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Porsche könnte noch dieses Jahr an die Börse

Porsche könnte noch dieses Jahr an die Börse. Foto: Markus Mainka - stock.adobe.com
Porsche könnte noch dieses Jahr an die Börse. Foto: Markus Mainka - stock.adobe.com

Der geplante Porsche-IPO rückt einen Schritt näher. Erst Anfang der Woche gab Volkswagen bekannt, dass der Konzern in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Porsche Automobil Holding SE über einen möglichen Börsengang der Porsche AG sei. Gestern Abend verkündete VW nun, dass der Vorstand und der Aufsichtsrat von VW die Eckpunktevereinbarung beschlossen haben.  

Eine sichere Garantie für den Börsengang sei die Vereinbarung aber noch nicht: „Die tatsächliche Umsetzbarkeit eines Börsenganges hängt von einer Vielzahl verschiedener Parameter sowie den allgemeinen Marktbedingungen ab“, so die Wolfsburger.

Der VW-Konzern gab dennoch bereits weitere Details bekannt: Bei dem Börsengang soll das Grundkapital der Porsche AG je zur Hälfte in Vorzugsaktien und Stammaktien unterteilt werden. Bis zu 25 Prozent der Vorzugsaktien sollen am Kapitalmarkt platziert werden.

Schätzungen gehen momentan von einer Porsche-Bewertung von 60 bis 100 Milliarden Euro aus. Volkswagen alleine wird derzeit mit rund 100 Milliarden Euro an der Börse bewertet. In der Vergangenheit verwiesen Analysten immer wieder auf den erheblichen Wert, der durch einen Börsengang freigesetzt werden würde.

Porsche Holding erhält 25 Prozent der Vorzugsaktien

Die Dachholding Porsche Automobil Holding SE, hinter der die Unternehmerfamilien Porsche und Piech stehen, ist momentan mit 31,4 Prozent an dem Autobauer Volkswagen und somit indirekt an der VW-Tochter Porsche beteiligt. Das würde sich mit einem IPO  ändern.

So würde die Porsche Holding 25 Prozent der Vorzugsaktien plus eine Stammaktie der Porsche AG erhalten. Dafür zahlt sie den Platzierungspreis der Vorzugsaktien zuzüglich einer Prämie von 7,5 Prozent. Dann würde die Holding eine Sperrminorität besitzen. Durch den geplanten Börsengang erhalten die Eigentümerfamilien Porsche und Piech also einen maßgeblichen Einfluss auf den Sportwagenhersteller. In der Vergangenheit berichteten Medien, dass die Porsche SE einen Teil an VW abgeben könnte, um die Beteiligung an der Porsche AG zu finanzieren. Ob das tatsächlich im Raum steht, ist nach wie vor nicht bekannt.

VW bleibt Mehrheitseigner bei Porsche

Zudem verkündete VW, dass nicht geplant sei, die Stammaktien an die Börse zu bringen. Darüber hinaus hält VW weiterhin die Mehrheitsbeteiligung an der Porsche AG. Die Kooperation zwischen der Volkswagen AG und Porsche AG würde fortgesetzt. Der VW-Großaktionär QIA, der Investmentarm von Katar, wird sich als strategischer Investor auch an den Vorzugsaktien der Porsche AG beteiligen, teilten die Wolfsburger mit. In welcher Höhe, ist nicht bekannt.

Eine Notierung der Vorzugsaktien könnte schon im vierten Quartal 2022 stattfinden, so Finanzvorstand Arno Antlitz. Fraglich ist, ob geopolitische Krisen wie der Ukraine-Krieg den Zeitplan durcheinander bringen werden. Bis zum Spätsommer wolle VW über den Zeitpunkt eine Vorentscheidung treffen.

CFO-Profil

Der weitere Schritt in Richtung Porsche-IPO stimmt die Anleger optimistisch. Der Kurs der Volkswagen-Aktie stieg um über 3 Prozent auf 182 Euro an. Der Kurs der Porsche Holding legte zeitweise um 4 Prozent auf 92 Euro zu. Beide Kurse erholen sich von dem gestrigen Schock des Russland-Ukraine-Krieges und liegen nun fast bei dem Stand, den sie zu Beginn der Woche hatten.

VW-Aktionäre sind optimistisch

VW-Transformation soll mit IPO fortschreiten

Die Einnahmen aus einem möglichen Börsengang will VW für die Beschleunigung der industriellen und technologischen Transformation des Volkswagen-Konzerns nutzen. „Dazu gehören Investitionen in die Transformation der weltweiten Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeuge und die Finanzierung von zusätzlichem Wachstum“, so das Unternehmen.

Außerdem will der Automobil-Konzern eine Sonderdividende in einem Umfang von 49 Prozent der Bruttogesamterlöse aus der Platzierung der Vorzugsaktien und dem Verkauf der Stammaktien ausschütten. Des Weiteren sollen VW-Mitarbeiter eine einmalige Auszahlung von 2.000 Euro erhalten.

In einem Pressegespräch schloss VW-CFO Antlitz auch die Möglichkeit eines IPOs der Elektrobatterie-Sparte nicht aus. Man konzentriere sich aber zunächst auf die weiteren Prüfungen für die Porsche AG.

eva.brendel[at]finance-magazin.de

eva.brendel@finance-magazin.de | + posts

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

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