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CFO Karin Sonnenmoser verlässt Ceconomy

Nach etwas mehr als zwei Jahren endet für CFO Karin Sonnenmoser ihre Zeit bei Ceconomy. Ihr Nachfolger kommt von Media-Markt-Saturn.
Ceconomy

Finanzchefin Karin Sonnenmoser wird den Elektronikhandelskonzern Ceconomy zum 30. April im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Das teilte der Konzern am gestrigen Montag mit. Die Personalie erfolgt vor dem Hintergrund der Einigung, die Ceconomy im vergangenen Winter mit den Erben des Media-Markt-Gründers Erich Kellerhals erzielt hat. Damals vereinbarten beide Parteien, dass Ceconomy alle Anteile an der Media-Saturn-Holding übernehmen würde und die Kellerhals-Familie über die Holding Convergenta im Gegenzug zum Hauptaktionär von Ceconomy wird. Dem Deal, der eine Kapitalerhöhung, eine Wandelanleihe und eine Barzahlung nach sich zieht, haben die Ceconomy-Aktionäre im Februar zugestimmt.

Da Media-Markt-Saturn durch die Transaktion zu einer 100-prozentigen Ceconomy-Tochter wird, war bereits im Dezember klar, dass die Doppelstrukturen im Management abgebaut werden sollen. Im Klartext heißt das: Die Führungsduos aus CEO und CFO bei Media-Markt-Saturn und bei Ceconomy werden konsolidiert. Nun ist die Entscheidung für das Finanzressort gefallen: Den Job von Sonnenmoser übernimmt zum 1. Mai der bisherige Finanzchef von Media-Markt-Saturn Florian Wieser.

Auch Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann, ehemaliger Lanxess-CFO, wird seinen Posten im Herbst abgeben. Sein Vertrag läuft im Oktober aus, er war 2019 zum zweiten Mal interimistisch aus dem Ceconomy-Aufsichtsrat in den Vorstand gerückt, um den Konzern in schwieriger Lage zu führen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft.

Karin Sonnenmoser seit 2019 Ceconomy-CFO

Für Sonnenmoser endet das Kapitel bei Ceconomy damit nach etwas mehr als zwei Jahren. Sie war im März 2019 in einer unruhigen Phase zu den Düsseldorfern gestoßen. Zuvor war sie Finanzchefin bei dem österreichischen Leuchtenhersteller Zumtobel, davor lange Jahre für den Volkswagenkonzern tätig. Wohin es sie nun zieht, ist noch nicht bekannt.

Sonnenmosers Aufgabe war es, das Vertrauen des Kapitalmarkts in den Konzern nach mehreren Gewinnwarnungen wiederherzustellen. Eine Aufgabe, die sie laut Aufsichtsratschef Thomas Dannenfeldt gemeistert habe. Der Aufsichtsratschef hebt zudem ihre Leistungen in der Coronakrise hervor, in der sie die Liquidität des Konzerns mit einem KfW-Kredit gesichert hat. Sie wäre zudem „maßgeblich an der historischen Einigung mit der Familie Kellerhals beteiligt“ und habe „wichtige Schritte zur künftigen Unternehmensfinanzierung aufgesetzt“, so Dannenfeldt weiter.

FINANCE-Köpfe

Karin Sonnenmoser, Ceconomy AG

Nach dem Studienabschluss als Diplomkauffrau übernimmt Karin Sonnenmoser von 1996 bis 2002 diverse Positionen im Controlling und im Rechnungswesen der Autohersteller Volkswagen und Seat. Anschließend leitet sie bis 2006 das Generalsekretariat der Marke Volkswagen-PKW und betreut das Generalsekretariat des Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG mit.

Von 2007 bis 2010 fungiert Sonnenmoser als Vorsitzende der Geschäftsführung von Autovision (heute: Volkswagen Group Services) und schließlich bis 2014 als Geschäftsführerin der Bereiche Finanzen und Controlling bei Volkswagen Sachsen und der Gläsernen Manufaktur. Zusätzlich ist sie seit 2014 Aufsichtsratsmitglied des Gesundheitsdienstleisters Vivantes.

Von Anfang 2014 bis Juni 2018 ist Karin Sonnenmoser CFO des österreichischen Lichttechnikkonzerns Zumtobel und dort neben den Finanzen auch für die Beschaffung verantwortlich. Im März 2019 tritt sie ihr neues Amt als Finanzchefin des Elektronikhändlers Ceconomy an. Im April 2021 wird bekannt, dass sie das Unternehmen zum Monatsende verlässt.

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Florian Wieser muss Corona-Folgen abfedern

Die Herausforderungen durch die Pandemie – inklusive geschlossener oder nur begrenzt geöffneter Shops – werden auch den desiginierten CFO Florian Wieser beschäftigen. Wieser habe „in herausfordernden Zeiten die Leistungsfähigkeit des Finanzbereichs deutlich erhöht, eine klare Ergebnisorientierung bewiesen und die Steuerungsfähigkeit des Geschäfts nachhaltig verbessert“, sagt Dannenfeldt zum Neuberufenen.

Die Pandemie macht dem Konzern, der auch weiterhin stark auf das Geschäft in den Läden setzt, zu schaffen. Unterm Strich stand im vergangenen Geschäftsjahr ein Verlust von 237 Millionen Euro zu Buche. Der Umsatz ging moderat um rund 1,8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro zurück, das bereinigte Ebit lag mit 236 Millionen Euro etwas über den Erwartungen. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres konnten Umsatz und Ebit sogar gesteigert werden, aber der weitere Jahresverlauf sei nach wie vor von einer deutlich erhöhten Unsicherheit behaftet, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Der Konzern hat deshalb seine Prognose ausgesetzt und fährt auch weiterhin einen harten Sparkurs, inklusive Stellenabbau und Filialschließungen. Der Online-Handel hat in der Krise an Bedeutung gewonnen. Der Umsatz in dem Segment stieg im vergangenen Jahr von rund 2,9 Milliarden Euro auf 4,2 Milliarden Euro.

Die Aufgabe wird Wieser ohne seinen bisherigen Weggefährten angehen müssen. Ferran Reverter Planet, CEO der Media-Saturn Holding, scheidet Ende Juni aus dem Unternehmen aus. Ihm wurden zwischenzeitlich auch Ambitionen auf den Chef-Posten bei Ceconomy nachgesagt. Noch-CEO Düttmann bedauert den Weggang, respektiert die Entscheidung aber, schließlich erfüllt Reverter Planet sich mit seinem neuen Job einen Traum: Er wird CEO des FC Barcelona.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Mehr über den bisherigen CEO und die bisherige CFO von Ceconomy erfahren Sie auf den FINANCE-Köpfe-Profilen von Bernhard Düttmann und Karin Sonnenmoser.

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Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.