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So trifft der Ukraine-Krieg deutsche CFOs

Krieg in der Ukraine – die Auswirkungen für CFOs sind umfassend. Foto: picture alliance / Klaus Ohlenschläger | Klaus Ohlenschläger
Krieg in der Ukraine – die Auswirkungen für CFOs sind umfassend. Foto: picture alliance / Klaus Ohlenschläger | Klaus Ohlenschläger

Seit mehr als zwei Monaten tobt der Krieg in der Ukraine. Wenn man die Auseinandersetzungen und die Annexion der Halbinsel Krim und die Kämpfe im Donbas dazuzählt, dann sogar noch viel länger. Abgesehen von dem menschlichen Leid in der Region und den geopolitischen Folgen, trifft der Krieg auch viele deutsche CFOs – und das wahrscheinlich mehr, als die eher überschaubaren direkten Geschäfte der Unternehmen in Russland und der Ukraine vermuten lassen.

Russische Tochtergesellschaften, Absatzmärkte im Osten, Werke in der Ukraine – die Verflechtungen sind vielfältig. Vermutlich entfalten aber Sekundäreffekte wie unterbrochene Lieferketten oder enorme Preissteigerungen mehr Probleme als man gedacht hätte.

Für die neue FINANCE-Ausgabe haben wir genau darüber mit zahlreichen CFOs gesprochen, die schildern, wie sie auf den Krieg reagieren. Garniert wird das mit aktuellem Research, der zeigt, wie sich die wirtschaftliche Lage hierzulande nach dem 24. Februar eingetrübt hat. Aber wir wären nicht FINANCE, wenn wir nicht auch Auswege in petto hätten: Von Ansätzen im Rohstoff-Hedging über das Working-Capital-Management bis zum Stand bei den KfW-Hilfsmitteln. Mehr dazu erfahren Sie im neuen FINANCE-Magazin, das heute bereits als E-Paper zur Verfügung steht.

Waffenindustrie im ESG-Visier

Eine Branche profitiert gerade besonders vom Clash zwischen Ost und West, nämlich die Waffenindustrie. So sind die Aktien von Rheinmetall & Co. zuletzt ziemlich durch die Decke gegangen. Aus Schmuddelkindern sind plötzlich gefragte Partner geworden. Was bedeutet der Krieg für die Unternehmen? Das zeigt unsere umfassende Analyse.

Auf der Beschaffungsseite ist auch der Nahrungsmittelkonzern Theo Müller von dem Krieg betroffen. Neben den für die Branche wesentlichen Energiekosten dürften die Preise von Rohwaren wie Milch, Rapsöl und Zucker nicht nur „kurzfristig, sondern auch mittelfristig stark steigen“, berichtet CFO Marcus Almeling im FINANCE-Interview. Daneben gewährt der Finanzchef seltene Einblicke in den verschwiegenen Nahrungsmittelkonzern, der anno 2021 über 7 Milliarden Euro Umsatz macht – und über 31.000 Mitarbeiter beschäftigt. Was macht Müller jenseits des Milchgeschäfts? Wie ist das Familienunternehmen profitabler geworden? Und wie digitalisiert Almeling den Finanzbereich? Das und viel mehr erfahren Sie im neuen Magazin.

Ist Adler ein Wirecard 2.0?

Hat bei der vergangenen Ausgabe der Ukraine-Krieg die Heftproduktion durcheinandergeschüttelt, war es dieses Mal die Adler Group. Das  Immobilienunternehmen steht seit einem Analystenreport des Shortsellers Viceroy, der im vergangenen Oktober erschien, im Kreuzfeuer der Kritik. Adler selbst hat wiederholt versucht, die Vorwürfe zu entkräften. Doch eine Sonderprüfung der KPMG, die vor kurzem erschienen ist, lässt viele Fragen offen. Unsere Bilanzierungsspezialistin Julia Schmitt hatte sich durch den vielseitigen Report gekämpft und mit Insidern gesprochen. Der Artikel war am Freitag vor Redaktionsschluss fertig – und Freitagnacht wurde klar, dass KPMG Adler kein Testat erteilen würde.

Eilig musste der Bericht übers Wochenende kurz vor Drucklegung umgeschrieben werden. Als FINANCE+-Abonnent können Sie die Erkenntnisse und die auffälligen Parallelen mit dem Fall Wirecard hier seit Dienstag schon lesen. Wir sind uns sicher das letzte Wort ist in diesem Fall noch nicht geschrieben.

Beilage Transformation und Schwerpunkt Digitalisierung

Das Umfeld ist volatil wie selten – auch deshalb durchlaufen zahlreiche Unternehmen eine Transformation. Das Spektrum ist groß und kann von einem weitsichtigen Umbau bis zur knallharten Restrukturierung gehen, wenn etwa das Geld auszugehen droht. Online bespielen wir das Thema auf einer eigenen Themenseite mit einem Newsletter (für den Sie sich hier registrieren können). Im Magazin warten wir mit einer Beilage auf: Umfangreicher Lesestoff, wenn man sich für das Thema interessiert.

„Der Cyberkrieg hat schon viel früher begonnen als der tatsächliche Krieg in der Ukraine.“

Vera Demary, IW Köln

Ein anderes Thema ist in Finanzabteilungen nahezu allgegenwärtig: die Digitalisierung. Jeder CFO sollte sie machen – oder gibt es vor. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Die CFOs des Reinigungsmittelherstellers Kaercher und von Telefónica Deutschland geben Einblicke in ihre Bemühungen. „Wir sind jetzt im Finanzbereich in die Rollen Governance, Service und Business unterteilt, um eine bessere Vernetzung der Finanzabteilung mit anderen Abteilungen sicherzustellen“, sagt etwa Stefan Patzke, CFO bei Kaercher.

Auch die Kehrseite der Medaille haben wir uns vorgenommen. „Der Cyberkrieg hat schon viel früher begonnen als der tatsächliche Krieg in der Ukraine“, berichtet Vera Demary vom IW Köln. „Die russischen Akteure haben schon lange Ziele in der Ukraine ins Visier genommen, beispielsweise wurde schon vor Monaten Malware in ukrainische Unternehmen eingeschleust.“ Und damit schließt sich wieder der Kreis zur Titelgeschichte.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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