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M&A-Deals: Back-Factory, Zooplus, Vonovia

Valora übernimmt Back-Factory. Damit gehört der Backwarenanbieter künftig zu dem Unternehmen, das bereits die Wettbewerber Ditsch und Backwerk führt. Foto: karepa – stock.adobe.com

Valora übernimmt Back-Factory

Die Schweizer Valora Gruppe kauft den Hamburger Backwaren- und Snackanbieter Back-Factory von dem Backwarenhersteller Harry-Brot. Wie der Mutterkonzern der Bäckereien Ditsch und Backwerk mitteilte, soll die Übernahme voraussichtlich am 1. November dieses Jahres erfolgen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht – gestemmt werden soll er aus bestehenden Finanzmitteln.

Durch den Zukauf von Back-Factory mit über 80 Verkaufsstellen erweitern die Schweizer ihre Food-Service-Plattform in Deutschland, die derzeit mit den Marken Ditsch und Backwerk rund 500 Verkaufsstellen umfasst. Damit steigt Valora nach eigenen Angaben zu den Top fünf der umsatzstärksten Systemgastronomen in Deutschland auf. Das Bundeskartellamt muss der Transaktion noch grünes Licht geben.

Hellman & Friedman bessert Zooplus-Offerte nach

Hellman & Friedman reagiert auf den Konkurrenzdruck im Bieterwettkampf um Zooplus: Nachdem auch die Finanzinvestoren EQT und KKR ins Rennen um den Münchener Online-Tierbedarfshändler eingestiegen waren, hat Hellman & Friedman das im August vorgelegte Übernahmeangebot deutlich verbessert. Wie der Private-Equity-Investor bekanntgab, bietet er den Zooplus-Aktionären nun 460 Euro je Aktie – das sind 70 Euro mehr als zuvor. Damit steigt die Bewertung von Zooplus auf fast 3,3 Milliarden Euro. Durch die Nachbesserung verlängert sich die Annahmefrist der Offerte, die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie bleibt bestehen.

Mit dem neuen Angebot liegt Hellman & Friedman im Rennen nun offenbar in Führung: „Das Angebot ist alternativen Angeboten, die die Gesellschaft erhalten hat, überlegen. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft begrüßen daher die Erhöhung der Gegenleistung“, heißt es in einer Mitteilung von Zooplus. Der Vorstand um CFO Andreas Maueröder empfehlen den Zooplus-Aktionären daher die Annahme des Angebots von Hellman & Friedman. 17 Prozent der Anteile an dem Münchener Online-Tierbedarfshändler wurden dem Private-Equity-Investor bereits verbindlich zugesagt.

Die Nachbesserung der Offerte von Hellman & Friedman hat bereits Früchte getragen: Wie Zooplus am Mittwoch bekanntgab, hat KKR entschieden, die Gespräche mit den Münchenern über ein mögliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot nicht fortzuführen.

Vonovia sichert Deutsche-Wohnen-Übernahme ab

Vonovia streicht die Mindestannahmeschwelle bei dem Übernahmeangebot für Deutsche Wohnen und sichert so den milliardenschweren M&A-Deal ab: Wie der Bochumer Immobilienriese bekanntgab, verzichtet er bei dem aktuell laufenden freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot für den Berliner Rivalen auf alle Angebotsbedingungen. Die Annahmefrist verlängert sich dadurch um zwei Wochen und endet am 4. Oktober. „Somit räumt Vonovia alle Risiken aus und sichert das Gelingen der Transaktion im Interesse der Stakeholder beider Unternehmen“, heißt es in der Mitteilung. Ursprünglich hatten die Bochumer eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent festgelegt.

Mit diesem Schritt will Vonovia verhindern, dass der Zukauf erneut an der nicht erreichten Annahmeschwelle scheitert – aus diesem Grund platzte im Juli dieses Jahres das letzte Übernahmeangebot. Bislang haben sich die Bochumer nach eigenen Aussagen mehr als 40 Prozent der Anteile an der Deutsche Wohnen gesichert. Zudem kann Vonovia nach dem Closing weitere bis zu 4 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien erwerben.

