Bettina Orlopp: Die 49-jährige promovierte Betriebswirtschaflerin ist die erste Frau im Vorstand der 150-jährigen Geschichte der Commerzbank. Heute Abend könnte sie die erste CFO bei der gelben Bank werden.

Commerzbank AG

26.09.19
CFO

Bettina Orlopp soll offenbar Commerzbank-CFO werden

Die Commerzbankvorständin Bettina Orlopp soll das Rennen um den CFO-Posten bei der Commerzbank gemacht haben. Sie wird dem Kapitalmarkt die Umbaupläne der Bank näher bringen müssen. Erfahrung in Strategiefragen bringt sie dafür mit.

Die Neuausrichtung bei der Commerzbank nimmt auch auf der personellen Seite weiter Gestalt an: Laut Informationen der F.A.Z. soll Bettina Orlopp in der heutigen Aufsichtsratssitzung der Commerzbank zur neuen CFO ernannt werden. Bislang ist sie Vorständin für Personal, Compliance und Recht. Damit hätte sich die promovierte Diplom-Kauffrau gegen den IT-Vorstand Jörg Hessenmüller durchgesetzt, der ebenfalls als Kandidat gehandelt wurde.

Mit ihrer Berufung wäre die Nachfolge vom scheidenden Finanzvorstand Stephan Engels geklärt, den es im April 2020 zur skandalerschütterten Danske Bank zieht. Die Beschlüsse der Aufsichtsratssitzung zur Nachbesetzung des CFO-Amtes sowie auch zum neuen „Strategieprogramm Commerzbank 5.0“ werden für heute Abend erwartet.

Orlopp, die lange für die Unternehmensberatung McKinsey tätig war, wurde im November 2017 in den Vorstand der Commerzbank berufen. Sie ist die erste Frau im Vorstand der gelben Bank in ihrer 150-jährigen Geschichte. Vor ihrer Zeit als Compliance- und Rechts-Chefin war sie von 2014 bis 2016 als Bereichsvorstand Group Development & Strategie für die Entwicklung der Konzernstrategie zuständig.

Bettina Orlopp muss neue Strategie verkaufen

Auch in der neuen Position als Finanzchefin wird sie viel Zeit damit verbringen müssen, den Investoren die Strategie der Bank näher zu bringen. Die Commerzbank ist gerade dabei, eine neue Strategie zu entwickeln. Erste Eckpunkte der Pläne sind bereits vergangene Woche bekannt geworden, unter anderem der geplante Verkauf der M-Bank.

Dass das keine leichte Aufgabe werden dürfte, zeigt ein Blick auf den Aktienkurs, der ohnehin seit längerem unter Druck steht. Nachdem die ersten Eckpfeiler der Strategie bekannt geworden sind, reagierte der Kurs negativ und liegt in dieser Woche deutlich unter dem Niveau der Vorwoche. Am Freitag lag der Kurs noch bei über 5,70 Euro. Diese Woche notiert das Papier unterhalb von 5,30 Euro.

Aktionäre sind skeptisch gegenüber Commerzbankstrategie

Neubesetzungen im Firmenkundengeschäft

Einzelheiten über die Strategie für das Firmenkundengeschäft sind noch nicht bekannt, aber das Personaltableau für den Umbau hat sich mittlerweile vervollständigt: Erst gestern vermeldete die Bank, dass sie mit Robert Schindler, dem ehemaligen Firmenkundenchef der Hypovereinsbank, einen neuen Bereichsvorstand der Mittelstandsbank für den süddeutschen Raum gefunden hat. Es war die jüngste von einer Reihe von personellen Veränderungen in der Mittelstandbank, aber auch im Kapitalmarktgeschäft gab es Neuerungen.

Eine wichtige Staffelübergabe im Vorstand steht zudem bald an: Bereits im Juli gab die Commerzbank bekannt, dass Roland Boekhout, bisher der Leiter des Bankgeschäfts der holländischen Großbank ING in den Benelux-Staaten, auf den scheidenden Firmenkundenchef Michael Reuther folgen wird.
 
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