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Nach Säureattentat: Bernhard Günther sagt im Prozess aus

Bernhard Günther sagte im Prozess um das Säureattentat aus. Foto: picture alliance / dpa / Oliver Berg
Bernhard Günther sagte im Prozess um das Säureattentat aus. Foto: picture alliance / dpa / Oliver Berg

Vor mehr als vier Jahren wurde Bernhard Günther, heute CFO von Fortum und damals noch CFO des Energiekonzerns Innogy, Opfer eines Säureanschlags. Jetzt hat Günther als Zeuge im Prozess um das Säureattentat am Landgericht Wuppertal ausgesagt. Dabei gibt er der Nachrichtenagentur Dpa zufolge an, dass er als Drahtzieher eine bestimmte Person aus seinem beruflichen Umfeld vermutet. „Es ist kein Zufall, wenn jemand zwei Mal am Sonntagmorgen in Haan beim Joggen überfallen wird“, so Günther.

Säureattentat: Drahtzieher soll aus beruflichen Kreisen kommen

Denn der Säureangriff im März 2018 war nicht der erste Überfall auf den ehemaligen Innogy-Finanzchef. Bereits 2012 wurde er beim Joggen überfallen und mit Verletzungen zurückgelassen, wie er berichtet. Seitdem sei er nur noch mit einer Laufgruppe unterwegs gewesen. Sechs Jahre später wurde Günther erneut beim Joggen angegriffen. Dabei wurde er von zwei Tätern attackiert und mit hochkonzentrierter Schwefelsäure übergossen.

Günther geht davon aus, dass er den Auftraggeber des Attentats kenne und er aus seinem ehemaligen beruflichem Umfeld komme. Der erste Angriff 2012 sei kurz vor seinem Amtsantritt als RWE-Vorstand passiert. Der zweite Anschlag sei nach der Gewinnwarnung von Innogy und dem Weggang des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden erfolgt, gibt er zu bedenken. Nur wenige Tage nach dem Attentat wurde die Zerschlagung von Innogy und die Übernahme durch E.on angekündigt. Demnach gäbe es nur eine Person mit dem Motiv, Günther berufsunfähig zu machen, so der CFO bei seiner Aussage: „Die Schnittmenge ist genau eine Person.“

Der Finanzchef habe durch den Säureangriff starke körperliche Verletzungen davongetragen und musste sich zahlreiche Operationen unterziehen. Es stehen ihm noch weitere Operationen bevor.

CFO-Profil

Belgier gilt als Tatverdächtiger im Fall Bernhard Günther

Im April dieses Jahres wurde bereits Anklage gegen einen 42-jährigen Belgier erhoben. Die DNA des mutmaßlichen Täters stimme mit DNA-Spuren am Tatort überein. Der Angeklagte bestreitet den Vorwurf und gibt an, dass seine Handschuhe mit seiner DNA geklaut und am Tatort platziert worden seien. Auch Günther gibt an, den Mann nicht wiederzukennen. Er habe allerdings das Gesicht des Täters während des Anschlags nicht sehen können. Den zweiten Täter habe er jedoch gesehen und später auf Fotos identifizieren können. Der Verdächtige wurde jedoch aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen.

Die Ermittlungen waren zu Beginn ohne Erfolg und wurden zunächst eingestellt. Nachdem Innogy eine Belohnung in Höhe von 100.000 Euro für Hinweise ausgeschrieben hatte, kamen die Ermittlungen ins Rollen. Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Der Prozess wird am 11. August fortgeführt.

jasmin.rehne[at]finance-magazin.de

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Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt scherpunktmäßig die Themen Controlling und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.

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