Darüber hinaus verkaufen Vonovia und Deutsche Wohnen 14.750 Wohnungen sowie 450 Gewerbeeinheiten an die kommunalen Wohnungsgesellschaften Berlinovo, Degewo und Howoge in Berlin. 4.250 dieser Einheiten stammen aus dem Besitz von Vonovia, ihr Preis beläuft sich auf 811 Millionen Euro. Mit dem Verkauf will Vonovia einen Beitrag zum Ausbau der kommunalen Wohnungsbestände in Berlin leisten. Der Verkauf von Immobilien war ein Teil des Deals mit der Deutschen Wohnen.

Info

Thyssenkrupp verkauft Edelstahlwerk nach Italien

Thyssenkrupp macht beim Konzernumbau weitere Fortschritte: Wie das Unternehmen bekanntgab, verkauft es das Edelstahlwerk Acciali Speciali Terni (AST) an die italienische Arvedi Gruppe. Teil der Transaktion sind auch die dazugehörigen Vertriebsorganisationen in Deutschland, Italien und der Türkei. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. AST erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 mit 2.700 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro. Der Thyssenkrupp-Aufsichtsrat sowie die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen. Mit dem Closing rechnet der Ruhrkonzern im ersten Halbjahr 2022.

Darüber hinaus prüfen die Essener, sich nach dem Verkauf minderheitlich an AST zu beteiligen. Dies will Thyssenkrupp bis zum Closing des Deals noch verhandeln. Der AST-Verkauf ist nun schon die vierte Veräußerung aus dem Segment „Multi Tracks“, in dem die Essener Einheiten bündeln, für die sie keine Zukunft mehr im Konzernverbund sehen. Bereits verkauft hat Thyssenkrupp das Mining-Geschäft, das Infrastruktur-Geschäft sowie den Geschäftsbereich Carbon Components. Arvedi beschäftigt derzeit 3.500 Mitarbeiter und plant nach dem Zukauf „signifikante Investitionen“.

M&A-Berater-News

Die Deutsche Bank verkündet gleich drei Neuzugänge für ihr M&A-Beratungsteam im TMT-Sektor (Technologie/Medien/Telekom): Christian Böhm soll das Team als Managing Director von Frankfurt aus verstärken. Der M&A-Berater kommt von der US-Bank JP Morgan, wo er zuletzt als Executive Director Kunden, Investoren und Wagniskapitalgeber aus dem Technologiesektor betreute. Mit ihm wechseln zwei weitere M&A-Berater zur Deutschen Bank – welche, lesen Sie hier.

Blick in den M&A-Markt

Private Equity oder Unternehmen: Wer ist besser aufgestellt, wenn es um die Nutzung von Corona-bedingten Kaufchancen geht? Wie aus dem neunten „European M&A Outlook“ von CMS und Mergermarket hervorgeht, stimmen bei dieser Frage 71 Prozent der Dealmaker für die Private-Equity-Investoren.

Zudem erwartet mehr als die Hälfte der befragten M&A-Professionals in den kommenden zwölf Monaten eine Zunahme der M&A-Aktivitäten in Europa – in der Vorjahresumfrage hatten sich noch 78 Prozent der Befragten auf einen Rückgang des M&A-Treibens eingestellt. Verantwortlich für den vorhergesagten M&A-Boom auf der Käuferseite sollen nach Einschätzung von 24 Prozent der Befragten vor allem unterbewertete Targets sein.

Der wichtigste Treiber auf der Verkäuferseite ist hingegen Distressed M&A, meinen 22 Prozent der Befragten. Außerdem gehen 72 Prozent der Dealmaker davon aus, dass ESG-Aspekte in den kommenden drei Jahren an Relevanz gewinnen. 65 Prozent der Befragten rechnen zudem damit, dass sich die Due Diligence im selben Zeitraum verstärkt auf ESG-Faktoren konzentrieren wird.

