German Pellets

06.05.16
Deals

M&A-Deals: German Pellets, Scholz, Sixt Leasing

German Pellets findet Käufer für Teile des Betriebs, ein Interessent aus China konkurriert mit KKR um Scholz, und Sixt Leasing kauft Autohaus 24. Diese und andere M&A-Deals finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

Zerschlagung von German Pellets steht bevor

Der insolvente Brennstoffhersteller German Pellets wird nun doch zerschlagen. Der US-Finanzinvestor Metropolitan Equity Partners sichert sich den Betrieb in Wismar, der in ein neues Unternehmen namens Wismar Pellets eingebracht wird. Beraten wurde der Investor dabei durch die Kanzlei Luther unter Leitung von Matthias Götz und Andrea Metz.

Weitere deutsche Produktionsstätten kauft der Holzverarbeiter J. Rettenmaier & Söhne. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg hatte sich zuvor Hoffnung auf alle vier zentralen Standorte von German Pellets gemacht.

Wettbieten um Scholz

In den Verkaufsprozess des Schrottrecyclers Scholz ist ein neuer Bieter aus China eingetreten. Eigentlich steht der Finanzinvestor KKR in exklusiven Verhandlungen mit Scholz. Nun hat allerdings mit der Chiho-Tiande Gruppe offenbar auch ein chinesischer Branchenkollege von Scholz eine Offerte abgegeben.

Dabei will Chiho-Tiande eigenen Angaben zufolge die besicherten Forderungen von Scholz-Gläubigen aufkaufen. Dabei geht es um einen Nominalwert von insgesamt 524 Millionen Euro. Zu diesen Gläubigern zählen unter anderem Hedgefonds.

Sixt Leasing kauft Autohaus24

Die Leasinggesellschaft Sixt Leasing hat 100 Prozent der Anteile an dem Internet-Neuwagenvermittelter Autohaus24 übernommen. Verkäufer sind die Sixt-Tochter Sixt Ventures sowie der Axel Springer Auto Verlag, die jeweils 50 Prozent hielten. Über den Kaufpreis ist nichts bekannt.  Durch den Deal will Sixt Leasing seinen Zugang zum Online-Fahrzeugmarkt für Privat- und Gewerbekunden ausbauen. „Insbesondere durch die stärkere Integration von Leasing- und Vario-Finanzierungsangeboten auf autohaus24.de gehen wir davon aus, unerschlossene Volumen- und Ertragspotenziale heben zu können“, sagte der Vorstandsvorsitzende Rudolf Rizzolli.

Adidas will Teile der Golfsparte verkaufen

Adidas hat beschlossen, größere Teile seiner Golfsparte, die mehr als 900 Millionen zum Umsatz beiträgt, zu verkaufen. Konkret handelt es sich dabei um den Golfausrüster TaylorMade und die Marken Adams und Ashworth. Stattdessen solle sich die Sparte künftig auf Golfschuhe und -kleidung der Marke Adidas Golf konzentrieren. Als mögliche Interessenten werden Wettbewerber aus Asien sowie PE-Investoren gehandelt.

M&A-Personalien

Michael Esser wechselt zu Latham & Watkins. Er berät schwerpunktmäßig bei Fusionskontroll- und Kartellverfahren. Zudem ist Esser auf den Technologie-, Medien- und Telekommunikationssektor spezialisiert. Er kommt von Freshfields Bruckhaus Deringer, wo er ebenfalls Partner war.

Christian Bornhorst ist neuer Partner der Kanzlei Simmons & Simmons. Der 42-Jährige ist auf M&A-Deals für Asset- und Fondsmanager sowie PE-Transaktionen spezialisiert. Bornhorst war vor seinem Einstieg bei Simmons & Simmons als Counsel 2013 in der Rechtsabteilung eines Fortune-500-Unternehmens sowie bei einer nicht näher genannten Wirtschaftskanzlei tätig.

Knorr-Bremse hat Christian Vornehm zum Leiter des Bereichs M&A und Antitrust in der Rechtsabteilung ernannt. Der 44-Jährige ist bereits seit 2008 bei dem Hersteller von Bremssystemen tätig und war bislang stellvertretender Leiter des M&A- und Antitrust-Bereichs.

André Schwanna ist in die Coprorate-Praxis von Mayer Brown gewechselt. Zuvor war er acht Jahre lang als Partner bei Clifford Chance tätig. Zudem hat er die Counsel Benjamin Büttner und Alexander Täumer mit zu Mayer Brown gebracht.

