Zwischen den Solar- und Windenergieunternehmen Capital Stage und Chorus Clean Energy bahnt sich ein M&A-Deal an.

Chorus Clean Energy

03.06.16
Deals

M&A-Deals: Chorus Clean Energy, Bilfinger, AppelrathCüpper

Chorus Clean Energy wird zum Übernahmeziel, Bilfinger findet einen Käufer für seine Gebäudemanagementsparte und Advent verkauft das Modehaus AppelrathCüpper. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Capital Stage greift nach Chorus Clean Energy

Der Solar- und Windparkbetreiber Capital Stage will die Konsolidierung in der Erneuerbare-Energien-Branche vorantreiben und plant, den Wettbewerber Chorus Clean Energy zu übernehmen. Mit dem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot will Capital Stage fünf eigene Aktien gegen drei Anteile von Chorus Clean Energy tauschen.

Sowohl der Hauptaktionär als auch Vorstandsmitglieder von Chorus Clean Energy, die zusammen rund 15 Prozent der Anteile halten, wollen das Umtauschangebot in Anspruch nehmen. Als Finanzberater hat Capital Stage Macquarie Capital beauftragt. Die Rechtsberatung übernimmt CMS Hasche Sigle. Chorus Clean Energy wird bei der Transaktion durch die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins unter Federführung von Roland Maaß, Wilhelm Reinhardt und Stefan Süß beraten.

Bilfinger verkauft sein Herzstück an EQT

Der kriselnde Konzern Bilfinger hat mit EQT einen Käufer für seine Gebäudemanagementsparte gefunden. Der Private-Equity-Investor zahlt inklusive Schulden 1,4 Milliarden Euro, das entspricht einem Ebita von 11x. Im Wettrennen um die Sparte hat EQT damit gegen den US-Immobiliendienstleister JLL gewonnen. Mit dem Deal bleibt bei Bilfinger lediglich die Industriedienstleistungssparte. Den Bereich Power versucht Bilfinger bereits seit einiger Zeit zu veräußern, nun sollen die Bestandteile einzeln verkauft werden. Bilfinger hat die Wirtschaftskanzlei Milbank, Tweed, Hadley & McCloy mandatiert, federführend waren Norbert Rieger und Andrea Eggenstein. Der Aufsichtsrat von Bilfinger wurde von Hans-Ulrich Wilsing und Sebastian Goslar (beide Linklaters) beraten. EQT wurde von einem Freshfields-Team unter der Federführung von Kai Hasselbach und Ludwig Leyendecker beraten.

PE-Investor OpCapita kauft AppelrathCüpper

Dem Finanzinvestor Advent ist der Exit bei AppelrathCüpper gelungen. Der britische PE-Investor OpCapita übernimmt das Kölner Modeunternehmen. OpCapita hatte 2013 bereits den deutschen Textileinzelhändler NKD erworben. AppelrathCüpper gehörte zur ehemaligen Douglas-Gruppe. Deren Nachfolgerin Moda Holding hält inzwischen nur noch den Buchhändler Thalia. Die Verkäuferseite wurde bei der Transaktion durch die Wirtschaftskanzlei Milbank, Tweed, Hadley & McCloy unter Federführung von Andrea Eggenstein beraten.

Bain Capital verkauft FTE Automotive an Valeo

Der Private-Equity-Investor Bain Capital hat FTE Automotive an den Automobilzulieferer Valeo verkauft. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt. Die Freigabe des Kartellamts steht noch aus. Der Abschluss wird im vierten Quartal 2016 beziehungsweise im ersten Quartal 2017 erwartet.

FTE mit Sitz in Berlin entwickelt und produziert hydraulische und elektrohydraulische Systeme für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie. Bain hat das Unternehmen 2013 übernommen, die strategische Ausrichtung lag vor allem auf beschleunigtem Wachstum und der Erweiterung des Produktportfolios um High-Tech-Komponenten für verschiedene Fahrzeuggetriebe. Rothschild und Goldman Sachs haben Bain Capital bei dem Deal beraten.

