Abgang nach nicht einmal zwei Jahren: Sabine Kauper verlässt den CFO-Posten bei SKW Metallurgie.

SKW

19.10.15
CFO

CFO Sabine Kauper verlässt SKW Metallurgie

Der Stahlindustriezulieferer SKW Metallurgie muss sich der wieder aufgeflammten Unternehmenskrise ohne CFO stellen: Überraschend hat Finanzchefin Sabine Kauper ihren Rückzug angekündigt. Das dürfte auch bei zwei großen Banken für Sorgenfalten sorgen.

Inmitten der ins Stocken geratenen Restrukturierung verlässt Finanzchefin Sabine Kauper den Stahlzulieferer SKW Metallurgie. Die Managerin geht zum 31. Oktober auf eigenen Wunsch, gab das Unternehmen vor wenigen Minuten in einer kurzen Mitteilung bekannt. Sie wolle sich neuen Herausforderungen stellen, lautet die Begründung.

Das Finanzressort wird bis auf weiteres offenbar nicht neu besetzt. Vorstandschef Kay Michel wird den Konzern als Alleinvorstand weiterführen. Für eine nicht genauer definierte Übergangszeit will er sich dabei von Kauper beraten lassen. Der Aufsichtsrat dankt Sabine Kauper für ihren „besonderen Einsatz“, zunächst als Aufsichtsrätin und seit Januar 2014 als Finanzchefin.

Schwere Gewinnwarnung von SKW weckt Zweifel an den Covenants

Für die Aktionäre und Gläubiger von SKW verheißt der erneute Wechsel im Finanzressort nichts Gutes, zumal sich die Lage des Unternehmens zuletzt wieder verschlechtert hat. Mitte August schockte SKW die Märkte mit einer schweren Gewinnwarnung. Der Umsatz werde das Vorjahresniveau von 279 Millionen Euro „deutlich“ unterschreiten, als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürften nicht viel mehr als 10 Millionen Euro hängen bleiben, wenn überhaupt.

Kurzfristig noch beunruhigender: Infolge der Planabweichung könnten auch die Covenants des erst zu Jahresbeginn neu abgeschlossenen Konsortialkredits über 86 Millionen Euro langsam in Reichweite geraten. Konsortialführer sind die NordLB und die Commerzbank. Eine geplante Kapitalerhöhung, die dem Konzern wieder mehr Bewegungsfreiheit bringen sollte, wurde wegen der schwachen Geschäftsentwicklung abgebrochen.

Kauper und Michel hatten SKW nach ihrer Amtsübernahme einen harten Sanierungskurs verordnet. Dieser umfasste hohe Wertberichtigungen, ein Kostensenkungsprogramm und den Verkauf mehrerer Werke. Für die Schieflage machten sie ihre Vorgängerin an der Unternehmensspitze, Ines Kolmsee, verantwortlich. SKW verklagte Kolmsee auf Schadenersatz.  

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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