Afinum kauft Angel-Plattform Fishing-King
Afinum hat einen neuen Deal im wahrsten Sinne des Wortes an Land gezogen: Der Private-Equity-Investor übernimmt Fishing-King, eine E-Learning-Plattform für den Angelschein. Das Kölner Unternehmen wurde 2009 gegründet und bietet spezielle Onlinekurse an. Fishing-King ist zudem nach eigenen Angaben als Plattform in der Angelgemeinschaft gut vernetzt und führt unter anderem einen Youtube-Kanal. Der Gründer Hubertus Massong sowie das bestehende Managementteam bleiben auch nach der Transaktion an Bord.
Gemeinsam mit Afinum will Fishing-King Services für den nachhaltigen Angelspot ausbauen. Dazu gehört unter anderem ein Webshop für Angelausrüstung. Des Weiteren wollen die Kölner in den bestehenden Kernmärkten weiter Fuß fassen sowie in neue Märkte expandieren. Auch angrenzende Produktsegmente will das Unternehmen erschließen. Die Transaktion hat eine regionale Volksbank finanziert. Die Bank ließ sich dabei von Renzenbrink & Partner beraten. Die Gründer erhielten Unterstützung von der M&A-Beratung Carlsquare.
Altor Equity Partners schnappt sich Kaefer
Altor Equity Partners und der Anlagenbauer SMS sichern sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung 50 Prozent der Anteile an Kaefer Isoliertechnik. Kaefer bietet Dienstleistungen und Lösungen rund um die Isolation für Industriekunden an. Das Familienunternehmen hat seinen Hauptsitz in Bremen und betreibt nach eigenen Angaben mehr als 80 Tochtergesellschaften mit insgesamt 30.000 Mitarbeitern weltweit. Der jährliche Umsatz von Kaefer beträgt laut Altor rund 1,8 Milliarden Euro.
Die restlichen 50 Prozent der Anteile verbleiben in Familienhand. Altor will für Kaefer unter anderem zukaufen, SMS hingegen will mit dem Zukauf das eigene Portfolio erweitern. Außerdem wollen die Unternehmen in Bereichen wie der Dekarbonisierung oder der Digitalisierung zusammenarbeiten. Die Behörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Altor und SMS wurden bei der Transaktion von Freshfields beraten.
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KKR steigt bei Supply-Chain-Firma Körber ein
KKR beteiligt sich minderheitlich an der Supply-Chain-Software-Firma Körber. Das Unternehmen ist auf Lagerverwaltungssoftware spezialisiert und beschäftigt nach eigenen Angaben über 1.300 Mitarbeiter. Mit dem Kapital des Finanzinvestors will Körber verbesserte End-to-End-Lösungen auf den Markt bringen und dadurch zum Marktführer in dem Segment aufsteigen. Wachstum soll organisch sowie über M&A entstehen. Die Transaktion finanziert KKR aus dem fünften europäischen Flagship Private-Equity-Fonds, der 5,8 Milliarden Euro schwer ist. Die Behörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Latham & Watkins hat Körber beim Anteilsverkauf beraten.
Weitere Private-Equity-Deals
Permira schießt über das Ziel hinaus: Wie die PE-Gesellschaft bekanntgibt, wurde der zweite „Permira Growth Opportunities“-Fonds mit Kapitalzusagen von insgesamt 4 Milliarden US-Dollar geschlossen. Damit übertrifft der Fonds aufgrund der starken Investorennachfrage sein ursprüngliches Ziel von 2,5 Milliarden Dollar und erreichte seinen Hard-Cap, also die obere erwartete Schwelle an Kapitalzusagen. Der Fonds baut auf Permiras Strategie, sich auf Technologie- und Digitalinvestitionen zu fokussieren, auf und ist doppelt so groß wie sein Vorgänger. Permira Growth Opportunities II ist bereits mit vier Unternehmen eine Partnerschaft eingegangen: AllTrails, Carta, mParticle und Sysdig.
Schwind eye-tech-solution hat einen neuen Mehrheitseigner: Adagia Partners. Der Mid-Market-Private Equity-Investor übernimmt die Beteiligung an dem international tätigen Augenlaserspezialisten von Ardian. Über Details wurde Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Der Vorstand Rolf Schwind bekommt weitere Management-Power zur Seite gestellt. Domenic von Planta steigt bei Schwind als COO und Dirk Rosenlöcher als CFO ein.