Norton Rose Fulbright hat Katrin Stieß und Peter Holst zu neuen Partnern ernannt. Die 40-jährige Stieß arbeitet in der Münchener Niederlassung der Kanzlei in der Praxisgruppe Corporate, M&A und Securities. Der 40-jährige Holst ist am Frankfurter Standort im gleichen Bereich tätig.

Weitere M&A-Deals

Der Spezialchemiekonzern Evonik hat nach langer Suche ein passendes M&A-Target gefunden: Das Unternehmen kauft das Spezialadditiv-Geschäft von dem US-Wettbewerber Air Products für umgerechnet knapp 3,5 Milliarden Euro. Das Spezialadditiv-Geschäft von Air Products stellt Zusatzstoffe für Beschichtungen, Kunstharze und Klebstoffe sowie Spezialtenside her. Im Zuge des M&A-Deals wurde Strategiechef Christian Kullmann zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt.

Der US-Börsenbetreiber Intercontinental Exchange (ICE) hat kein Interesse an einem Zusammenschluss mit der Londoner Börse (LSE). Damit hat die Deutsche Börse einen Konkurrenten weniger. ICE erklärte, kein Angebot für die London Stock Exchange abgeben zu wollen, weil es keinen ausreichenden Nutzen in einer Übernahme sehe. Die Deutsche Börse und LSE hatten sich im März offiziell auf einen Zusammenschluss geeinigt.

Der Möbelhändler Steinhoff klammert sich an den Darty-Deal: Da Steinhoff mit 0,32 Prozent bisher nur wenige Aktien des Elektronikhändlers angedient bekommen hat, wurde die Annahmefrist bis zum 9. Mai verlängert. Bislang hält Steinhoff etwa 20,73 Prozent der Darty-Anteile. Sollte Darty allerdings Fnac den Zuschlag geben, wird die Steinhoff-Offerte hinfällig.

Axel Springer verkauft zusammen mit den Gründern den Anbieter von Online-Finanzanwendungen Smarthouse Media an den Dortmunder IT-Dienstleister Adesso. Der Kaufpreis beträgt 24 Millionen Euro. Smarthouse erzielte 2015 mit 120 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 16 Millionen Euro.

Der Hersteller von Hörsystemen Sonova übernimmt die niederländische AudioNova International. Der Wert von AudioNova werde mit 830 Millionen Euro veranschlagt und die Auszahlung des Kaufpreises erfolge in bar, hieß es. Der Deal wurde mit einer Kombination aus Barmitteln und Fremdkapital finanziert. Sonova wird 2016 voraussichtlich einen Umsatz von 360 Millionen Euro erzielen.

Der Industriedienstleister Ferrostaal hat seine Automobilsparte an die Rhenus Gruppe veräußert. Die kartellrechtliche Freigabe steht noch aus. Beraten wurde Ferrostaal bei der Transaktion durch die Kanzlei Simmons & Simmons, das Team leiteten die Partner Michael Bormann und Marc Urlichs.

Der Zahlungsdienstleister Concardis hat mit International Cash Processing (ICP) einen technischen Netzbetreiber für kartenbasierten Zahlungsverkehr erworben. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus. Zudem hat Concardis seine Beteiligung an Cardtech Card & POS Service auf rund 70 Prozent erhöht. Kürzlich hatte Concardis bereits das österreichische Unternehmen Rea Card Bargeldlose Zahlungssysteme sowie das Münchener Unternehmen Telepay übernommen.

Das Unternehmen Kiefel, das Maschinen zur Verarbeitung von Kunststofffolien herstellt, hat die österreichische Mould & Matic Solutions Gruppe übernommen. Die Kartellbehörde hat den M&A-Deal bereits genehmigt. Als Berater war CMS Hasche Sigle unter Federführung von Richard Mitterhuber, Thomas Mühl und Johannes Trenkwalder für Kiefel tätig.

GFKL Lowell hat den österreichischen Inkassodienstleister IS Inkasso Service von dem Beteiligungsunternehmen Hannover Finanz und dem Management erworben. Der M&A-Deal muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden. Der Verkauf soll Ende Mai abgeschlossen sein. Als rechtlichen Berater hatte GFKL Lowell die Kanzlei Baker&McKenzie mandatiert. Das Team leiteten Ingo Strauss und Heiko Gotsche.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.