Dem Automobilzulieferer Schaeffler geht es eigentlich nicht schlecht, doch jetzt soll die Industriesparte noch effizienter werden.

Schaeffler

20.08.15
CFO

Schaeffler setzt den Rotstift an

Der Autozulieferer Schaeffler kann zwar mit steigenden Umsätzen glänzen, doch die Industriesparte schwächelt. CEO und Ex-CFO Klaus Rosenfeld steuert rigoros gegen. Der krisenerprobte Manager will nichts anbrennen lassen.

Nach zahlreichen Umstrukturierungen in den vergangenen Jahren steht bei Schaeffler wieder ein Umbau an: Der Automobilzulieferer will seine Industriesparte umstrukturieren. Das kündigte das fränkische Unternehmen heute zusammen mit der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen für das erste Halbjahr 2015 an.

Dabei lesen sich die Zahlen zunächst positiv: So erwirtschafteten die Franken im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro, das sind 12,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2014. Ein großer Teil entfällt davon zwar auf positive Währungseffekte, doch selbst wenn diese herausgerechnet werden, liegt das Plus immer noch bei 4,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahr.

Auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ist von 801 auf 818 Millionen Euro gestiegen. „Wir sind nun sechs Quartale in Folge gewachsen“, freut sich CEO und Ex-CFO Klaus Rosenfeld. Die Entwicklung ist vor allem angesichts der Krise, in der sich der Konzern noch vor einigen Jahren befand, beachtlich. 2008 hatte Schaeffler sich bei der Übernahme des Automobilzulieferers Continental verhoben und brauchte viele Jahre, um sich wieder zu erholen.  

Schaeffler: Automotive glänzt, Industrie schwächelt

Treiber des ordentlichen Wachstums im ersten Halbjahr 2015 war allerdings vor allem das Automotive-Geschäft, wo Präzisionskomponenten und –systeme für die Automobilindustrie hergestellt werden. Dort wuchs Schaeffler währungsbereinigt um starke 6,9 Prozent, das Ebit stieg um 3,2 Prozent. In der Industriesparte, die Wälz-, Gleit- und Hochpräzisionslager herstellt, sanken die Erlöse hingegen währungsbereinigt um 0,8 Prozent, auch das Ebit entwickelte sich negativ und sank um 1,7 Prozent.

Der Rückgang scheint nicht allzu besorgniserregend, doch Rosenfeld will offenbar nichts anbrennen lassen. Der Ex-Banker hatte das Unternehmen durch die schwierigen Jahre begleitet und neu aufgestellt, im Juni 2014 wurde er zum CEO befördert. Der vormalige Finanzchef der Dresdner Bank kam 2009 in höchster Not zu Schaeffler, wo er die Finanzen neu ordnete und den Schuldenabbau vorantrieb.

Schaeffler will 500 Arbeitsplätze abbauen

Das neue Effizienzprogramm mit dem Namen „Core“ trägt die Handschrift Rosenfelds. Konkret will der Konzern Kunden schneller beliefern und einen besseren Service bieten, indem neue Verteillager aufgebaut werden. Auch der Ausbau des Wälzlagergeschäfts ist Teil des Programms, wegen des großen Volumens verspricht das eine bessere Auslastung der Anlagen, so der Konzern. Grundsätzlich soll das Geschäft stärker auf die einzelnen Regionen ausgerichtet werden.

Neben effizienteren Abläufen hat Rosenfeld dem Industriegeschäft aber auch niedrigere Kosten verordnet. Schaeffler plant, 500 Arbeitslätze abzubauen, den Großteil davon in Deutschland. Gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ machte der Konzern allerdings ausdrücklich klar, dass es sich nicht um ein „Abbau- oder Sanierungsprogramm“ handele. Denn sanieren müsse man nichts, betonte der Vorstand der Industriesparte, Stefan Spindler.

julia.becker[at]finance-magazin.de

Im Oktober 2014 kürte FINANCE Klaus Rosenfeld wegen seiner Leistungen bei Schaeffler zum CFO des Monats. Mehr zun Werdegang von Klaus Rosenfeld erfahren Sie in seinem Profil bei FINANCE-Köpfe.