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VW will Porsche an die Börse bringen

VW will den Sportwagenhersteller Porsche an die Börse bringen. Foto: Mike Mareen - stock.adobe.com
VW will den Sportwagenhersteller Porsche an die Börse bringen. Foto: Mike Mareen - stock.adobe.com

Die Aktionäre sind entzückt: Volkswagen plant den Börsengang der Porsche AG. Laut einer Mitteilung des Unternehmens befindet sich der Autokonzern „in fortgeschrittenen Gesprächen“ mit der Porsche Automobil Holding SE über einen möglichen IPO der Porsche AG. VW und die Porsche Holding SE hätten bereits eine Eckpunktevereinbarung verhandelt.

Die Dachholding Porsche Automobil Holding SE, hinter der die Unternehmerfamilien Porsche und Piech stehen, ist mit 31,4 Prozent an dem Autobauer Volkswagen beteiligt und hält 53 Prozent der Stimmrecht an VW. Somit ist die Porsche Holding indirekt an der VW-Sportwagentochter Porsche beteiligt.

Der Abschluss der Eckpunktevereinbarung stehe allerdings noch aus, denn dieser setzt die Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat der Volkswagen AG sowie der Porsche Holding voraus, betont VW. Die Porsche Holding ergänzt: „Selbst wenn es zu entsprechenden Gremienbeschlüssen käme, stünde die Durchführung der Transaktion weiterhin unter dem Vorbehalt weiterer Prüfungen, einschließlich finaler Zustimmung der Gremien, sowie der allgemeinen Marktentwicklung.“

Wie genau eine neue Struktur aussehen könnte, ist noch völlig unklar, nur eines ließ die Porsche Holding durchblicken: „Die Transaktion könnte auch den Erwerb von Stammaktien der Porsche AG durch die Gesellschaft umfassen.“

Möglicher Porsche-IPO führt zu Euphorie an Börse

Obwohl der IPO damit also noch nicht sicher feststeht, reagierten Anleger am Kapitalmarkt euphorisch: Die Volkswagen-Aktie stieg sprunghaft um mehr als 9 Prozent auf einen Kurs von 190 Euro an. Ähnlich verhielt sich der Aktienkurs der eben im Dax notierenden Porsche Holding: Er legte um rund 13 Prozent auf über 92 Euro zu.

Nachdem sich ein Porsche-IPO konkretisiert hat, schießt der Aktienkurs der Porsche Holding in die Höhe. (Quelle: Ariva)

Schon seit Monaten gibt es Gerüchte über einen möglichen Börsengang der Porsche AG. Der IPO hätte das Potential rekordträchtig zu werden: Der F.A.Z. zufolge könnte der Sportwagenhersteller auf eine Bewertung von bis zu 100 Milliarden Euro kommen, andere Medien gehen von zumindest 60 bis 80 Milliarden Euro aus. Allerdings ist die Eigentümerstruktur bei VW und Porsche komplex, was zu schwierigen Verhandlungen führten könnte.

Gerüchteküche um Porsche brodelt

Zuletzt wurden unterschiedliche Szenarien für eine möglichen IPO durchgespielt. Laut „Handelsblatt“ könnte ein Anteil von 20 bis 30 Prozent der Porsche AG an der Börse gelistet werden. Um einen Kauf von Porsche-Anteilen zu finanzieren, könnten die Familien Porsche/Piech einen teilweisen Verkauf von VW-Aktien in Erwägung ziehen. Die Familie wolle aber auch nach einem Anteilsverkauf größter Einzelaktionär von VW bleiben.

In Medienberichten wurde noch eine andere Option durchgespielt, wie die Porsche Holding die Mittel für einen Kauf von Porsche-Anteilen finanzieren könnte: indem ein Private-Equity-Investor ins Boot geholt wird. Zu diesen Spekulationen äußerte sich im vergangenen Dezember weder der VW-Konzern noch Porsche SE gegenüber FINANCE.

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Auch die Frage, wie der VW-Konzern die Finanzmittel aus dem IPO verwendet, wenn dieser zustande käme, ist offen. Laut Informationen der F.A.Z. könnte der Konzern die Einnahmen nutzen, um seine Neuausrichtung zu Elektroautos, Digitalisierung und neuen Mobilitätsdiensten abermals zu beschleunigen. Dem „Handelsblatt“ zufolge plant Volkswagen, nach einem IPO eine Sonderdividende an die Aktionäre auszuschütten.

eva.brendel[at]finance-magazin.de

eva.brendel@finance-magazin.de | + posts

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

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