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Druck auf Stada-CFO Helmut Kraft wächst

Helmut Kraft ist seit Januar 2010 CFO bei Stada und bekam durch den Rückzug von CEO Hartmut Retzlaff mehr Macht. Diese droht er nun durch einen neuerlichen Vorstoß des aktivistischen Investors AOC wieder zu verlieren.
Stada

Für Stada-Finanzchef Helmut Kraft wird die Luft langsam dünner. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, plant der aktivistische Investor Active Ownership Capital (AOC) jetzt auch, den Vorstand des Pharmakonzerns auszutauschen. Die Zeitung bezieht sich auf Gesprächsprotokolle zwischen AOC und namentlich genannten externen Managern, die diese Schlussfolgerung zulassen.

Offiziell fordern die beiden AOC-Gründer Florian Schuhbauer und Klaus Röhrig sowie ihr Verbündeter, der Frankfurter Value-Investor Frank Fischer, bisher lediglich die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Auf der Hauptversammlung am 26. August könnte es zu einer Kampfabstimmung zwischen den Kandidaten von AOC und dem trotzigen Gegenentwurf von Stada kommen.

Der neue Aufsichtsrat soll dann „die Möglichkeit einer umfassenden Erneuerung der Corporate Governance von Stada haben“ – so die Vorstellung von AOC. Laut FAZ gehören zu den AOC-Plänen auch „zusätzlich einziehende Vorstände“ und „neu zugeschnittene Ressorts“. Stada lässt sich bei der Abwehr von AOC inzwischen von Goldman Sachs beraten.  

AOC hält Kosten bei Stada für zu hoch

Weil AOC nicht nur die strategische Aufstellung von Stada für falsch hält, sondern auch eine viel zu lasche Kostenkontrolle moniert, könnten die Aktivisten mit ihren Veränderungswünschen auch auf das Finanzressort zielen. Dessen Chef Helmut Kraft hat durch den offiziell krankheitsbedingten Rückzug von Stada-Chef Hartmut Retzlaff kürzlich an Einfluss gewonnenen. Kraft ist seit Anfang 2010 für die Finanzen bei Stada verantwortlich und platzierte in dieser Funktion zuletzt einen Schuldschein über 350 Millionen Euro.

Der Konflikt zwischen Stada und AOC spitzt sich damit weiter zu, ist derzeit allerdings nicht der einzige Schauplatz für Auseinandersetzungen zwischen aktivistischen Investoren und deutschen Unternehmen. Auch Ströer, der Energieriese E.on und Deutschlands größter Autobauer Volkswagen werden derzeit unter Druck gesetzt. Doch nicht jeder Aktivist verfolgt wie AOC strategische Pläne. Die aktuelle Titelgeschichte der FINANCE-Ausgabe Juli/August zeigt, welche Fonds hinter den Angriffen stehen und welche Ziele sie verfolgen.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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