Uniper

06.12.17
Deals

Hedgefonds Elliott mischt sich bei Uniper ein

Die Lage bei Uniper wird noch komplizierter: Der US-Hedgefonds Elliott ist bei dem Energiekonzern eingestiegen. Und das inmitten des Übernahmestreits des finnischen Versorgers Fortum mit dem Uniper-Management.

Der Hedgefonds Elliott des US-Investors Paul Singer mischt nun auch bei Uniper mit. Der als aggressiv geltende Hedgefonds ist bei dem deutschen Energiekonzern eingestiegen. Elliott hat sich durch Aktien und Derivate Zugriff auf insgesamt 5,32 Prozent der Anteile an dem E.on-Spin-Off gesichert.

Das berichtete zuerst das Online-Nachrichtenportal „manager-magazin.de“ am gestrigen Dienstag, die Bestätigung durch Uniper folgte am Nachmittag in Form einer Stimmrechtsmitteilung. Demnach sei der aktivistische Investor Elliott bereits Ende November bei dem Düsseldorfer Unternehmen eingestiegen.

Uniper-Management lehnt Fortum-Offerte ab

Elliotts Beteiligung an Uniper kommt inmitten eines Übernahmekampfes mit dem finnischen Versorger Fortum. Im November hatte Fortum ein öffentliches Übernahmeangebot an die Uniper-Aktionäre gerichtet.

Vorab hatten sich die Finnen bereits mit dem Großaktionär E.on geeinigt, der aktuell im Besitz von 46,7 Prozent der Uniper-Anteile ist. Dieses Anteilspaket ist den Finnen so gut wie sicher, bei einem Rückzieher müsste E.on eine stattliche Break-up-Fee von mindestens 750 Millionen Euro zahlen. Fortum bietet den Aktionären 22 Euro pro Aktie. E.on kann daraus für sein 46,7-Prozent-Paket an Uniper einen Kaufpreis von rund 3,8 Milliarden Euro erwarten.
 
Die Führungsriege des Energiekonzerns Uniper sträubt sich jedoch gegen den M&A-Deal – der Deal habe kein strategischen Mehrwert für Uniper und das Kaufangebot sei zu niedrig. Es liegt deutlich unter dem derzeitigen Kurs der Aktien von mehr als 25 Euro, der gestern nach Bekanntwerden des Elliot-Einstiegs noch einmal anzog. Den Aktionären rät das Management deshalb, die Offerte nicht zu akzeptieren. „Das Angebot von Fortum ist aus unserer Sicht finanziell nicht attraktiv und spiegelt das langfristige Potential der Uniper nicht wider“, sagte der CFO des Konzerns, Christopher Delbrück, im FINANCE-Interview zu Wochenbeginn.   

Nach Stada nimmt Elliot den Uniper-Deal ins Visier

Christopher Delbrück, Uniper SE

Christopher Delbrück beginnt seine Karriere 1995 als Berater und Projektleiter bei der Boston Consulting Group in Hamburg. Nach einer Zeit als Managing Director bei Decision Warehouse Softwareunternehmen wechselt er 2002 zu E.on nach Düsseldorf. Dort ist er zunächst als Vice President Corporate Development für Zentraleuropa und European Gas tätig.

Von 2005 bis 2010 ist Delbrück als Managing Director, CFO und stellvertretender CEO bei E.on Sverige in Malmö tätig. 2010 kommt er als CFO von E.on Energy Trading zurück nach Deutschland. 2011 wird er in Personalunion auch CFO von E.on Ruhrgas und begleitet die Fusion der E.on Energy Trading mit E.on Ruhrgas zur E.on Global Commodities, wo er bis Oktober 2013 als CFO fungiert und 2013 zum CEO befördert wird.

Seit Anfang  2016 ist Delbrück CFO von Uniper. In dieser von E.on abgespaltenen Gesellschaft hat E.on die konventionelle Stromerzeugung und den Energiehandel gebündelt. Uniper ist seit September 2016 als unabhängiges Energie-Unternehmen an der Börse gelistet. Im Sommer 2018 übernimmt Delbrück wegen einer Krebserkrankung von Uniper-CEO Klaus Schäfer übergangsweise auch die Ressorts Kommunikation und Politik.

zum Profil

Elliot könnte das ähnlich sehen: Der gefürchtete Investor hat bereits in der Vergangenheit bei geplanten Übernahmen Druck auf die Käuferseite ausgeübt, um einen höheren Preis herauszuschlagen. Ob das in diesem Fall gelingt, ist unklar: Fortum-Chef Pekka Lundmark hat in der Vergangenheit betont, dass er keine Absicht habe, das Gebot aufzustocken. Ziel sei in erster Linie der E.on-Anteil an Uniper.

Paul Singer und sein als aktivistisch geltender Hedgefonds Elliott sind für Einstiege wie im Falle Uniper bekannt. In Deutschland hatte sich Elliott unter zuletzt anderem bei der Übernahme des Arzneimittelherstellers Stada durch die beiden Private-Equity-Investoren Bain und Cinven eingeschaltet, und das mit Erfolg: Elliott war mit 15 Prozent an Stada beteiligt und forderte von den PE-Häusern einen satten Aufschlag von 180 Millionen Euro. Bain und Cinven gaben im Übernahmestreit letztlich nach. Im Oktober hat sich Elliott zudem drei Prozent beim deutschen Maschinenhersteller Gea gesichert.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

Immer wieder geraten deutsche Konzerne ins Visier von aggressiven Investoren. Erfahren Sie die neuesten Entwicklungen auf der FINANCE-Themenseite Aktivistische Investoren.

Über alle Entwicklungen bei dem Essener Energiekonzern hält sie die Themenseite zu E.on auf dem Laufenden.

Mehr über den Werdegang des Uniper-Finanzchefs finden Sie im CFO-Almanach FINANCE-Köpfe auf der Seite von Christopher Delbrück.