Mann+Hummel tätigt erneut eine nachhaltige Transaktion: Der Autozulieferer platziert einen grünen Schuldschein über 150 Millionen Euro.

Mann+Hummel/benjamin stollenberg | fotografie

04.11.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Mann+Hummel, Tom Tailor, Diamontech

Mann+Hummel zapft den nachhaltigen Schuldscheinmarkt an, Tom Tailor hat seine neue Finanzierung festgezurrt, und Diamontech strebt an die Frankfurter Börse – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Mann+Hummel platziert grünen Schuldschein

Der Automobilzulieferer Mann+Hummel hat ein grünes Schuldscheindarlehen über 150 Millionen Euro begeben. Die Tranchen haben Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren und werden fix und variabel verzinst. BNP Paribas, ING und Unicredit haben die Transaktion arrangiert. Zertifiziert wurde der Schuldschein von der Nachhaltigkeitsagentur Sustainalytics.

Den Nettoemissionserlös will das Ludwigsburger Unternehmen zur teilweisen Refinanzierung der 2020 fälligen Tranche des Debütschuldscheins von 2015 verwenden. Linklaters (Federführung: Neil George Weiand) hat den Autozulieferer bei der Transaktion rechtlich beraten. Bereits 2017 hatte Mann+Hummel einen grünen Schuldschein platziert. Damals betrug das Volumen des Darlehens 400 Millionen Euro.  

Tom Tailor refinanziert sich

Das Modehaus Tom Tailor konnte nach langem Ringen die Refinanzierung festzurren. Das Unternehmen hat sich mit den Konsortialbanken und dem Mehrheitsaktionär Fosun auf eine Finanzierungsstruktur geeinigt. Tom Tailor erhält eine neue Kreditlinie über 375 Millionen Euro, die eine Kontokorrentlinie in Höhe von 145 Millionen Euro, eine Garantielinie über 160 Millionen Euro sowie ein Darlehen über 70 Millionen Euro enthält. Außerdem erhält das Unternehmen von Fosun ein Festdarlehen in Höhe von 28,5 Millionen Euro. Mit der Besiegelung der neuen Finanzierungsstruk-tur hat CFO Thomas Dressendörfer das Unternehmen verlassen. 

Diamontech kündigt Börsengang an

Das Medizintechnikunternehmen Diamontech plant die Durchführung eines IPOs im Prime Standard an der Frankfurter Börse. Vorbehaltlich der Kapitalmarktbedingungen soll der Börsengang innerhalb der nächsten drei Monate erfolgen, wie die Berliner mitteilten. Das geplante Angebot soll dabei aus neu ausgegebenen Aktien aus einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlage bestehen. Das Volumen der Kapitalerhöhung beträgt voraussichtlich rund 50 Millionen Euro. Zudem soll eine Mehrzuteilungsoption von 15 Prozent zur Verfügung stehen. Die Erlöse aus dem Börsengang will Diamontech unter anderem für die Produktentwicklung sowie für Marketing und Vertrieb verwenden. Die Main First Bank fungiert als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner der Transaktion.

Weitere Meldungen

Der Werkzeugmaschinenhersteller Joh. Friedrich Behrens stockt die im Frühjahr begebene Anleihe auf. Das Papier war mit einem Volumen von 20 Millionen Euro platziert worden und wird nun um 5 Millionen Euro aufgestockt. Die im Mai platzierte Anleihe läuft fünf Jahre und wird mit 6,25 Prozent verzinst.

Das Münchner Fintech-Start-Up IDnow hat sich in einer Finanzierungsrunde 40 Millionen Dollar (rund 36 Millionen Euro) gesichert. Das frische Wachstumskapital kommt von dem New Yorker Private-Equity-Investor Corsair Capital. IDnow, das KI-gestützte Identitätsprüfungstechnologien entwickelt, will die Investition für die Erweiterung seiner Produktpalette sowie für die Expansion in weitere Märkte in Europa verwenden.

Aurelius Equity Opportunities AB, eine Tochter der Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius, prüft in Abhängigkeit von den Marktbedingungen die Emission einer unbesicherten, nicht nachrangigen Anleihe in Höhe von bis zu 200 Millionen Euro. Der Bond soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben und variabel verzinst werden. Aurelius teilte mit, dass DNB Markets und Pareto Securities damit beauftragt wurden, ab dieser Woche Treffen mit Investoren zu arrangieren.  

