Finanzierungen: Dürr, KTG Agrar, MT Energie

Dürr

25.08.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Dürr, KTG Agrar, MT Energie

Vom Markt der Mittelstandsanleihen: Dürr kündigt frühzeitig eine Mittelstandsanleihe. KTG Agrar bietet den Anlegern einen Anleiheumtausch an und MT Energie reißt voraussichtlich wieder die Covenants. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Dürr kündigt Mittelstandsanleihe frühzeitig

Zum 28. September 2014 wird Dürr eine 2010 begebene Mittelstandsanleihe zum frühestmöglichen Termin kündigen. Die Rückzahlung erfolgt zu 100 Prozent gemäß den Anleihebedingungen. Die verfrühte Rückzahlung kommt jedoch nicht überraschend. Bereits im Frühjahr hatte Dürr bei der Emission einer Euro-Anleihe angekündigt, einen Großteil des Emissionserlöses dazu nutzen zu wollen, die bestehende Mittelstandsanleihe abzulösen. Es ist ein weiterer Baustein der umfassenden Refinanzierung des Maschinen- und Anlagebaukonzerns. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass die neue Euro-Anleihe mit einer Effektivverzinsung von 3,085 Prozent deutlich günstiger sei als die ältere Mittelstandsanleihe. Das gekündigte Papier hätte eine Laufzeit bis 28. September 2015 gehabt.

KTG Agrar bietet Anleiheumtausch an

Das Landwirtschaftsunternehmen KTG Agrar will eine neue Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von bis zu 50 Millionen Euro begeben. Das Papier mit einer Laufzeit von fünf Jahren soll mit 7,25 Prozent verzinst werden. Anleger, die eine 2015 fällig werdende Mittelstandsanleihe des Unternehmens halten, können ihre Papiere in die neue Anleihe umtauschen. Die ältere Anleihe ist mit 6,75 Prozent etwas günstiger verzinst. Die Umtauschfrist läuft vom 18. August 2014 bis 24. September 2014. KTG Agrar hat noch eine weitere laufende Mittelstandsanleihe, die 2017 fällig wird. Auch dieses Papier ist mit 7,125 Prozent etwas geringer verzinst als die neue Mittelstandsanleihe.

KTG-Chef Siegfried Hofreiter muss den Gläubigern also einen höheren Kupon bieten als beiden letzten Emissionen. Das mag zum einen an den anhaltenden schlechten Nachrichten aus dem Markt für Mittelstandsanleihen liegen. Zum anderen kämpft das Landwirtschafsunternehmen mit einem hohen Schuldenberg. Die Nettoverbindlichkeiten lagen Ende 2013 bei 410 Millionen Euro.

MT-Energie reißt voraussichtlich Covenants

Der Biogasanlagenbauer MT-Energie wird voraussichtlich auch in diesem Jahr die Covenants seiner Mittelstandsanleihe reißen. In den Anleihe- und Kreditbedingungen hatte das Unternehmen mit seinen Gläubigern vereinbart, dass die Eigenkapitalquote 20 Prozent nicht unterschreiten darf. Den vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal zufolge ist die wirtschaftliche Eigenkapitalquote aber von 9,6 Prozent im Vorjahr auf nur noch 3,3 Prozent zum 30. Juni 2014 geschrumpft. Das Nachrangkapital ist dabei schon mit eingerechnet, erklärt MT-Energie. Der Biogasanlagenbauer hat deshalb schon bei den Banken und dem gemeinsamen Vertreter der Anleihegläubiger, One Square Advisory, Waiver-Anträge gestellt.

Deutsche Leasingbranche wächst

Die deutsche Leasingwirtschaft konnte ihr Neugeschäft im ersten Halbjahr 2014 deutlich steigern. Die Leasinginvestitionen in Ausrüstungsgüter wuchsen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10 Prozent. Ursache für diesen starken Anstieg ist insbesondere das Neugeschäft im Fahrzeugleasing. „Aber auch das Maschinenleasing, das in den ersten drei Monaten noch stagnierte, ist im zweiten Quartal angelaufen und um 5 Prozent gewachsen“, erklärt Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Dabei teilen sich aber immer weniger Leasinggesellschaften das Geschäft untereinander auf. Informationen der Bundesfinanzaufsicht BaFin vom April zufolge sind derzeit noch 380 Leasinggesellschaften in Deutschland operativ tätig, im vergangenen November waren es noch rund 400 Leasinggesellschaften gewesen.

