Morgan Stanley soll offenbar im Auftrag von Waterland einen Käufer für die Median Kliniken finden. Unter den Strategen drängt sich nur ein Name auf.

shironosov/iStock/Thinkstock/Getty Images

26.07.18
Deals

Waterland plant offenbar Exit bei Median

Seit vier Jahren liegen die Median Kliniken im Portfolio des PE-Investors Waterland, nun verdichten sich die Hinweise auf einen Ausstieg. Für Waterland wäre es ein Milliardendeal.

Die Private-Equity-Branche steht offenbar vor einer Milliardentransaktion: Wie die Agentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, bereitet Waterland den Verkauf der Median Kliniken vor. Morgan Stanley sei als Verkaufsberater mandatiert, bis zum Herbst sollen potentielle Käufer mit Informationen versorgt sein.

Die Klinikkette mit Hauptsitz in Berlin ist Deutschlands größte private Kette für Reha-Kliniken und betreibt 120 Einrichtungen. Die Schätzungen für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im laufenden Jahr liegen zwischen 100 und 120 Millionen Euro. Die Bewertung im Rahmen eines M&A-Deals könne den Insidern zufolge gemessen an anderen Wettbewerbern beim 10- bis 12-fachen dieses Wertes liegen. Damit könnte Waterland einen Betrag von mehr als 1 Milliarde Euro für Median erzielen.

Kommt Fresenius als Käufer für Median infrage?

Der Kreis der potentiellen Käufer, die solch eine Summe stemmen könnten, ist vergleichsweise klein. Unter den Strategen kommt als möglicher Interessent allenfalls der Branchenprimus Fresenius infrage. Dessen Finanzchefin Rachel Empey sagte kürzlich in einem Interview gegenüber FINANCE, wenn eine große Transaktion sinnvoll erscheine, würde Fresenius sie intensiv prüfen. „Wichtig ist aber die Kombination aus größeren und kleineren Transaktionen – und eine Kombination aus organischem und anorganischem Wachstum“, so Empey (das vollständige Interview lesen ist im Printheft hier zu beziehen).

Eine Übernahme mit einem Volumen von 1 bis 1,5 Milliarden Euro wäre für Fresenius finanziell leicht zu stemmen – trotz der großen Ungewissheit rund um die fehlgeschlagene Akorn-Übernahme.

Die von Reuters befragten Experten erwarten, dass sich auch mehrere Private-Equity-Häuser für die Median Kliniken interessieren dürften. Aus dieser Gruppe drängen sich wesentlich mehr potentielle Bieter auf als aus dem Kreis der Strategen. Die Healthcare-Branche steht bei Private Equity derzeit hoch im Kurs. Waterland und Fresenius äußerten sich bislang nicht zu den Gerüchten. 

Waterland hat Median durch Fusion und Zukäufe gestärkt

Die Klinikkette ist bereits seit vielen Jahren in Private-Equity-Hand. Waterland hat Median 2014 von dem PE-Haus Advent übernommen. Inklusive Schulden hatte die Transaktion damals bereits ein Volumen von 1 Milliarde Euro. Noch im selben Jahr verkaufte Waterland den Immobilienbestand für gut 700 Millionen Euro an den Medical Properties Trust in den USA, seitdem laufen langfristige Mietverträge für die Klinikobjekte.

Waterland hat die Median Kliniken zunächst mit dem seit 2011 im Portfolio befindlichen Pflegeheimbetreiber RHM  zusammengeführt und später auch noch durch Zukäufe weiter ausgebaut. 2016 übernahm Waterland die Allgemeine Hospitalgesellschaft (AHG). Reuters zufolge soll die Integration der 45 AHG-Kliniken ein Grund dafür gewesen sein, dass der Verkaufsprozess nicht schon früher angestoßen wurde.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de