Tritt bei Audi die Nachfolge von Arno Antlitz an: Neu-CFO Jürgen Rittersberger.

Audi

02.03.21
CFO

Audi findet Nachfolger für CFO Arno Antlitz

Jürgen Rittersberger wird die Nachfolge des Audi-Finanzchefs Arno Antlitz antreten. CFO-Erfahrung hat Rittersberger, der von Volkswagen kommt, noch keine – dafür viele Herausforderungen vor sich.

Audi hat einen Nachfolger für den scheidenden Finanzchef Arno Antlitz gefunden: Wie der Autobauer mitteilte, übernimmt Jürgen Rittersberger ab April 2021 die CFO-Position von Antlitz. Dieser wiederum wird als Konzern-CFO zu Volkswagen wechseln und dort das CFO-Urgestein Frank Witter beerben. Zusätzlich zur Verantwortung über die Finanzen übernimmt Rittersberger das Ressort Recht. Den Jahresabschluss 2020 wird aber noch Arno Antlitz präsentieren, bevor er ebenfalls im April und damit früher als geplant zu Volkswagen wechselt.

CFO Rittersberger kennt Volkswagen und Porsche gut

Jürgen Rittersberger kennt die Automobilbranche sehr gut und ist zudem ein Eigengewächs aus dem Hause Volkswagen. Von 2010 bis 2018 war der Diplom-Wirtschaftsinformatiker als Vice President Corporate Development bei Porsche tätig. Ende 2015 stieg er außerdem zum Generalbevollmächtigen bei dem Luxuswagenhersteller auf. Im September 2018 wechselte Rittersberger zum Volkswagen-Konzern, wo er seitdem für das Generalsekretariat und die Konzernstrategie verantwortlich ist.

„Mit Jürgen Rittersberger gewinnt Audi einen mit mehreren Konzernmarken vertrauten Experten für Unternehmenssteuerung, Controlling und Strategie. Ich schätze ihn als strategisch denkenden und unternehmerisch handelnden Wegbegleiter“, lässt sich Aufsichtsratschef Herbert Diess in einer Mitteilung zitieren. CFO-Erfahrung bringt der Automobilexperte nicht mit.

Wieder Ruhe im Volkswagen-Management?

Mit der Besetzung des Finanzressorts bei Audi kehrt vorerst wieder Ruhe in das Management des Volkswagen-Konzerns und der Tochtergesellschaften ein, das zuletzt mehrere Wechsel und Abgänge zu verkraften hatte. Zum 1. März 2020 tauschten Volkswagen und Audi ihre Finanzvorstände: Betroffen waren damals Arno Antlitz, damals noch Finanzchef der Marke Volkswagen Pkw, und Alexander Seitz, ehemals CFO von Audi.

Über die Gründe für den CFO-Tausch hielten sich die Autobauer damals bedeckt. Einige Medien berichteten damals, ein neues Management sollte einen Neuanfang bei Volkswagen einleiten, andere vermuteten hinter dem Wechsel eine Entschärfung von Meinungsverschiedenheiten zwischen Arno Antlitz und dem VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh.

Lange währte dieses Konstrukt allerdings nicht: Im Februar 2020 kündigte Volkswagen-CFO Frank Witter an, seinen im Herbst 2020 auslaufenden Vertrag nur um neun Monate zu verlängern. Ein Nachfolger für den Finanzchef musste her – den die Wolfsburger Ende vergangenen Jahres in Arno Antlitz fanden.

Es ist ein Wechsel, der nicht überall auf Zuspruch stieß: Vor allem Arbeitnehmervertreter sollen sich gegen Antlitz als neuen Volkswagen-CFO ausgesprochen haben. Letztlich konnte VW-Chef Herbert Diess aber seinen Wunsch durchsetzen, Antlitz zum Volkswagen-CFO zu machen. Offen bleibt, ob der Machtkampf zwischen Osterloh und Diess nun endgültig beigelegt ist. Uneinigkeiten gibt es vor allem bei der Geschwindigkeit des Konzernumbaus hin zu mehr Elektromobilität.

CFO Rittersberger soll Audis Transformation begleiten

Das trifft auch Audi. Die Transformation der Tochter bezeichnet CEO Markus Duesmann als „einen Kraftakt der Planung und Steuerung für den Finanzvorstand von Audi“. Das Projekt liegt nun in der Verantwortung von Jürgen Rittersberger: Der CFO des Unternehmens soll künftig die Transformation der Produkte vorantreiben sowie das Thema Digitalisierung und den Markenauftritt neu definieren, ist der jüngsten Investor-Relations-Präsentation des Konzerns aus dem Dezember 2020 zu entnehmen.

Auch soll der neue Finanzchef Audi auf Effizienz trimmen und Kosten einsparen – parallel aber auch gezielt in neue Projekte investieren. Dafür will Audi bis 2025 rund 17 Milliarden Euro in Zukunftsthemen wie die Elektrifizierung, die Hybridisierung und die Digitalisierung investieren.

Die große Herausforderung für den neuen CFO: Die Coronakrise hat auch Audi schwer erwischt. Die Umsätze fielen in den ersten neun Monaten 2020 um 20 Prozent auf 33 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr, das operative Ergebnis brach im gleichen Zeitraum um satte 93 Prozent auf nur noch 2 Millionen Euro ein. Es wird nun auch an Rittersberger liegen, die weiteren Auswirkungen der Krise möglichst gering zu halten und für finanzielle Stabilität zu sorgen.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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