Finanzierungen: Der Konsumgüterkonzern Henkel finanziert die Übernahme des Waschmittelherstellers Sun allein aus Fremdmitteln.

Henkel

27.06.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Henkel, MyBucks, Ferratum

Henkel finanziert einen Milliardendeal, MyBucks schließt seinen Börsengang ab und die neue Ferratum-Anleihe fällt kleiner aus als geplant – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Henkel finanziert M&A-Deal über 3,2 Milliarden Euro

Der Konsumgüterkonzern Henkel sichert sich eine M&A-Finanzierung über 3,2 Milliarden Euro für die Übernahme des US-Waschmittelherstellers The Sun Products Corporation. Der Kauf wird vollständig fremdfinanziert, obwohl Henkel über Nettoliquidität verfügt. Grund sind offenbar die niedrigen Zinsen am Markt. Deutsche Bank, J.P. Morgan und BNP Paribas stellen das Fremdkapital zur Verfügung.

MyBucks schließt Börsengang ab

Das Fintech MyBucks hat seinen Börsengang abgeschlossen. Investoren zeichneten sämtliche der 1 Million angebotenen Aktien zuzüglich der Mehrzuteilungsoption von 150.000 Aktien. Der Emissionserlös beträgt insgesamt 15,5 Millionen Euro. Der Ausgabepreis lag bei 13,50 Euro je Aktie. Zudem kann die Bank Hauck & Aufhäuser, die als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner agiert, noch eine Greenshoe-Option über 150.000 weitere Aktien ausüben. Ist das der Fall, wird der Streubesitz von MyBucks bei rund 19,3 Prozent liegen.

Ferratum-Anleihe fällt kleiner aus

Der Finanzdienstleister Ferratum hat seine Anleiheemission mit einem Erlös von 25 Millionen Euro abgeschlossen. Der Erlös bleibt damit weit hinter dem erhofften Betrag von 50 Millionen Euro zurück. CEO Jorma Jokela spricht von einem herausfordernden Kapitalmarktumfeld. Ein Grund für das geringere Volumen könnte jedoch auch die negative Berichterstattung sein, die es in den vergangenen Wochen gab. Die neue Anleihe wird mit 4,875 Prozent verzinst. Sole Global Coordinator der Transaktion war die ICF Bank.

Uniper soll im Herbst an die Börse

Die E.on-Sparte Uniper bereitet ihren Börsengang vor. Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtete, sei ein IPO schon im Herbst möglich. Allerdings hänge dies davon ab, ob Aktionäre Klage gegen die Abspaltung von Uniper erheben. Auf der E.on-Hauptversammlung haben einige Anteilseigner Widerspruch gegen die Konzernaufspaltung eingelegt.

Die Abspaltungspläne sehen vor, dass die E.on-Aktionäre für jeweils zehn E.on-Aktien eine Uniper-Aktie erhalten, was insgesamt rund 53 Prozent an Uniper entspricht. Die übrigen Anteile will E.on mittelfristig veräußern.

DREF platziert zweite Anleihe

Der Immobilieninvestor Deutsche Real Estate Funds (DREF) hat über die Tochtergesellschaft Deutscher Studenten Wohn Bond eine zweite Anleihe mit einem Volumen von 63,5 Millionen Euro begeben. Mit dem Erlös will das Unternehmen fünf Studentenwohnheime kaufen. Die Laufzeit der Anleihe beträgt sieben Jahre, der Zins liegt bei 4,5 Prozent jährlich. Zudem ist das Papier mit erstrangigen Buchgrundschulden besichert. Um die Zeichnung der Anleihe zu erleichtern, hat das Unternehmen eine  Emissionsplattform gegründet, die von Hauck & Aufhäuser Alternative Investment Services verwaltet wird. Bei der Emission wurde DREF durch die Wirtschaftskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Federführung von Thorsten Kuthe und Peter Zimmermann beraten.

Kinderspital Zürich platziert neue Anleihen

Das Kinderspital Zürich hat am Kapitalmarkt insgesamt 300 Millionen Schweizer Franken (rund 276 Millionen Euro) eingeworben. Das Unternehmen hat zwei Anleihen begeben. Die erste Tranche läuft über zwölf Jahre, hat ein Volumen von 200 Millionen Schweizer Franken und einen Zinssatz von 0,25 Prozent. Der  Ausgabepreis lag bei 100,385 Prozent. Die zweite Tranche, die mit 0,75 Prozent verzinst wird und über zwanzig Jahre läuft, hat ein Volumen von 100 Millionen Euro. Der Ausgabepreis lag bei 102,059 Prozent.

Weitere Finanzierungen

Ein Joint Venture des belgischen Logistikimmobilienentwicklers VGP und der Allianz Real Estate hat mit der Aareal Bank eine Finanzierung in Höhe von 368 Millionen Euro abgeschlossen. Der Kredit hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Die Mittel dienen zur Finanzierung eines Logistikimmobilienportfolios. Die betreffenden Objekte befinden sich an acht deutschen Standorten.  