Gamigo fusioniert mit Aeria Games

Die Spieleentwickler Gamigo und Aeria Games Europe schließen sich zusammen. Ziel ist die Entwicklung einer führenden Plattform, um die Konsolidierung im europäischen Spielemarkt voranzutreiben. Die Kartellbehörden müssen der Fusion noch zustimmen.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1, dem Aeria Games gehört, bringt sämtliche Anteile in das Unternehmen Gamigo ein und erhält im Gegenzug eine Beteiligung in Höhe von 33 Prozent an dem kombinierten Unternehmen. Als Berater hatte ProSiebenSat.1 die Wirtschaftskanzlei Milbank, Tweed, Hadley & McCloy unter Federführung von Martin Ehrhardt mandatiert. Zudem beriet Rautenberg & Company mit einem Team von Arndt Rautenberg.

PE-Investor 3i kauft Schlemmer Gruppe von Hannover Finanz

Der PE-Investor Hannover Finanz Gruppe und die Mackprang Holding haben sämtliche Anteile an dem Automobilzulieferer Schlemmer Gruppe veräußert. Rund 70 Prozent der Anteile hielt zuvor die Hannover Finanz Gruppe. Käufer sind das Private-Equity-Haus 3i Group sowie das Management der Schlemmer Gruppe.

Der Kaufpreis ist nicht bekannt, allerdings will 3i 181 Millionen Euro in Schlemmer investieren. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die Schlemmer Gruppe einen Bruttoumsatz von rund 220 Millionen Euro. Die Kartellbehörden müssen den M&A-Deal noch genehmigen. Die Verkäufer hatten die Kanzlei Latham & Watkins unter Federführung von Burc Hesse als Berater mandatiert. Für 3i war Freshfields Bruckhaus Deringer tätig.

Raymond James übernimmt Mummert & Company

Der amerikanische Finanzdienstleister Raymond James kauft das Münchener M&A-Beratungshaus Mummert & Company. Das Unternehmen soll Teil der Corporate-Finance-Abteilung von Raymond James werden und auch unter diesem Namen in Deutschland auftreten. Mit dem Deal will sich Raymond James Zugang zum europäischen Private-Equity-Markt verschaffen. Der Deal ist einer von vielen aktuell unter M&A-Beratern in Deutschland. Zuletzt fusionierte die Wiesbadener M&A-Boutique Equitygate mit den Beratern von Capitalmind.

M&A-Personalien

Die Corporate-Finance-Beratung Freitag & Co erweitert zum 1. Juni ihren Beirat. Neue Mitglieder werden der US-Finanzrestrukturierungsexperte Robert Steven Miller, Stefan Schmittmann und Matthias Wissmann. Schmittmann war Vorstandssprecher der Vereins- und Westbank und hatte Vorstandspositionen bei der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank sowie der Commerzbank inne. Derzeit ist Schmittmann unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender der Commerz Real. Wissmann war Bundesverkehrsminister und leitet zur Zeit den Verband der Automobilindustrie. Zudem ist er Vizepräsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie und sitzt im Aufsichtsrat der Lufthansa. Freitag & Co hat zuletzt unter anderem das Telekommunikationsunternehmen Freenet bei dem Anteilserwerb an Sunrise Communications beraten.

Das Beratungsunternehmen Oliver Trautmann wird neuer Partner bei WTS. Dort soll der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer die Corporate-Tax-Praxis in Frankfurt verstärken und die Transaktionsberatung ausbauen. Der 49-Jährige wechselt von der Wirtschaftskanzlei Noerr, bei der er seit 2007 tätig war. Er berät unter anderem bei PE-Transaktionen und M&A-Deals. Vor seinem Einstieg bei Noerr arbeitete Trautmann seit 1995 bei einer Big-Four-Gesellschaft und einer Wirtschaftskanzlei.

Weitere M&A-Deals

Der Hedgefonds TCI befürwortet die Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE). Diese Unterstützung kommt unerwartet, denn vor elf Jahren torpedierte TCI den gleichen Deal noch. Inzwischen ist TCI-Gründer Christopher Hohn nicht mehr an der Deutschen Börse beteiligt. Grund für den Sinneswandel ist die stärkere Orientierung am angelsächsischen Modell, wie Hohn gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ erklärte. Der US-Wettbwerber ICE könnte jedoch noch versuchen, die Fusion zu vereiteln. Der Konzern könnte ab November ein Gegenangebot vorlegen, wie Reuters unter Berufung auf Insider berichtete. Eigentlich hatte ICE eine solche Offerte bereits im Frühjahr erwogen, dann aber nicht verfolgt, da das LSE-Management nicht zu Verhandlungen bereit gewesen sei.