Das Immobilienunternehmen Deutsche Industrie Reit hat die Durchführung einer Kapitalerhöhung beschlossen. Das Grundkapital der Gesellschaft soll durch die Ausgabe von bis zu 5,7 Millionen neuen Aktien auf bis zu 29,1 Millionen Euro erhöht werden. Bezugsberechtigt sind die bestehenden Aktionäre sowie die Inhaber der Wandelschuldverschreibungen 2019/2026. Aktionäre der Kapitalgesellschaft Obotritia sind zugelassen, insgesamt knapp 1,8 Millionen neue Aktien direkt zu zeichnen. Der Bezugspreis soll mindestens 16 Euro je Aktie betragen, das Bezugsverhältnis liegt bei 9:2. Die Transaktion wird von der ODDO BHF als Sole Global Coordinator und Joint Bookrunner sowie von der Baader Bank als Joint Bookrunner begleitet.

Der Aufsichtsrat von VST Building Technologies, einem Anbieter von Technologielösungen für den Hochbau, hat die geplante Kapitalerhöhung beschlossen. Insgesamt soll das Grundkapital des Unternehmens durch die Ausgabe von bis zu 252.000 neue Aktien auf bis zu 762.000 Euro erhöht werden. Der Angebotspreis wurde auf 39,00 Euro je Aktie festgelegt. Die Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen der Finanzierung des weiteren Wachstums von VST dienen.

Der europäische Debt Fund Apera und die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) haben die Kreditlinien zur Übernahme des Rollstuhlherstellers Meyra sowie des dänischen Wettbewerbers Alu Rehab durch HIG Europe, den europäischen Arm der gleichnamigen Private-Equity-Gesellschaft, bereitgestellt. Freshfields hat Apera und die Apobank bei der Finanzierung rechtlich beraten. Taylor Wessing beriet HIG.

Die Wochenblatt-Gruppe Ravensburg hat ein Crowd-Investing-Projekt gestartet. Das Medienunternehmen ist seit Anfang 2018 ein Beteiligungsunternehmen des Private-Equity-Investors Prolimity Capital Partners. Es soll sich dabei um eines der ersten Crowd-Investing-Projekte im Medien- & Small Cap Special-Situations-Umfeld handeln. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Fintech Crowd Desk entwickelt. Insgesamt sollen rund 500.000 Euro über das Crowd-Investing eingesammelt werden.

Der Oberflächenmesstechnikspezialist Nano Focus hat eine Kapitalerhöhung durchgeführt, durch die das Grundkapital der Gesellschaft auf rund 7,37 Millionen Euro erhöht wurde. Die Carl Mahr Holding zeichnete das gesamte Angebot über insgesamt 670.316 neue Aktien zu einem Bezugspreis von 1 Euro und erhöht damit ihre Beteiligung an Nano Focus auf 36 Prozent. Den Emissionserlös aus der Transaktion will das Unternehmen für die Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit verwenden.

Jung, DMS & Cie. Pool, eine Tochtergesellschaft des Finanzdienstleisters JDC Group, hat die Begebung einer besicherten Unternehmensanleihe über 25 Millionen Euro beschlossen. Der Bond soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben und mit 5,5 Prozent verzinst werden. Die Emission soll im Rahmen eines öffentlichen Angebotes, einer Privatplatzierung an qualifizierte Anleger und eines freiwilligen Umtauschangebotes erfolgen. Die Erlöse will das Unternehmen für die Refinanzierung der im Mai 2020 auslaufenden Anleihe sowie zur Finanzierung des weiteren Wachstums der JDC-Gruppe verwenden. Die BankM begleitet die Transaktion als Global Coordinator und Bookrunner.

Der Automobilzulieferer Schlote Holding plant, eine neue Anleihe über 25 Millionen Euro zu begeben. Der Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 6,75 Prozent verzinst. Die Quirin Privatbank begleitet die Transaktion als Sole Bookrunner. Als Financial Advisor fungiert Lewisfield Deutschland. Der Emissionserlös soll unter anderem für weitere Investitionen und zur Refinanzierung von Verbindlichkeiten verwendet werden.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Creditreform hat das Rating des Holzfaserplattenherstellers Homann Holzwerkstoffe von zuletzt B+ auf BB- verbessert. Grund für die Anhebung sei die insgesamt positive Geschäftsentwicklung, die durch eine verbesserte Ertrags- und Innenfinanzierungskraft sowie die solide Liquiditätslage des Unternehmens unterstützt wird, so Creditreform.

Standard & Poor's hat das Rating von Metro bei BBB- bestätigt. Die Agentur erwartet, dass der Großhandelskonzern seinen Umsatz in den kommenden beiden Geschäftsjahren steigern wird und seine Führungsposition in Europa beibehalten kann.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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