Innogy setzt eine weitere Belohnung für Hinweise auf die Täter des Säureattentats auf CFO Bernhard Günther aus.

Innogy

09.06.20
Wirtschaft

Höhere Belohnung nach Säureattentat auf Innogy-CFO

Vor zwei Jahren wurde Innogy-CFO Bernhard Günther Opfer eines Säureattentats. Da die Täter noch immer nicht gefasst wurden, erhöht Innogy jetzt die Belohnung für Hinweise.

Zwei Jahre nach dem Säureattentat auf Innogy-CFO Bernhard Günther setzt der Energiekonzern eine Belohnung von bis zu 100.000 Euro für Hinweise auf die Täter aus. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. „Ich will wissen, wer dahinter steckt und was die Hintergründe sind. Das würde mir und meiner Familie helfen, das Erlebte seelisch zu bewältigen und damit abzuschließen“, sagte Günther der „Bild“-Zeitung.

Im Herbst 2018 waren bereits 80.000 Euro für Hinweise auf die Täter ausgelobt worden. Der CFO war im März 2018 beim Joggen in der Nähe seines Wohnhauses in Düsseldorf von zwei Vermummten angegriffen und mit Säure übergossen worden. Günther erlitt schwere Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Die Polizei stellte ihre Ermittlungen nach einigen Monaten mangels weiterer Ansätze ein. Daraufhin setzte Innogy die erste Belohnung aus, zudem engagierte CFO Günther eine private Sicherheitsfirma.

Zusätzlich zu der höheren Belohnung sollen von heute an hunderte Fahndungsplakate in Düsseldorf und Köln aufgehängt werden, auch im Rotlicht-Milieu. Früheren Vermutungen zufolge könnten die Täter dort angeheuert worden sein. Günther selbst hatte in der Vergangenheit gegenüber dem „Handelsblatt“ den Verdacht geäußert, ein ehemaliger persönlicher Konkurrent könnte den Auftrag für das Attentat erteilt haben.

Säureattentat: Verdächtiger kam frei

Ein Verdächtiger in dem Fall war im vergangenen Herbst vorübergehend inhaftiert worden, nach vier Wochen wurde der Haftbefehl aber wieder aufgehoben. Es liege kein dringender Tatverdacht vor, hieß es damals.  

Zusätzlich kritisierte das Gericht, dass der Verdächtige nicht zweifelsfrei identifiziert werden konnte. Die private Sicherheitsfirma habe Günther ein Foto des Verdächtigen gezeigt, bevor Günther diesen bei der Polizei identifizierte. Das könnte das Opfer beeinflusst und seine Erinnerung an den Täter „überschrieben“ haben, so die Kritik.

CFO Günther wird Innogy verlassen

Beruflich kehrte der Finanzchef nach dem Überfall recht schnell auf die Bühne zurück: Schon zwei Monate nach dem Attentat übernahm Günther wieder seine Finanzaufgaben bei Innogy. Bei dem Unternehmen war zwischenzeitlich die Übernahme durch E.on angelaufen.

Im Dezember 2019 kündigte der Finanzvorstand an, dass er den Energiekonzern nach der Verschmelzung verlassen wird. Wohin es ihn dann zieht, ist noch nicht bekannt. Zuletzt wurde Günther als Aufsichtsrat in die Gremien von ThyssenKrupp und Uniper berufen.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de

Erfahren Sie mehr zur Vita und der Karriere von Bernhard Günther auf seinem FINANCE-Köpfe-Profil.