Im Rahmen der Restrukturierung hat sich Scholz von seiner Tochter ScholzAlu Stockach getrennt. Käufer ist der Private-Equity-Investor Orlando, über den Kaufpreis ist nichts bekannt. ScholzAlu Stockach ist ein Hersteller von Guss- und Knetlegierungen aus recyceltem Aluminium-Schrott und ein Aufbereiter von Salzschlacke aus der Sekundäraluminiumproduktion. Das Unternehmen am Bodensee beschäftigt 160 Mitarbeiter. Scholz wurde beraten von den Anwälten Erich Schmid und Jost Rudersdorf der Kanzlei Menold Bezler sowie von Nikolos Tsagareli von Gleiss Lutz. Orlando wurden von einem Team der Kanzlei Noerr um den Partner Florian Becker unterstützt.

Das Fintech JDC Group übernimmt im Zuge eines Asset Deals Geld.de, eine Online-Vergleichsplattform für den Versicherungsmarkt. Verkäufer ist die Unister-Gruppe. JDC erhofft sich aus dem M&A-Deal Cross-Selling-Potenzial für Kapitalanlageprodukte. Zudem wurde eine Vertriebskooperation vereinbart.

Braas Monier, ein Hersteller von Dachbaustoffen, übernimmt ein Dachsteinwerk in Südafrika. Verkäufer des Werks, das unter der Marke Technicrete produziert, ist die Infrastructure Specialist Group Proprietary. Für den Erwerb der Vermögenswerte investiert Braas Monier insgesamt rund 3 Millionen Euro.

Der Chemiehändler Brenntag übernimmt die übrigen 49 Prozent der Anteile an dem chinesischen Branchenkollegen Zhong Yung (International) Chemical. Brenntag hatte bereits 2011 die ersten 51 Prozent der Anteile erworben.

Der US-amerikanische Private-Equity-Fonds TSG Consumer Partners hat sich mit einer Minderheit an dem Fahrradhersteller Canyon Bicycles beteiligt. Der M&A-Deal soll noch in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Beraten wurde TSG Consumer Partners bei der Transaktion durch Gleiss Lutz unter Federführung von Jan Bauer und Rüdiger Schmidt-Bendun.

Der Sportartikelhersteller Adidas veräußert seine US-Lifestylemarke Mitchell & Ness an ein neu gegründetes Unternehmen, an dem Juggernaut Capital Partners die Mehrheit hält. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal erwartet. Für Adidas ergibt sich daraus ein Ertrag im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich, wie der Konzern bekanntgab. Berater von Adidas waren Robert W. Baird & Co. sowie Ropes & Gray. Für die Käuferseite waren Symphony Investment Partners und Robinson Bradshaw beratend tätig.

Offenbar stellt sich auch die Bundesregierung gegen eine mögliche Übernahme des Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Investor Midea. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Dow Jones unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung. Demnach will Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Allianz deutscher oder europäischer Unternehmen bilden, die Kuka übernehmen soll. Wer solch ein Konsortium führen soll, sei jedoch noch nicht klar.

Der PE-Investor Aurelius kauft die Geschäftsaktivitäten der Abelan Gruppe in Deutschland und den Niederlanden, die einen Jahresumsatz von etwa 50 Millionen Euro einbringen. Dazu gehören eine Papierfabrik und eine Produktionsstätte für Vollpappe. Die Transaktion soll Ende Juni abgeschlossen werden.

Der Möbelhändler Steinhoff hat die laufende Übernahme des französischen Elektronik- und Haushaltsgerätekette Darty abgebrochen. Das letzte Angebot der Steinhoff-Tochter Conforama hatte keinen Erfolg. Bis Ende Mai haben nur etwa 21 Prozent der Aktionäre ihre Anteile an Conforama verkauft.

Offenbar interessieren sich chinesische Investoren für den Regionalflughafen Hahn, wie die F.A.Z. berichtete. Dem Unternehmensverbund HNA gehört unter anderem die Fluggesellschaft Hainan Airways. Bei dem Deal soll es dem Bericht zufolge um einen Kaufpreis in niedriger zweistelliger Millionenhöhe gehen. Das Land Rheinland-Pfalz hält 82,5 Prozent der Anteile, die übrigen Anteile gehören dem Land Hessen.