Der Berliner Finanzinvestor Capiton übernimmt im Rahmen einer Carve-out-Transaktion die Mehrheit an der Betonbau-Gruppe von der Schwenk-Gruppe. Das nötige Kapital für die Investition in den laut Capiton-Partner Christoph Spors „echten Hidden Champion mit einem starken technologischen Fußabdruck“ hat der Finanzinvestor aus dem jüngst geschlossenen, 504 Millionen Euro schweren Capiton VI Fonds. Mit Capiton zusammen will Betonbau seine Expansion vorantreiben. Dazu gehörten etwa der Aufbau neuer, wachstumsstarker Segmente sowie Akquisitionen, erklären die Betonbau-Geschäftsführer Thomas Sachers und Volker Ernst. Schon jetzt ist das Unternehmen nach eigenen Angaben der größte deutsche Anbieter für schlüsselfertige technische Stationen wie Umspannwerke für Stromnetze, E-Ladeinfrastruktur und Point of Presence-Stationen für Telekommunikationsnetze. Beraten wurde Capiton unter anderem von BMH Bräutigam, Ashurst, BET, Deloitte, EY, Lincoln International, Marsh und Tauw.
Paragon Partners gründet ein Joint Venture: Der PE-Investor übernimmt 55 Prozent an KME Special, dem Marktführer für Gießereiformen, von der KME SE. Diese behält einen Anteil von 45 Prozent an dem neu gegründeten Gemeinschaftsunternehmen und soll das Wachstum von KME Special weiterhin unterstützen. Aktuell kommt der Industriekonzern aus Osnabrück auf einen Jahresumsatz von 300 Millionen Euro. Latham & Watkins (Federführung: Ingo Strauss, Heiko Gotsche) haben Paragon beraten.
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Und mit den drei Add-On Transaktionen der deutschen Anbieter Cognostics und macio sowie der polnischen Divante erweitert der Digital- und Cloud Service-Anbieter Cloudflight seine Bereiche Digitalisierung, Human Machine Interface, IIoT, E-Commerce und KI-basierter Softwarelösungen. Cloudflight gehört zum Portfolio des DBAG Fund VII und hat Shearman & Sterling als Rechtsberater für das Akquisitions-Triplett beauftragt.
Emeram schiebt das Portfoliounternehmen Boards & More in einen neuen Fonds. Bei dem neuen Investmentvehikel handelt es sich um einen eigens für das Portfoliounternehmen aufgesetzten Single-Asset-Continuation-Fonds. Boards & More vertreibt hauptsächlich Ausrüstung für Kitesurfing, Windsurfing und Stand-up-Paddling. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen ist seit 2013 Teil des Emeram-Portfolios und hat seinen Umsatz seitdem vervierfacht, die Mitarbeiterzahl hat sich auf 180 verdoppelt. Darüber hinaus hat das Unternehmen neue Marken und Produkte entwickelt. Im April dieses Jahres tätigte Emeram mit Sqlab auch ein Add-on für Boards & More. Die Transaktion wurde von Coller Capital geleitet. Raymond James agierte als Finanzberater für Emeram, P+P Pöllath + Partners als Rechtsberater. Akin Gump und Flick Glocke Schaumburg berieten Coller Capital.
Aus zwei mach eins: Die Hannover Finanz schließt die Portfoliounternehmen Köhler Automobiltechnik und Hubert Schlieckmann zur Köhler Group zusammen. Beide Firmen sind seit über 15 Jahren im Portfolio der Hannoveraner. Durch den Zusammenschluss sollen Vertriebssynergien gehoben und weitere Wachstumschancen genutzt werden. Der Schwerpunkt des fusionierten Unternehmens, das mit 570 Mitarbeitern auf einen Jahresumsatz von 109 Millionen Euro kommt, liegt auf der Metallumformung für die Bereiche Leichtbau und Elektromobilität.
Verdane übernimmt Innonature. Das Hamburger Unternehmen wurde 2016 von Julia und Gil Lang gegründet und ist auf Nahrungsergänzungsmittel, Superfoods und Naturkosmetik spezialisiert, die über den eigenen Online-Shop vertrieben werden. Innonature beschäftigt nach eigenen Angaben 35 Mitarbeiter. Für 2021 erwartet das Unternehmen einen Umsatz in „deutlich“ zweistelliger Millionenhöhe, was Verdane zufolge einer Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Gründer bleiben auch nach dem Verkauf am Unternehmen beteiligt und leiten das Tagesgeschäft weiterhin. Künftig will Innonature in neue Märkte expandieren und das Produktportfolio stärken. Verdane erhielt bei der Übernahme Unterstützung von White & Case.
Hg Capital sichert sich 60 Prozent der Anteile an der Maklerfirma Fonds Finanz. Verkäufer sind die Eigentümer Norbert Porazik und Markus Kiener. Sie halten die restlichen Anteile und bleiben weiterhin als Geschäftsführer an Bord. Künftig will sich Fonds Finanz an anderen Firmen beteiligen, um das Angebot für die Vertriebspartner auszubauen und neue Technologien einzuführen. Latham & Watkins hat Hg Capital bei der Übernahme beraten. Fonds Finanz beschäftigt 420 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2020 eine Gesamtleistung von knapp 193 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis (Ebit) belief sich in dem Zeitraum auf 7,1 Millionen Euro.