Das Gewerbeimmobilienunternehmen WCM Beteiligungs- und Grundbesitz hat eine Sachkapitalerhöhung abgeschlossen. Mit dem Erlös wurde unter anderem der Erwerb eines Einzelhandelszentrums in Bayern finanziert. Die Kanzlei White & Case hat WCM unter Federführung von Gernot Wagner und Benedikt Gillessen beraten. Listing Agent für die Zulassung der zehn Millionen neuen Aktien war J.P. Morgan Securities.

Die Deutsche Börse hat die Corporate-Venture-Capital-Plattform DB1 Ventures gegründet, um stärker in Fintech-Startups zu investieren. Die Investitionsplattform soll auch bestehende Beteiligungen verwalten. Dabei soll der Fokus auf strategischen Beteiligungen liegen. Zuletzt hat die Deutsche Börse unter anderem in das Finanztechnologieunternehmen Digital Asset investiert, das auf Blockchain-Technologie zur Abwicklung von Transaktionen spezialisiert ist.

Der PE-Investor Gilde hat für die Übernahme des Schmuckhändlers Amor Gruppe eine syndizierte Finanzierung in Höhe von 145 Millionen Euro abgeschlossen. Der syndizierte Kredit teilt sich auf in einen Term Loan A mit einer Laufzeit von sechs Jahren in Höhe von 45 Millionen Euro, einen Term Loan B mit siebenjähriger Laufzeit und einem Volumen von 88 Millionen Euro sowie eine RCF-Finanzierung in Höhe von 12 Millionen Euro und einer Laufzeit von sechs Jahren. Als Underwriter und Bookrunner war die IKB tätig, die RBI agierte als Mandated Lead Arranger.

Die Deutsche Wohnen hat die Bedingungen für ihre 2021 fällige Wandelanleihe mit einem Volumen von 400 Millionen Euro angepasst. Der Wandlungspreis liegt nun bei 21,0106 Euro statt wie vorher bei 21,412 Euro. Das Wandlungsverhältnis wurde von 4.670,2783 Aktien je Anleihe auf nunmehr 4.759,5023 Aktien je Anleihe geändert.

Das auf Textil- und Lederveredlung spezialisierte Unternehmen Decheng Technology hat seinen angekündigten IPO mit einem Bruttoemissionsvolumen von rund 2,6 Millionen Euro abgeschlossen. Decheng hat 729.857 Aktien zu einem Preis von je 3,50 Euro platziert. Das Angebot umfasste allerdings insgesamt 3 Millionen Aktien, ursprünglich war ein Emissionsvolumen von 10,5 Millionen Euro. Das Unternehmen begründet dies mit der Marktunsicherheit rund um den Brexit und das allgemeine Misstrauen gegen China-Aktien.

Die Intelligent Repair Solutions Gruppe übernimmt das dänische Unternehmen Pierre.dk, das ebenfalls im Smart-Repair-Bereich für Automobile tätig ist. Finanziert wird der M&A-Deal von der NordLB und der BayernLB, die einen Konsortialkredit bereitstellen. Die Höhe ist nicht bekannt. Die Banken wurden durch die Kanzlei Noerr beraten, das Team leitete Andreas Naujoks. Das Mutterunternehmen von Intelligent Repair Solutions, die Schweizer Investorengruppe Ufenau Capital Partners, wurde durch die Kanzlei Bryan Cave unter Federführung von Tobias Fenck beraten.  

Das Fintech Savedroid, das für Privatpersonen eine App zum Geldsparen anbietet, hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1 Million Euro erhalten. Investiert haben unter anderem die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz, Business Angels wie Infosys Deutschland-Gründer Debjit Chaudhuri und Traxpay-Gründer Michael Rundshagen. Savedroid wurde dabei von der Kanzlei Bird & Bird unter Leitung von Stefan Münch beraten.

Ratingmeldungen

Moody’s hat mehrere Ratings des Chemiekonzerns BASF bestätigt. Eingeschlossen sind das A1-Rating für vorrangige unbesicherte Anleihen sowie das Rating von (P)A1 für unbesicherte mittelfristige Papiere. Auch das Prime-1-Rating für Commercial Paper wurde bestätigt. Moody’s bestätigte die Ratings infolge der Ankündigung, dass BASF den Oberflächenveredler Chemetall von Albemarle kauft.

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsbewertung der österreichischen Erste Group von Baa2 auf Baa1 mit stabilem Ausblick angehoben. Die Anpassung betrifft das Langfristrating für vorrangige Schulden sowie das Einlagenrating. Auch die Basiskreditrisikoeinschätzung hat sich von Ba1 auf Baa3 verbessert, das Kontrahentenausfallrisiko wurde von Baa1 auf A3 hochgesetzt. Die Finanzlage der Bank habe sich laut Moody’s nachhaltig verbessert.

Die Ratingagentur Moody’s hat das langfristige Unternehmensrating des Stromnetzbetreibers Amprion bei A3 bestätigt. Der Ausblick für das Rating ist stabil. Die Agentur geht davon aus, dass das Unternehmen von regulatorischen Rahmenbedingungen, genauer der Anreizregulierungsverordnung, profitieren kann.

Die Ratingagentur Creditreform hat die Bonitätsnote des Immobilienunternehmens Eyemaxx Real Estate von BB- auf BB verbessert. Der Ausblick ist stabil. Die Anpassung erfolgte im Rahmen der jährlichen Überprüfung.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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