzt wollen die Finanzinvestoren das Unternehmen zu einem Preis von 15,50 bis 17 Euro je Aktie an den Markt bringen. Auch die Zahl der angebotenen Aktien wurde deutlich reduziert. Statt der ursprünglich geplanten 29,9 Millionen Aktien sollen nur knapp 18,7 Millionen Aktien ausgegeben werden.

Nach der Privatplatzierung wird ein Streubesitz von 28,75 Prozent erwartet. Zu der Kehrtwende kam es laut Angaben des Unternehmens wegen zahlreicher Investorennachfragen. Senvion hatte den Rückzug von den Börsenplänen sehr knapp mit dem volatilen Marktumfeld begründet, es wurde allerdings über eine zu schwache Investorennachfrage spekuliert.

Eyemaxx Real Estate sammelt weniger Geld ein

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate hat seine Anleiheemission abgeschlossen. Es wurden allerdings nur rund 15 Millionen Euro anstatt der angestrebten 30 Millionen Euro eingeworben. Dies begründete das Unternehmen mit dem schwierigen Marktumfeld. Der Betrag reicht trotzdem aus, um die im Juli fällige Anleihe zurückzuzahlen. Davon entfallen 12,7 Millionen Euro auf die Neuemission und 2,3 Millionen Euro auf eingetauschte bestehende Anleihen. Der Kupon liegt bei 7 Prozent und wird halbjährlich gezahlt. Die Emission wurde von der Small & Mid Cap Investmentbank begleitet.

Deutsche Bank plant Anleiheplatzierung über 1,5 Milliarden Euro

Die Deutsche Bank, die gerade ein Anleiherückkaufprogramm über knapp 2 Milliarden Euro abgeschlossen hat, wird wieder am Bondmarkt aktiv, wie Reuters berichtete. Demnach will das Geldhaus eine Anleihe über 1,5 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren platzieren.

Rickmers verschafft sich Zeit

Die kriselnde Rickmers Gruppe hat sich mit einer Kreditverlängerung Zeit gekauft. Das Unternehmen hat eine vorfällige Laufzeitverlängerung eines „bedeutenden Teilvolumens“ von 520 Millionen US-Dollar (470 Millionen Euro) seines Kreditpakets „mit einer der wesentlichen Hausbanken“ vereinbart. Die Vereinbarung läuft bis in die Jahre 2020/2021, es handelt sich um Finanzierungsverträge für fünf Containerschiffe.

Weitere Finanzierungen

Der Sport- und Freizeitartikelhersteller Kettler will sein in Eigenverwaltung durchgeführtes Insolvenzverfahren zum 1. April beenden. Der Geschäftsbetrieb könne anschließend uneingeschränkt weiterlaufen. Auch die Gläubigerversammlung habe dem Insolvenzplan bereits Ende Februar zugestimmt. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge, der sich auf unternehmensnahe Kreise beruft, könne das Land Nordrhein-Westfalen für Kettler bürgen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Sommer Insolvenz anmelden müssen. In der Folge wurde unter anderem die Fahrradsparte veräußert. Zudem wurden 200 Mitarbeiter entlassen.

Das Beratungsunternehmen One Square Advisors hat die Deutsche Private Placement Plattform (DPPP) gegründet. Darüber sollen künftig Mittelstandsanleihen begeben werden, die sich am Standard von High-Yield-Bonds orientieren. Die DPPP als Netzwerk institutioneller Investoren kann Finanzierungen bis zu 150 Millionen Euro bei ihren Mitgliedern platzieren.

Die Online-Kreditplattform Funding Circle erhält rund 190 Millionen Euro frisches Kapital aus dem SME Income Fund. Der Fonds ist an der Londoner Börse gelistet und stellt exklusiv Kapital für die Kreditvergabe über Funding Circle bereit, die sich auf Großbritannien und die USA konzentrieren soll. In den Fonds haben unter anderem Vermögensverwalter und Pensionsfonds investiert, wie Funding Circle mitteilte. Auch in Deutschland, Spanien und den Niederlanden werden Kredite vergeben.

Das Unternehmen Jungheinrich plant einen Aktiensplit im Verhältnis 1:3. In diesem Zuge soll jeder Anteilseigner je gehaltener Aktie drei weitere neue erhalten. Damit steigt die Aktienanzahl auf 102 Millionen.

Joh. Friedrich Behrens hat seine Anleihe vollständig zurückgezahlt, teilte der Hersteller von Druckluftnaglern und Befestigungselementen mit. Die Inhaberschuldverschreibung wurde 2011 mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro begeben. Mit zwei freiwilligen Umtauschangeboten mit Barkomponenten wurde die Anleihe teilweise bereits vorzeitig refinanziert.

Die Accu Holding AG plant eine Kapitalerhöhung. Das Unternehmen für industrielle Garne und Oberflächentechnologie will bis zu rund 1,3 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 11,50 Schweizer Franken ausgeben. Außerdem sollen im Zuge der Kapitalerhöhung Darlehen im Umfang von 5,4 Millionen Schweizer Franken in Aktienkapital gewandelt werden. Die Holding der Accu Gruppe wäre eigenen Angaben zufolge damit frei von verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Dritten.

In einer zusätzlichen Investitionsrunde hat Swiss Cosmeceuticals weitere 5 Millionen Schweizer Franken eingesammelt. Die BSI Capital Group hat die Mittel in die auf 10 Millionen Schweizer Franken begrenzte Wandelanleihe mit einer Laufzeit bis 2019 investiert. Das eingenommene Geld will Swiss Cosmeceuticals für die weitere Expansion verwenden.

Der Mediendienstleister Wige Media hat eine Kapitalerhöhung vollständig platziert. Der Bruttoemissionserlös liegt bei etwa 3,3 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Damit wurde die Ende Februar angekündigte Kapitalerhöhung abgeschlossen.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Bonitätsnote des Chemiekonzerns BASF von A+ auf A gesenkt. Der Ratingausblick ist stabil. Als Begründung nennen die Analysten die schwächeren Branchenbedingungen bei Rohstoffchemikalien sowie die gefallenen Öl- und Gaspreise, unter denen zwei der fünf BASF-Sparten leiden.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.