Weitere M&A-News

Biotest wird spanisch: Der spanische Konkurrent Grifols will den Arzneimittelhersteller für bis zu 1,1 Milliarden Euro übernehmen. Wie die Spanier mitteilten, entspricht das einer Unternehmensbewertung von 2 Milliarden Euro. Derzeitiger Mehrheitseigentümer mit 90 Prozent der Anteile ist der chinesische Konzern Creat, der Biotest 2018 für 1,3 Milliarden Euro inklusive Schulden übernommen hatte. Konkret übernimmt Grifols die Beteiligung der Chinesen für 773 Millionen Euro sowie ein Gesellschafterdarlehen über 313 Millionen Euro. Alle weiteren Biotest-Aktionäre erhalten ein Übernahmeangebot von Grifols. Für Stammaktien bieten die Spanier 43 Euro je Aktie, für Vorzugsaktien je 37 Euro. Als Berater bei der Transaktion agieren Osborne Clarke, Proskauer Rose, Nomura Securities und UBS.

Der Kochboxenversender Hellofresh steigt bei dem russischen Konkurrenten Chefmarket ein: Wie die Berliner mitteilten, beteiligen sie sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 10 Prozent der Anteile an Chefmarket. Der Kaufpreis beläuft sich auf einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag. Für den Dax-Aufsteiger sei die Investition ein strategischer Schritt, „um einen aufstrebenden Markt mit signifikantem Wachstumspotenzial zu erschließen“.

Der Immobilieninvestor Patrizia baut sein Infrastruktur-Geschäft mit einem Zukauf aus: Wie die Augsburger mitteilten, übernehmen sie den britisch-australischen Infrastrukturmanager Whitehelm Capital. Der Kaufpreis beträgt zunächst 67 Millionen Euro, den Patrizia bar und in eigenen Aktien zahlt. Hinzu kommt eine Earn-out-Komponente, durch die der Gesamtkaufpreis „bei der Erreichung von ambitionierten mittelfristigen Wachstumszielen“ auf einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag ansteigen kann. Mit der Übernahme verdreifacht sich den Augsburgern zufolge das verwaltete Infrastruktur-Vermögen auf rund 5 Milliarden Euro. Whitehelm bringt 3,2 Milliarden Euro mit. Mittelfristig will Patrizia das Segment auf 15 bis 20 Milliarden Euro ausbauen. Die Transaktion, die noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht, will der Immobilieninvestor im ersten Quartal kommenden Jahres abschließen. Whitehelm wurde bei dem Verkauf von der Investmentbank Berkshire Global Advisors und der Kanzlei DLA Piper beraten.

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M&A

Beim Unternehmenswachstum spielt M&A eine wichtige Rolle. Spannende Analysen, News zu Deals, Trends und Playern im M&A-Markt finden Sie hier.

Hauck & Aufhäuser kauft den Kryptoverwahrer Kapilendo Custodian. Wie die Privatbank bekanntgab, hat sie sich mit dem Finanztechnologieunternehmen Bloxxon (ehemals: Kapilendo Crypto) auf den Erwerb geeinigt. Künftig wird Kapilendo Custodian unter dem Namen „Hauck & Aufhäuser Digital Custody“ firmieren. Hauck & Aufhäuser übernimmt damit „einen der ersten Kryptoverwahrer mit der Erlaubnis zur Verwahrung von Kryptowerten in Deutschland“. Diese Erlaubnis hat Kapilendo Custodian von der Finanzaufsicht Bafin am Dienstag erhalten, heißt es in der Mitteilung. Mit dem Zukauf will das Bankhaus das Servicespektrum im Bereich „Digital Assets“ erweitern. Finanzielle Transaktionsdetails wurden nicht genannt.

Die Bundesregierung trennt sich endgültig von ihrer Beteiligung an der Deutschen Pfandbriefbank. Wie die begleitende Kanzlei Hogan Lovells (Federführung: Tim Oliver Brandi und Michael Schlitt) mitteilte, verkauft sie die restlichen 3,5 Prozent der Anteile über den Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) im Rahmen eines sogenannten Dribble-outs, also nach und nach.

Verkauf Siemens das Logistikgeschäft? Das berichtete zumindest die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Dem Bericht zufolge könnte der Geschäftsbereich „Siemens Logistics“, der den Reuters-Insidern zufolge einen jährlichen Gewinn von rund 50 Millionen Euro erzielen soll, mit rund 500 Millionen Euro bewertet werden. Eine M&A-Auktion könnte demnach bereits Ende dieses Jahres starten. Siemens wollte die Gerüchte auf Nachfrage von Reuters nicht kommentieren.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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