Aragon verändert Aktionärsstruktur

Institutionelle Investoren kaufen Aragon-Anteile der Lebensversicherung Axa. Das Aktienpaket konnte auf die neuen Fondsinvestoren auf Vermittlung des Aragon-Managements umplatziert werden. Die neue Aktionärsstruktur soll die Unabhängigkeit des Finanzdienstleiters verdeutlichen. „Kein Versicherungsunternehmen ist nun mit mehr als 1 Prozent am Aktienkapital der Aragon beteiligt", erläutert Dr. Sebastian Grabmaier, CEO von Aragon, den Aktionärswechsel. Axa hatte vor einiger Zeit noch mehr als 25 Prozent der Anteile des Finanzdienstleisters besessen. Bereits vor einer Kapitalerhöhung von Aragon im vergangenen Jahr hatte Axa einen Teil ihrer Aktien verkauft. Die Transaktion ist außerbörslich erfolgt. Nur zu einem geringen Maß wurde sie auch über die Börse vollzogen.

Weitere Finanzierungen

Der Hersteller medizinischer Schnelltests NanoRepro hat das Grundkapital um 290.000 neue Aktien, die auf den Inhaber lauten, erhöht. Der rechnerische Nennbetrag der Anteile liegt bei 1 Euro. Die Kapitalerhöhung soll der Finanzierung von Großaufträgen unter anderem in Jordanien und Kuwait und dem Wachstum in Schwellenländern dienen. Karma Pharmatech und drei weitere Investoren haben sich an der Kapitalerhöhung beteiligt.

Die Schweizer Immobiliengesellschaft Mobimo begibt eine Obligationenanleihe mit einem Volumen von 130 Millionen Schweizer Franken. Das festverzinste Papier hat einen Kupon von 1,875 Prozent p.a. und eine Laufzeit von zehn Jahren. Mit den eigensammelten Mittel löst Mobimo kurzfristige Finanzverbindlichkeiten ab und nutzt den Rest zur allgemeinen Finanzierung der Geschäftstätigkeit. Joint Lead Manager sind die Züricher Kantonalbank und die Credit Suisse. Das Unternehmen ist seit 2005 an der SIX Swiss Exchange notiert.

Die Volkswagen Bank hat drei neue Anleihen begeben. Zwei der Papiere haben eine Laufzeit von drei Jahren und ein Emissionsvolumen von 100 Millionen Euro bzw. 50 Millionen Euro. Eine zweijährige Anleihe hat ein Volumen von 500 Millionen Euro. Alle drei Papiere sind variabel verzinst.

DIC Asset plant eine weitere Unternehmensanleihe zu begeben. Das Unternehmen hat seit 2011 bereits zwei Anleihen platziert. Bankhaus Lampe und Citigroup sind als gemeinsame Konsortialführer mandatiert.

Die Wirtschaftskanzlei Noerr hat eigenen Angaben zufolge eine der größten Immobilienfinanzierungen dieses Jahres begleitet: Ein gemischtes Konsortium aus der Deutscher Hypothekenbank, BNP Paribas REIM Germany sowie der Bayerischen Versorgungskammer werden gemeinsam die Finanzierung des Leipziger Platz Quartiers in Berlin übernehmen. Das gesamte Volumen der zehnjährigen Finanzierung beläuft sich auf 600 Millionen Euro.

 

Noerr hat die Close Brothers Seydler Bank bei der am 21. August 2014 beschlossenen Bezugsrechtskapitalerhöhung des Fußballligisten Borussia Dortmund beraten. Bei vollständiger Durchführung der Kapitalerhöhung erwartet der BVB einen Bruttoemissionserlös von rund 114,4 Millionen Euro. Von den nach Kosten verbleibenden Mitteln will der Fußballverein rund 40 Millionen Euro zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten verwenden; die restlichen Mittel sollen als Liquiditätsreserve dienen.

Rating-Meldungen

Euler Hermes bestätigt das Rating der Scholz Holding mit der Note B. Der Ausblick bleibt positiv. Der Grund: Die Ratingagentur geht davon aus, dass es in den nächsten zwölf Monaten zu einem Rückgang der Verschuldung und zu einer besseren operativen Ertragskraft bei dem Schrottrecycler kommen wird.

Moody’s verbessert das Rating des Roboterherstellers Kuka von Ba3 auf Ba2 mit stabilem Ausblick. Als Grund dafür nennt die Agentur die solide Liquidität und die gute Kapitalstruktur des Unternehmens.

Der Versagungsvermerk des Wirtschaftsprüfers BDO für den Jahres- und Konzernabschluss 2013 von der Deutschen Forfait hat der Ratingagentur Scope zufolge keine Auswirkungen auf das CCC-Rating des Unternehmens. Das Rating bleibe “under review for a negative rating action”.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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