Wegen des Coronavirus blieben die Media-Markt-Geschäfte geschlossen. Dem Mutterkonzern Ceconomy greift die Bundesregierung jetzt finanziell unter die Arme.

Media Markt

30.04.20
Finanzierungen

Ceconomy und ThyssenKrupp kurz vor Milliarden-KfW-Kredit

Ceconomy bekommt von der KfW einen Corona-Hilfskredit über 1,7 Milliarden Euro – und auch ThyssenKrupp steht kurz vor einer Milliardenhilfe. Nun hängt es an den finanzierenden Banken.

Mit dem Handelskonzern Ceconomy und dem Industriekonzern ThyssenKrupp stehen die nächsten Großkonzerne wegen des Coronavirus offenbar kurz vor milliardenschweren Hilfskrediten durch die KfW. Zuvor hatte sich beispielsweise bereits der Sportartikelhersteller Adidas 2,4 Milliarden Euro bei der KfW geborgt

Regierung hilft Ceconomy mit 1,7 Milliarden Euro

Ceconomy gab über eine Ad-hoc-Meldung bekannt, dass die Bundesregierung über die staatseigene KfW einen revolvierenden Konsortialkredit über 1,7 Milliarden Euro genehmigt hat. Die Partnerbanken von Ceconomy müssten dem Kredit nun noch zustimmen. Die „positiven Gespräche“ mit diesen Banken seien jedoch in einem „weit fortgeschrittenen Stadium“, meint Ceconomy. 

Der Kredit läuft bis Dezember 2021 und verfügt über eine einjährige Verlängerungsoption. Dieser muss die KfW allerdings zustimmen. Als Bedingung für den Hilfskredit macht die Bundesregierung, dass Ceconomy während der Kreditlaufzeit keine Dividenden ausschütten darf. Für Aktionäre sind das schlechte Nachrichten, mussten sie doch bereits 2019 wegen schlechter Geschäftszahlen auf eine Gewinnausschüttung verzichten. 

Ceconomy musste aufgrund der Coronakrise in Deutschland und Europa die Media-Markt- und Saturn-Geschäfte schließen. Mit dem Hilfskredit der KfW will Ceconomy sich frühzeitig Liquidität sichern, erklärt der Konzern. Der Kredit diene als Betriebsmittellinie, um die bestehenden Kreditvereinbarungen über 980 Millionen Euro aufzustocken und um damit die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu sichern. 

ThyssenKrupp kurz vor Milliarden-Kredit

Ebenfalls auf der Zielgeraden, aber scheinbar noch nicht ganz so weit wie Ceconomy, ist ThyssenKrupp. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll die Bundesregierung dem Industriekonzern rund 1 Milliarde Euro als Corona-Hilfskredit über die KfW zugesagt haben. Ein Unternehmenssprecher wollte dies auf Nachfrage nicht kommentieren, sondern verwies auf die Mitteilung Mitte April. Damals gab ThyssenKrupp bekannt, staatliche Finanzierungshilfen auszuloten.

Der Konzern machte damals allerdings noch keine Angaben dazu, ob man eher einen KfW-Kredit, ein staatlich garantiertes Darlehen oder sogar eine zeitlich begrenzte Beteiligung des Bundes in Erwägung zieht. Nach FINANCE-Informationen läuft es nun auf einen Kredit hinaus. Wie bei Ceconomy müssen diesem allerdings noch die Partnerbanken zustimmen. 

ThyssenKrupp wartet auf Elevator-Milliarden

ThyssenKrupp benötigt die Staatshilfe unter anderem als Überbrückungskredit, bis das Geld aus dem Verkauf der Aufzugsparte fließt. ThyssenKrupp hatte die Ertragsperle Ende Februar für 17,2 Milliarden Euro an ein Konsortium um die beiden Finanzinvestoren Advent und Cinven sowie der RAG-Stiftung verkauft.

Im ersten Quartal schrieben die Essener vor Zinsen und Steuern (Ebit) 115 Millionen Euro Verlust. Zudem drückt das Unternehmen ein gewaltiger Schuldenberg von rund 7,1 Milliarden Euro, der durch den Verkauf der Aufzugsparte abgetragen werden soll. 

Noch mehr Hintergrundgeschichten zum angeschlagenen Industriekonzern finden Sie auf der FINANCE-Themenseite zu ThyssenKrupp. In Sachen Covid-19 bleiben Sie mit der Themenseite Coronavirus auf dem Laufenden.