Die Veltins Arena auf Schalke ist 2019 abbezahlt. Die Anleiheschulden hat Schalke-Finanzchef Peter Peters jetzt dahinter gelegt.

Schalke 04

06.06.16
Finanzierungen

Schalke glättet sein Schuldenprofil

Mit zwei neuen Mittelstandsanleihen und der Rückzahlung der Fananleihe senkt Schalke-CFO Peter Peters die Zinslast des Bundesligaklubs erheblich. Trotzdem ist eine Ratinganhebung noch nicht in Sicht.

Der Fußballklub Schalke 04 wird im Fall einer erfolgreichen Anleiherefinanzierung mehr als 1 Million Euro im Jahr an Zinskosten sparen. Dies ergibt sich aus den jetzt von CFO Peter Peters vorgelegten Details zu den beiden neuen Anleihen, mit deren Erlösen der Finanzchef die eigentlich erst 2019 fällige Mittelstandsanleihe in Höhe von 50 Millionen Euro noch in diesem Sommer zurückführen will. Mit der Ankündigung dieses Schachzugs hatte Schalke vor drei Wochen den Kapitalmarkt überrascht. Eine neu aufgelegte fünfjährige Tranche über 25 Millionen Euro soll den Investoren zu einem Zinssatz von 4,25 Prozent angeboten werden, eine siebenjährige Tranche mit demselben Volumen zu 5,00 Prozent.

Für seine jetzige Mittelstandsanleihe bezahlt Schalke noch 6,75 Prozent an Zinsen. Daraus errechnet sich eine Zinsersparnis von mehr als 1 Million Euro pro Jahr, die CFO Peters für andere Zwecke einplanen kann. Wie auch die erste Mittelstandsanleihe werden die beiden neuen Schalke-Papiere von der Frankfurter Investmentboutique Equinet platziert.    

Schalke zahlt in Kürze auch die Fananleihe zurück

Was Peters mit der frühzeitigen Umschuldung aber vor allem erreicht, ist ein ausgewogeneres Fälligkeitenprofil. Bis 2019 muss der Klub noch die Restschulden aus seiner Stadionfinanzierung zurückzuführen – deren Tilgung belastet die Königsblauen derzeit noch mit einem höheren einstelligen Millionenbetrag pro Jahr. Auch der 25 Millionen Euro teure erste Bauabschnitt des Vereinsgeländes am Berger Feld, das gerade wächst, wird fremdfinanziert. Weitere Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Gelsenkirchen, die den Bau der Veltins Arena und den Ausbau des Vereinsgeländes mit Darlehen unterstützt hat, laufen laut Peters bis zum Jahr 2025.

Die Anleihen passen nun genau zwischen diese beiden wichtigen Daten: Eine Tranche wird 2021 fällig, die andere 2023. Ohne die vorzeitige Ablösung hätte Peters unmittelbar nach dem finanziellen Kraftakt, die Stadionschulden fristgerecht abzutragen, gleich auch noch 50 Millionen Euro an Anleiheschulden zurückzahlen müssen. Beide Ereignisse hätten 2019 angestanden.

Die Fälligkeitenstruktur ist nun entzerrt. Peters liegen eigener Aussage zufolge aber noch keine Signale von der Ratingagentur Creditreform vor, ob sich die neue Finanzierungsstruktur positiv auf das derzeitige Anleiherating von BB- auswirken wird.

In wenigen Wochen muss Schalke auch seine am 1. August auslaufende Fananleihe zurückzahlen. Deren Volumen beträgt 11 Millionen Euro. „Die dafür nötigen Gelder haben wir schon vor Monaten auf unserem Konto hinterlegt“, sagte Peters heute Vormittag bei einer Pressekonferenz in Frankfurt. Diese Tilgung spart Schalke weitere knapp 600.000 Euro Anleihezinsen pro Jahr.

Auch sonst entwickelt sich die wirtschaftliche Lage des Bundesligaklubs positiv. Im vergangenen Jahr erzielte Schalke einen Rekordumsatz von 264,5 Millionen Euro und einen Nettogewinn von mehr als 22 Millionen Euro.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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