Der Energiekonzern EnBW hat eine neue Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit platziert.

EnBW/Uli Deck

19.10.20
Finanzierungen

Finanzierungen: EnBW, Freudenberg, Covestro

EnBW zapft den Bondmarkt an, Freudenberg platziert einen Schuldschein und Covestro führt eine Kapitalerhöhung durch – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

EnBW platziert zehnjährige Anleihe

Der Energiekonzern EnBW hat eine neue Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren und wird mit 0,25 Prozent verzinst. Als Joint Global Coordinators fungierten BNP Paribas und Natwest Markets. Joint Bookrunners waren DZ Bank, Helaba und MUFG.

Eigenen Angaben zufolge war die Platzierung vierfach überzeichnet. Dies ist die dritte Anleiheemission für EnBW im laufenden Geschäftsjahr. Anfang April hatte das Unternehmen eine Senioranleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro und Mitte Juni eine grüne Nachranganleihe über 500 Millionen Euro begeben. 

Freudenberg schließt Schuldschein ab

Das Technologieunternehmen Freudenberg hat ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 500 Millionen Euro abgeschlossen. Wie die beratende Kanzlei Linklaters (Federführung: Urs Lewens und Moritz Hechenrieder) mitteilt, ist die Transaktion in Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten unterteilt. Diese seien „mehrfach überzeichnet“ und „am unteren Ende der Vermarktungsspanne“ platziert worden, heißt es in der Mitteilung weiter. Weitere Details zur Transaktion sind nicht bekannt.

Covestro sichert sich frisches Kapital

Der Leverkusener Werkstoffhersteller Covestro hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Insgesamt sind 10,2 Millionen neue Aktien zu einem Preis von je 43,85 Euro im Rahmen eines Accelerated Bookbuildings bei institutionellen Investoren platziert worden. Der Bruttoemissionserlös beläuft sich demnach auf 447 Millionen Euro, womit Covestro einen Teil der angekündigten Übernahme der Beschichtungssparte des niederländischen Konkurrenten Royal DSM finanzieren will.

Die Kapitalerhöhung wurde durch die Joint Bookrunner BofA Securities, Citigroup und Credit Suisse durchgeführt und zusätzlich begleitet durch die Co-Bookrunner Banco Santander, Commerzbank, Deutsche Bank und Unicredit. Hengeler Mueller hat das Unternehmen bei der Transaktion rechtlich beraten.

Weitere Meldungen

Das Biotechnologieunternehmen Morphosys hat nicht-nachrangige, unbesicherte Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 325 Millionen Euro platziert. Wie das Unternehmen mitteilt, laufen die Schuldverschreibungen bis 2025, der Zinskupon liegt bei 0,625 Prozent und der Wandlungspreis wurde auf 131,29 Euro festgelegt. Den Erlös aus der Emission will Morphosys für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Goldman Sachs International und JP Morgan agierten als gemeinsame globale Koordinatoren und Joint Bookrunners der Platzierung. Die Kanzlei Skadden (Federführung: Stephan Hutter und Katja Kaulamo) hat Morphosys bei der Transaktion rechtlich beraten.

Der Property-Management-Dienstleister Velero Immobilien hat eine Kapitalerhöhung im Rahmen einer Privatplatzierung für institutionelle Investoren gestartet. Insgesamt sollen rund 16,67 Millionen Aktien zu einem Preis von je 30 Euro angeboten werden. Zusätzlich besteht die Option, weitere 1,67 Millionen Aktien auszugeben. Der Bruttoerlös der Kapitalerhöhung läge demnach zwischen 500 und 550 Millionen Euro. Die Nettoerlöse will Velero für den Kauf weiterer Immobilienportfolios verwenden. Im Anschluss an die Kapitalerhöhung sollen die Aktien im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. Citigroup fungiert bei der Transaktion als Sole Global Coordinator und Joint Bookrunner zusammen mit Kempen & Co, Société Générale und Commerzbank als weitere Joint Bookrunner.

Der Immobilieninvestor Peach Property hat eine unbesicherte Anleihe über 300 Millionen Euro begeben. Die Laufzeit liegt bei fünf Jahren und der Zinskupon bei 4,375 Prozent. Parallel dazu führt der Immobilieninvestor eine Kapitalerhöhung über 200 Millionen Schweizer Franken (rund 186,4 Millionen Euro) durch. Diese wird im Rahmen einer Pflichtwandelanleihe umgesetzt, an der sich Ares Management Corporation mit 150 Millionen Franken und institutionelle sowie private Investoren mit 50 Millionen Franken beteiligen. Die Erlöse sollen zur Finanzierung weiterer Immobilienportfolios verwendet werden.

Der Immobilienprojektentwickler Pandion plant die Platzierung einer neuen Anleihe mit einem Zielvolumen von 50 Millionen Euro. Der Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 5,5 bis 5,75 Prozent verzinst. Die Erlöse aus der Emission sollen zum größten Teil für die weitere Finanzierung von Grundstücksankäufen und Projektentwicklungen sowie allgemeinen Unternehmenszwecken eingesetzt werden. Die IKB fungiert als Sole Lead Manager der Transaktion.

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, ein Produzent von Motoren- und Getriebeteilen, hat die Emission einer neuen Anleihe beschlossen. Der Bond soll in Form von Schuldverschreibungen im Volumen von bis zu 15 Millionen Euro platziert werden. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre und der Zinskupon liegt bei 6,5 Prozent. Das Angebot setzt sich aus einem öffentlichen Umtauschangebot, einem öffentlichen Angebot und einer Privatplatzierung zusammen, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Die Quirin Privatbank fungiert als Bookrunner der Privatplatzierung. Financial Advisor ist Lewisfield Deutschland. Der Emissionserlös soll für Investitionen in das weitere Wachstum sowie in neue Produkte bei Hybrid- und alternativen Antrieben und in Produkte der E-Mobilität verwendet werden.

Die Online-Apotheke Shop Apotheke Europe hat die vorzeitige Rückzahlung einer in 2023 fälligen Wandelanleihe über 135 Millionen Euro angekündigt. 5,2 Millionen Euro der Anleihe bleiben demnach ausstehend, wie das Unternehmen mitteilt. Die Inhaber der Anleihe können ihr Wandlungsrecht noch bis einschließlich 30. Oktober ausüben.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating der Containerreederei Hapag-Lloyd von B1 auf Ba3 heraufgestuft. Gleichzeitig änderte die Agentur den Ausblick von negativ zu stabil. Moody’s begründet dies damit, dass sich die Rentabilität und die Kreditkennzahlen von Hapag-Lloyd in der ersten Hälfte des Jahres 2020 trotz Coronakrise weiter verbessert hätten. Auch Standard & Poor’s hatte das Rating der Containerreederei in der vergangenen Woche um eine Stufe auf BB- mit positivem Ausblick angehoben.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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