Claus-Peter Wagner (links) wird neuer Leiter Assurance Financial Services für die Region EMEIA, Thomas Griess (rechts) folgt auf ihn als Leiter Financial Services Deutschland.

EY

12.07.19
Banking & Berater

EY besetzt Financial-Services-Führung neu

Ernst & Young bekommt einen neuen Leiter für die Financial Services in Deutschland: Das Eigengewächs Thomas Griess übernimmt den Posten von Claus-Peter Wagner, der in die Region EMEIA wechselt.

Beförderung für Claus-Peter Wagner: Der bisherige Leiter des Bereichs Financial Services in Deutschland bei EY ist in die Region EMEIA (Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika) gewechselt und leitet nun den gesamten Bereich Assurance Financial Services.

Der 55-Jährige hatte seit 2008 in seiner Position als Managing Partner die Financial-Services-Sparte in Deutschland geführt. In dieser Rolle habe der gelernte Bankkaufmann das Geschäftsfeld EY zufolge „sehr erfolgreich entwickelt“. Die Umsätze mit der Prüfung und Beratung von Finanzdienstleistern konnten demnach „um ein Vielfaches gesteigert werden“.

Seine Karriere startete Wagner als Prüfungsassistent bei der US-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen. Vor mehr als 20 Jahren wechselte Wagner dann zu EY, wo er im Jahr 2003 zum Partner befördert wurde.

Griess folgt bei EY Financial Services auf Wagner

Für Wagner hat das Big-Four-Haus auch schon einen Nachfolger präsentiert: Seinen Posten übernimmt Thomas Griess. Der 54-jährige Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ist ein EY-Eigengewächs: Im Jahr 2000 wurde er zum Partner ernannt, sechs Jahre später übernahm er die Leitung der Transaktionsberatung innerhalb der Financial-Services-Sparte in Deutschland sowie des Transaction Support Services in EMEIA.

Sein Schwerpunkt lag auf Jahresabschluss- und Sonderprüfungen sowie der Due Diligence. Zudem beriet Griess Banken bei ihrer Portfolioallokation, bei Integrationen sowie bei Carve-outs.

EY profitiert von der Prüferrotation

Die Sparte Financial Services umfasst bei EY die Prüfung und prüfungsnahe Beratung von Banken, Versicherungsnehmern, Vermögensverwaltern und Finanzdienstleistern. Im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 erwirtschafteten die 1.600 Mitarbeiter in diesem Bereich einen Umsatz in Höhe von 200 Millionen Euro. Zudem konnte EY in diesem Segment wichtige Prüfungsmandate an Land ziehen – unter anderem die Deutsche Bank, die Commerzbank, die Münchener Rück sowie Helaba und KfW.

Der Grund für die neuen Mandatszugewinne ist die verpflichtende Abschlussprüferrotation, wegen der kapitalmarktortientierte Unternehmen und Finanzinstitute ihre Prüfmandate alle zehn Jahre neu ausschreiben müssen. Während die Unternehmen den alten Prüfer erneut für maximal zehn Jahre wählen dürfen, müssen Banken und Versicherungen den Prüfer auch tatsächlich wechseln – mit ein Grund dafür, warum derzeit vor allem bei den Geldinstituten viele Mandate frei werden.

EY hat namhafte Dax-Mandate gewonnen

Doch nicht nur im Finanzdienstleistungsbereich konnte das Big-Four-Haus von der Prüferrotation profitieren: Viele Dax-, MDax- und SDax-Unternehmen haben EY mandatiert, unter anderem Lufthansa und Volkswagen, ProSiebenSat.1 oder Krones.

Die Erfolge in der Prüfung und prüfungsnahen Beratung treiben auch den Gesamtumsatz des Big-Four-Hauses: Im vergangenen Geschäftsjahr betrug die Gesamtleistung des Beratungshauses 2 Milliarden Euro, was einem Wachstum von rund 8 Prozent entspricht. EY rangiert unter den vier größten WP- und Beratungshäusern damit in Deutschland auf Platz zwei hinter PwC.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

In den Markt für Wirtschaftsprüfer ist ordentlich Bewegung reingekommen. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den Themenseiten zu den Big Four und Next Ten.