Mit einem High-Yield-Bond über 1 Milliarde Euro will Schaeffler Teile seiner Bankverbindlichkeiten ablösen.

Schaeffler

22.04.13
Finanzierungen

Schaeffler: High-Yield-Bond löst Kredit ab

Schaeffler ordnet seine Finanzen neu: Mit einem heute angekündigten High-Yield-Bond im Volumen von rund 1 Milliarde Euro will der Automobilzulieferer Teile seiner Bankverbindlichkeiten ablösen. CFO Klaus Rosenfeld könnte damit die Fremdkapitalkosten des Unternehmens weiter reduzieren.

Mit einem Zielvolumen von 1 Milliarde Euro zählt der geplante High-Yield-Bond von Schaeffler zu den größten Transaktionen der vergangenen Monate. CFO Klaus Rosenfeld will damit die Finanzierung des Konzerns neu aufstellen und die drückende Zinslast weiter reduzieren. Der Erlös aus dem geplanten Bond in Euro und US-Dollar mit Laufzeiten von fünf und acht Jahren soll einen Teil der laufenden Bankkredite vorzeitig tilgen. Schaeffler will den Bond bei institutionellen Investoren platzieren. Das Emissionsvolumens und die Konditionen sollen in den kommenden Tagen feststehen. Das verbleibende Kreditvolumen will Schaeffler refinanzieren – einer Unternehmensmitteilung zufolge „zu verbesserten Konditionen bei gleichzeitiger Verlängerung der Laufzeiten. Für das Unternehmen, das 2012 einen Umsatz von 11,1 Milliarden Euro und ein Ebit von 1,4 Milliarden Euro erzielte, würde das sinkende Zinskosten und ein besseres Fälligkeitsprofil bringen.

Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres war die größte Kredittranche über knapp 2,5 Milliarden Euro sowie die revolvierende Kreditlinie im Januar 2015 fällig, beide verzinst mit 4 Prozent über Euribor. Weitere rund 1,5 Milliarden US-Dollar sowie rund 1 Milliarde Euro waren fällig gestellt bis Ende Januar 2017 (Details siehe Tabelle).

Refinanzierung ist Langzeitprojekt des CFO

Für CFO Klaus Rosenfeld ist die Refinanzierung von Schaeffler ein Dauerthema. Er muss durch die Kapitalmarktinstrumente vom hohen Zinsberg der Gruppe herunterkommen. Die Verfassung der High-Yield-Märkte hilft ihm dabei: Im Geschäftsjahr 2012 bereits hatte die Finanzabteilung an einer Diversifizierung der Finanzierungsquellen gearbeitet, die Netto-Finanzschuldung lag zum Ende des Jahres bei 6,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,1 Mrd. Euro). Dennoch hatte das Unternehmen Nach wie vor einen Verschuldungsgrad im Verhältnis zum Ebitda von 3,2 – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr (3,0). Allerdings ist die Holdinggesellschaft von Schaeffler, in der ein Teil der Schulden aus der Conti-Übernahme liegt,  ebenfalls noch stark belastet. Trotz des starken Geschäftsmodells rechnet die Ratingagentur Moody’s deshalb nicht mit einem schnellen Schuldenabbau und erteile den neuem Bonds ein Ba3.

Schaeffler hatte zum Ende des Geschäftsjahres 2012 Bonds im Nominalwert von rund 1,5 Milliarden Euro sowie 1,1 Milliarden US-Dollar ausstehen (Näheres in der Grafik). Das Unternehmen hatte bereits im Februar 2012 Anleihen über 2 Milliarden Euro platziert. Diese lösten einen Teil der Finanzierung des im vergangenen Jahr geschlossenen Pakets über ursprünglich 8 Milliarden Euro ab. Im Zuge dieser Refinanzierung war auch das Bankenkonsortium von vier auf acht Banken erweitert worden.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de