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Lanxess verliert CFO Michael Pontzen, Treasury-Chef übernimmt

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CFO Michael Pontzen (links) verlässt Lanxess Ende August. Sein Nachfolger wird Oliver Stratmann. Foto: Lanxess
CFO Michael Pontzen (links) verlässt Lanxess Ende August. Sein Nachfolger wird Oliver Stratmann. Foto: Lanxess

Es ist das Ende einer Ära: Lanxess-CFO Michael Pontzen wird den Kölner Spezialchemiekonzern nach fast 19 Jahren zum 31. August verlassen. Der Aufsichtsrat hat Pontzens Wunsch nach einer vorzeitigen Auflösung seines Vertrags zugestimmt, teilt das im MDax gelistete Unternehmen mit.

Pontzen wird demnach zum 1. September den CFO-Posten bei einem nicht genannten „Unternehmen außerhalb Deutschlands“ übernehmen. Sein Nachfolger steht bereits fest: Mit Oliver Stratmann befördert Lanxess ein Eigengewächs zum neuen Finanzchef. Wie Pontzen ist er bereits seit 2004 für die Kölner aktiv. Über die Jahre hatte der Diplom-Kaufmann diverse Führungspositionen in der Finanzabteilung inne, seit 2015 fungiert er als Head of Treasury & Investor Relations.

CFO Pontzen wechselte 2004 von Airbus zu Lanxess

Mit Pontzen, der vor seiner Zeit bei Lanxess drei Jahre Teamleiter Investor Relations bei EADS (heute: Airbus) war, dürfte er dabei intensiv zusammengearbeitet haben. Der Noch-CFO war bei Lanxess als Leiter der Group Function Investor Relations gestartet, vier Jahre später übernahm er dann die Verantwortung für den Bereich Corporate Finance innerhalb der Group Function Treasury. 2012 folgte für Pontzen die Berufung zum Leiter Corporate Controlling, bevor er im April 2015 schließlich die Nachfolge von Bernhard Düttmann als Konzern-CFO antrat.

Lanxess-Aufsichtsratschef Matthias Wolfgruber bedauert Pontzens Entscheidung sehr, gibt sich mit Blick auf dessen Nachfolger jedoch optimistisch für die Zukunft: „Ich bin überzeugt, dass Oliver Stratmann mit seiner breiten Kapitalmarkterfahrung und seinem Finanz-Know-how ein teamorientiertes, starkes Mitglied des Lanxess-Vorstands sein wird“, so Wolfgruber.

Lanxess mit starkem Gewinneinbruch

Dass Stratmann den Konzern in und auswendig kennt, ist sicher ein großer Vorteil – gerade im derzeitigen Umfeld, wo die Chemieindustrie vor enormen Herausforderungen steht: Nicht zuletzt aufgrund schwacher Nachfrage musste Lanxess, aber auch andere Branchenvertreter wie BASF, Clariant und Evonik, zuletzt Gewinnwarnungen herausgeben.

Bei Lanxess ist der operative Gewinn (Ebitda) im zurückliegenden zweiten Quartal um knapp 58 Prozent auf 107 Millionen Euro geschrumpft, auch der Umsatz ging um über 11 Prozent zurück. Gegensteuern wollen die Kölner nun mithilfe eines neu aufgelegten Sparprogramms, das ab 2025 jährliche Einsparungen von rund 150 Millionen vorsieht. Aber auch im laufenden Jahr sollen mithilfe reduzierter Kosten und Investitionen einmalig rund 100 Millionen Euro eingespart werden.

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.