Der französische Industriekonzern Legris Industries hat Schiederwerk, einen Anbieter von Stromversorgungslösungen mit Sitz in Nürnberg, erworben. Schiederwerk soll einen Kernbereich des Unternehmens bilden. Die Kanzlei White & Case hat Legris Industries bei der Übernahme unter Federführung von Stefan Koch und François Leloup beraten. Schiederwerk wurde durch ein Team von Rödl & Partner um Partner Michael Wiehl begleitet. Zudem war ein Team von Concentro Management um Michael Raab für die Verkäuferseite tätig.

Die EU-Kommission hat dem Baustoffkonzern Heidelberg Cement erlaubt, den italienischen Wettbewerber Italcementi zu übernehmen. Bedingung für den Abschluss der Transaktion ist, dass Heidelberg Cement das belgische Geschäft von Italcementi veräußert. Italcementi hatte Cleary Gottlieb Steen & Hamilton als Berater beauftragt. Die Feder führte Partner Matteo Beretta.

Vossloh denkt offenbar über den Verkauf der Fertigung von Lokomotiven und Straßenbahnen nach, wie Ankeraktionär Heinz Hermann Thiele gegenüber dem Manager Magazin sagte. Durch einen solchen M&A-Deal würde der Umsatz Thiele zufolge auf rund 1 Milliarde Euro sinken. Zudem wolle er den Infrastrukturbereich, also das Geschäft mit Schienen und Weichen, durch Zukäufe stärken. Durch solche Deals solle das Umsatzvolumen von Vossloh um etwa 1 Milliarde wachsen.

Der Versicherungskonzern Ergo Group erwirbt 40,26 Prozent der Anteile an dem thailändischen Versicherer Thaisri Insurance. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Geschäftsjahr Prämieneinnahmen von 50,3 Millionen Euro und einen Gewinn von 8,9 Millionen Euro. Verkäufer ist die Pailuck Company.

Die auf Brandschutz spezialisierte svt-Gruppe hat den Branchenkollegen AIK Flammadur Brandschutz übernommen. Die svt-Gruppe gehört mehrheitlich dem IK Small Cap I Fund des PE-Investors IK Investment Partners. Details der Transaktion sind nicht bekannt.

Die Mittelstandsholding Capcellence hat im Zuge einer Kapitalerhöhung eine Beteiligung in Höhe von 49 Prozent an der Schweizer Argo-Hytos-Gruppe erworben. Das Unternehmen ist auf Hydrauliksysteme spezialisiert. Die übrigen 51 Prozent der Anteile verbleiben bei der Gründerfamilie Kienzle. Die Transaktion ist bereits abgeschlossen. Beraten wurde Capcellence durch die Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle unter Federführung von Tobias Schneider. Die Kanzlei Ashurst hat die Argo-Hytos-Gruppe beraten, federführend waren Reinhard Eyring und Philip Cavaillès. 

Der Investor Invicto Holding hat die CCP Gruppe, einen Industriedienstleister, übernommen. Als Berater hatte Invicto die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft I-Advise beauftragt.

Der Vertriebsdienstleister DPV Deutscher Pressevertrieb, der zum Verlagshaus Gruner + Jahr gehört, erwirbt den Wettbewerber Axel Springer Vertriebsservice. Die Wettbewerbshüter müssen dem Deal noch zustimmen.

Das Unternehmen Huber + Suhner, das auf Verbindungstechnik spezialisiert ist, kauft Polatis, einen Anbieter von optischen Switches für Rechenzentren. Polatis erzielte im Vergangenen Jahr in den USA, Großbritannien und Polen einen Umsatz von rund 13 Millionen US-Dollar. Der M&A-Deal soll aus eigenen Mitteln finanziert und im Juli abgeschlossen werden.

Der Reiseveranstalter Ruf Reisen erwirbt den Sprachreiseanbieter IP International Projects, der unter anderem unter der Hauptmarke Offaehrte Sprachreisen auftritt. Die Unternehmen kooperieren bereits seit Jahren. Details des Deals sind nicht bekannt.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

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