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Kein MDax-CFO verdient mehr als Peter Sassenfeld

Hochtief-CFO Peter Sassenfeld kam 2017 auf ein Gehalt von 3,8 Millionen Euro.
picture alliance/R4200

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Peter Sassenfeld, Hochtief AG

Peter Sassenfeld beginnt seine Karriere bei Mannesmann, wo er verschiedene Führungspositionen in den Bereichen Maschinenbau, Stahlhandel und Telekommunikation im In- und Ausland bekleidet. Danach wechselt er zu Bayer und verantwortet dort die globalen M&A-Aktivitäten des Pharma- und Chemiekonzerns.

Im Jahr 2005 geht Sassenfeld zur Kraus Maffei Group, bei der er im Jahr 2007 zum CFO der Holding Krauss Maffei AG ernannt wird. Drei Jahre später übernimmt er den Finanzbereich des Anlagenbauers Ferrostaal. Dort bleibt er nur ein gutes Jahr. Zum 1. November 2011 wird er zum CFO des Baukonzerns Hochtief berufen, wo er zusätzlich noch den Geschäftsbereich Hochtief AirPort verantwortet. 

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Hochtief-CFO Peter Sassenfeld hat im vergangenen Jahr von allen MDax-Finanzchefs am meisten verdient. Für das Geschäftsjahr 2017 ist der 52-Jährige, der in den vergangenen Monaten die Übernahme des Autobahnbetreibers Abertis ausgehandelt hat, mit einem Gehalt von 3,8 Millionen Euro der neue Spitzenverdiener unter den MDax-CFOs. Das hat eine Analyse der Frankfurter Unternehmensberatung HKP ergeben.

Die Vergütungszahlen beziehen sich auf den „Zufluss“ aus den Vergütungsberichten der Dax-Konzerne. Dabei handelt es sich um den Betrag, der den MDax-Finanzchefs tatsächlich zugeflossen ist – egal ob als Gehalt oder in Form einer Rentenvorsorge. 

CFO Sassenfeld profitiert vom Langzeitbonus

Sassenfelds hohes Gehalt ist auf den relativ hohen langfristigen Bonus des CFOs, im Vergütungsjargon auch LTI (Long Term Incentive) genannt, zurückzuführen. „Laut Geschäftsbericht wurde der LTI-Plan aus dem Jahr 2012 erstmals nach seinem Eintritt in den Vorstand im Jahr 2011 nicht nur zeitanteilig ausgezahlt“, erklärt Pia Lünstroth von HKP. Das bedeutet: Sassenfeld konnte auf den vollen Bonus zurückgreifen. Insgesamt flossen dem Hochtief-Finanzchef aus dem Posten über 1 Million Euro zu.

Sassenfeld ist aufgrund seiner langen Vorstandstätigkeit das einzige Mitglied des Gremiums, das voll auf diesen Langzeitbonus zugreifen kann. Deshalb kassierte er 2017 auch 147 Prozent mehr als die weiteren einfachen Vorstandsmitglieder (exklusive CEO Marcelino Fernández Verdes) von Hochtief. Im Schnitt erhielten MDax-CFOs hingegen lediglich 12 Prozent mehr als ihre Kollegen in dem Gremium.

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Finanzchef Peter Sassenfeld setzt sich mit einem Gehaltssprung an die Spitze des MDax-Gehalts-Rankings. Insgesamt stagniert die Vergütung der CFOs im Index aber – trotz guter Konjunktur.

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Rheinmetall-CFO Merch sichert sich Platz 2

Insgesamt wurde die Gehaltsspitze im MDax 2017 aufgrund zahlreicher Wechsel kräftig durchgemischt. Der Drittplatzierte aus dem Vorjahr, Ralph Heuwing, hat den Maschinen- und Anlagenbauer Dürr in Richtung Knorr-Bremse verlassen und taucht nicht mehr auf. Frank Lutz, 2016 noch auf dem 5. Platz, hatte sein Amt beim Kunststoffkonzern Covestro im Juni 2017 niedergelegt. Er ist nun Chef des Fintechs CRX Markets.

Auf Platz 2 findet sich in diesem Jahr Rheinmetall-CFO Helmut Merch. Er erhielt von dem Rüstungskonzern 3,3 Millionen Euro – und damit 30 Prozent mehr als noch 2016. Der Sprung sei durch eine Steigerung des Grundgehalts bedingt gewesen sowie durch eine durchgängige Steigerung aller weiteren Vergütungsteile, sagt Pia Lünstroth von HKP.

Den dritten Rang hat sich indes der letztjährige Spitzenverdiener Thomas Toepfer gesichert, 2017 noch CFO des Gabelstaplerbauers Kion. Er hat mit 3,2 Millionen Euro sogar noch mal etwas mehr verdient als im Vorjahr. Toepfer ist mittlerweile bei Covestro auf Frank Lutz gefolgt und wird nächstes Jahr als Dax-CFO gelistet, da die Aktie von Covestro seit März im deutschen Leitindex notiert ist. 

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Helmut Merch, Rheinmetall AG

Seit 1982 ist Merch für Rheinmetall tätig und bekleidet im Laufe der Zeit verschiedene Führungspositionen bei den Tochtergesellschaften. Unter anderem ist er Spartenleiter sowie Vorstandsmitglied der ehemaligen Maschinenbautochter Jagenberg. Darüber hinaus ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Elektroniktochter Aditron.

2001 wird Merch zunächst Finanzvorstands des Unternehmensbereichs Defence. Dieses Amt behält er auch, als er zum CFO der Muttergesellschaft Rheinmetall ernannt wird. Dort vertritt er im Vorstand seit Januar 2013 die Ressorts Finanzen, Controlling sowie IT.

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Michael Pontzen mit größtem Gehaltssprung

Den größten Gehaltssprung im MDax hat indes Michael Pontzen vom Spezialchemiekonzern Lanxess hingelegt. Seine Vergütung ist von 1,6 auf 2,4 Millionen Euro angeschwollen. Das besondere am Gehalt des Lanxess-CFOs: Pontzen hat direkt von der guten Geschäftsentwicklung der Kölner profitiert, die sich in seinem Einjahresbonus (STI, Short Term Incentives) widerspiegelt.

Dieser ist im Vergleich zu 2016 um 430.000 Euro gestiegen und steuerte mit 1,1 Millionen Euro fast die Hälfte zur Gesamtvergütung bei. Zudem konnte sich Pontzen über eine Anhebung seines Festgehalts um 75.000 Euro freuen ebenso wie über eine erhöhte Auszahlung aus seinem Langfristbonus.

Die vollständige Gehaltstabelle inklusive der Schlusslichter finden Sie im vollständigen Artikel in der FINANCE Juli/August, die Sie hier kaufen können.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

Info

Wissenswertes zu den Karrieren der Top 3 im MDax-Ranking gibt es auf den FINANCE-Köpfe-Profilen von Peter Sassenfeld, Helmut Merch und Thomas Toepfer.

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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