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DBAG eröffnet Büro in Mailand

Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) eröffnet ein Büro in Mailand. Foto: Kavalenkava - stock.adobe.com
Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) eröffnet ein Büro in Mailand. Foto: Kavalenkava - stock.adobe.com

Expansion nach Bella Italia: Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) eröffnet ein Büro in Mailand. Das gab der Private-Equity-Investor am heutigen Montag bekannt. Das neue Büro leitet der Partner und Head of Italy Giovanni Revoltella, der die Private-Equity-Branche unter anderem von seinen Stationen bei dem UK-Fonds Argan Capital sowie dem Schweizer Finanzinvestor Capvis bereits sehr gut kennt. Ebenfalls Teil des neuen Teams in Mailand ist Senior Advisor Antonio Corbani, der die DBAG seit Januar 2019 bei Investments in Italien begleitet.

Mit zwei Investment Professionals ist das Team aber noch nicht komplett: „Wir möchten ein eigenes Team aufbauen, das nur auf italienische Beteiligungen spezialisiert ist. Dafür möchten wir noch zwei Associates an Bord holen“, berichtet DBAG-Vorstandsmitglied Tom Alzin. Weitere Unterstützung erhält die DBAG in Italien derzeit noch von zwei Investment Directors aus Frankfurt. Deren Aufgaben sollen aber langfristig von dedizierten Seniors in Italien übernommen werden.

DBAG machte ersten Italien-Deal während Corona

Den Entschluss, ein Büro in Mailand zu eröffnen, fasste die DBAG nach den ersten Investments in Italien. Vor gut einem Jahr investierten die Frankfurter in PM Plastic Materials, einen Kabel- und Kabelschutzrohrhersteller mit einem Umsatz von 104 Millionen Euro in 2020. Im August 2021 folgte mit dem Einstieg bei dem Industrierecycler Itelyum die zweite italienische Beteiligung.

Antonio Corbani und Giovanni Revoltella (von links) sollen für die DBAG künftig Deals in Italien begleiten. Foto: DBAG

„Bei unserer täglichen Arbeit sind wir immer wieder mit Italien in Berührung gekommen: Sei es als Wettbewerber von deutschen Playern oder weil wir Add-ons in Italien getätigt haben“, so Alzin. Nach dem ersten Italien-Deal, der mitten in der Coronakrise erfolgte, spürte die DBAG, dass deutsche Investoren in Italien willkommen sind, vor allem weil andere angelsächsische Fonds während der Coronakrise beispielsweise nicht gereist und demnach nicht persönlich vor Ort waren. „Uns wurden nach unserem ersten Deal sogar direkt weitere Themen zugetragen“, erinnert sich Alzin zurück.

DBAG kann bis zu 300 Millionen Euro in Italien investieren

Das neue Büro in Mailand soll daher dazu dienen, noch näher an die italienischen Unternehmer zu rücken. „Italienische Unternehmer ticken sehr ähnlich wie deutsche Unternehmer. Doch es gibt einen Unterschied: Man muss sie noch emotionaler abholen“, begründet Alzin den Schritt nach Italien. Durch den neuen Standort könne die DBAG nun regelmäßig vor Ort präsent sein.

Künftig wollen die Frankfurter daher nicht nur „Italien als Investitionsmöglichkeit nicht ausschließen, sondern konkret ‚deals on the ground‘ machen“, sagt Alzin. Bis zu 25 Prozent des Volumens eines Fonds können die Frankfurter künftig in Italien investieren. Das entspricht beim aktuellen achten Fonds einer Summe von 300 Millionen Euro über die gesamte Fondslaufzeit.

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DBAG sucht Firmen aus dem Sektor Industrial Services

Italienische Firmen passen sehr gut zum Investitionsschwerpunkt der Frankfurter: Die italienische Unternehmenslandschaft ist stark mittelständisch geprägt, zudem ist der Maschinen- und Anlagenbau einer der wichtigsten Exportsektoren italienischer Firmen – beides Eigenschaften von Unternehmen, die auch die DBAG schätzt. Zudem beobachten die Frankfurter ein verstärktes Interesse italienischer Firmen, in internationale Märkte zu expandieren, und möchten hierfür – aber auch für regionale Buy-and-build-Strategien – Kapital bereitstellen.

Langfristig will die DBAG in Italien aber nicht nur in klassische Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau investieren. „Wir suchen auch gezielt nach B2B-Unternehmen im Bereich Industrieservices“, sagt Alzin. Die DBAG hat derzeit nach eigenen Angaben einige M&A-Deals in der Pipeline, vor allem „proprietäre Deals mit Familienunternehmen“, verrät der DBAG-Manager.

Auch Aurelius und Bregal haben Büros in Italien

Einen großen Wettbewerb in Italien durch andere europäische Private-Equity-Fonds spürt die DBAG derzeit noch nicht: „Italienische Player gibt es zwar einige, aber vor allem im Midmarket sind die Private-Equity-Häuser noch etwas kleiner im Vergleich zu Deutschland“, findet Alzin. Der „Sweet Spot“ in Italien liege bei Unternehmenswerten zwischen 30 und 70 Millionen Euro, die DBAG hingegen investiert ab 50 Millionen Euro. Dieser Markt ist in Italien bisher aus Sicht der DBAG „noch etwas unterbedient von Private Equity“.

Das könnte sich aber bald ändern: So ist zum Beispiel der Finanzinvestor Bregal bereits mit einem eigenen Büro in Italien vertreten, und auch der Turnaround-Investor Aurelius hat jüngst die Eröffnung eines Mailänder Büros unter der Leitung von Managing Director Ludovico Denza bekanntgegeben. Von einigen weiteren deutschen Midcap-Fonds ist außerdem zu hören, dass sie ebenfalls eine regionale Expansion nach Italien planen. Differenzieren will sich die DBAG daher durch ihren längeren Anlagehorizont, den der Finanzinvestor aufgrund seiner Börsennotiz bieten kann: „Wir können italienischen Unternehmen ein breiteres Spektrum von Eigenkapitalfinanzierungen bieten“, so Partner Giovanni Revoltella.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.

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