H.I.G. Capital kauft ein Add-on für das Portfoliounternehmen Infratech. Wie der Finanzinvestor mitteilte, übernimmt er Comcross, einen Anbieter im Bereich digitale Kommunikationsinfrastruktur. Die Services von Comcross sind komplementär zu denen des Glasfaserspezialisten Infratech, so dass sich die beiden Unternehmen gut ergänzen. Comcross hat seinen Sitz im baden-württembergischen Leonberg und wurde 2013 von Vladimir Suznjevic, Markus Wiedenmayer und Daniela Theiner gegründet. Die Gründer haben sich an der Transaktion rückbeteiligt und bleiben weiterhin Teil des Führungsteams. Die Behörden müssen der Transaktion noch zustimmen.
VR Equitypartner und BayernLB Private Equity verkaufen ihre Beteiligung an der GHM Holding an Genui. Das Remscheider Unternehmen ist im Bereich Mess- und Regeltechnik aktiv und hat Standorte in Deutschland und Italien. VR Equitypartner war 2013 bei dem Unternehmen eingestiegen und hatte seitdem zwei Add-ons in Italien getätigt. VR Equitypartner erhielt bei dem aktuellen Deal Unterstützung von Stephens, Warth & Klein Garnt Thornton und Noerr.
Private-Equity-Personalia
Beförderungen bei Bregal Unternehmerkapital: Zum Jahresstart steigen gleich drei Investmentmanager bei dem Finanzinvestor auf. Felix Werdin ist ab Januar Partner, Norbert Heller wird Director und Alexandra Stagl steigt zur Senior Investment Managerin auf. Werdin ist seinem Linkedin-Profil zufolge seit Juni 2015 für Bregal tätig und arbeitete zuvor bei JP Morgan und Towerbrook Capital Partners. Auch Heller ist seit 2015 bei dem Finanzinvestor aktiv und zählt zu seinen früheren Stationen Quadriga Capital und die Boston Consulting Group. Stagl ist seit November 2019 bei Bregal und war davor bei der DPE Deutsche Private Equity, Morgan Stanley und Oakley Capital tätig.
Gordon Riske wird ab Januar 2022 neuer Operating Advisor bei dem Finanzinvestor Clayton, Dubilier & Rice (CD&R). In dieser Funktion soll er unter anderem neue Deals für den Finanzinvestor initiieren. Riske ist seit 2007 Vorstandsvorsitzender des Gabelstaplerherstellers Kion und beendet seine Tätigkeit dort rund ein halbes Jahr früher als vorgesehen, um zu CD&R zu wechseln.
Das bewegt den Private-Equity-Markt
Ein höherer Fremdkapitaleinsatz um die Renditen zu steigern, ist für Private Equity kein neuer Ansatz. Das „Global Private Equity Barometer“ von Coller Capital offenbart nun eine weitere Möglichkeit, die Erträge aus den Investments zu erhöhen: Mitarbeiter in Portfoliounternehmen sollen finanzielle Anreize erhalten. Das glaubt zumindest knapp die Hälfte der von Coller Capital befragten Limited Partners. Lediglich 6 Prozent der Befragten vertritt die Meinung, eine Ausweitung der Mitarbeiteranreize sei schlecht für die Renditen.
Das Barometer hat zudem ein Stimmungsbild zu GP-led Secondaries eingefangen. Der Studie zufolge glaubt eine Mehrheit der Limited Partners, dass Fortführungsfonds das System privater Märkte stärken. Doch es gibt auch Gegenstimmen im LP-Lager: Eine „beträchtliche“ Minderheit ist der Ansicht, dass die neuen Strukturen das traditionelle Modell einer zehnjährigen Laufzeit von Private-Equity-Fonds untergraben könnten. Grundsätzlich erwarten die Befragten in den kommenden Monaten ein weiteres Anziehen des Sekundärmarktes.
Private-Equity-Gerüchteküche
Offenbar hat der VfB Stuttgart einen millionenschweren Deal mit Bregal abgesagt. Wie die „Bild“ berichtete, soll der Finanzinvestor 40 Millionen Euro für 11,75 Prozent der Anteile an dem Fußballklub geboten haben. Zudem wollte Bregal dem Bericht zufolge weitere 60 Millionen Euro als Kredit zur Verfügung stellen. Die Parteien sollen sogar schon im Frühjahr eine Absichtserklärung für die Transaktion unterzeichnet haben, doch letztlich seien die Pläne gescheitert.
olivia.harder[at]finance-magazin.de
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