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Finanzierungen: Kion, Metalcorp, Enervie

Kion hat sich erneut mit einer Kapitalerhöhung neues Geld verschafft.
petinovs/istock/Thinkstock/Getty Images

Kion mit weiterer Kapitalerhöhung

Rund 603 Millionen Euro hat der Gabelstaplerhersteller Kion in einer weiteren Kapitalerhöhung eingesammelt. Die neuen Mittel sollen den Kauf von Dematic, einem Anbieter für Lösungen im Bereich Automatisierung und Lieferketten-Optimierung, teilweise refinanzieren. Im Detail platzierte Kion 9,3 Millionen neue Aktien im beschleunigten Bookbuilding-Verfahren bei institutionellen Investoren. Der Ausgabepreis lag bei 64,83 Euro je Aktie. Auch der chinesische Ankeraktionär Weichai beteiligte sich bei der Kapitalerhöhung und investierte rund 261 Millionen Euro, um seinen Anteil an Kion nicht zu verwässern.

Für Kion ist es bereits die dritte Maßnahme, um den M&A-Deal zu refinanzieren. CFO Thomas Toepfer hatte für die Dematic-Übernahme einen Brückenkredit von 3 Milliarden Euro aufgenommen. Der Gabelstaplerhersteller hat bereits eine Kapitalerhöhung mit einem Erlös von 459 Millionen Euro abgeschlossen sowie einen Schuldschein über rund 958 Millionen Euro begeben. Die verbleibende 1 Milliarde Euro, die noch nicht über den Kapitalmarkt refinanziert ist, soll inzwischen über langfristige Bankkredite abgedeckt sein.

Metalcorp begibt neuen Mini-Bond

Der niederländische Metallhändler- und Produzent Metalcorp Group will eine neue Mittelstandsanleihe begeben. Der neue Bond soll über eine internationale Privatplatzierung begeben werden. Das Volumen des neuen Papiers soll bei mindestens 70 Millionen Euro liegen, der Kupon wird in der Größenordnung von 7 Prozent erwartet. Die Laufzeit der Anleihe soll fünf Jahre betragen.

Metalcorp will mit dem Erlös der neuen Emission eine 2013 begeben Anleihe refinanzieren und allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren. Die ältere Anleihe ist an der Frankfurter Börse im Freiverkehr notiert und hatte ein Volumen von 70 Millionen Euro. Der Kupon des Papiers lag bei 8,75 Prozent. Nach der neuen Privatplatzierung plant die Gesellschaft zudem, den Bondholdern der früheren Anleihe ein freiwilliges Erwerbs- und Umtauschangebot zu machen.

Enervie schließt Konsortialkredit über 190 Millionen Euro ab

Der Energieversorger Enervie hat die finanzielle Restrukturierung beendet. Die Gruppe konnte früher als erwartet einen neuen Konsortialkredit über 190 Millionen Euro abschließen. Das Geld wird von einem Konsortium aus acht Banken zur Verfügung gestellt. Der Kredit löst den Restrukturierungsrahmenvertrag ab, der 2015 zu Beginn der Restrukturierung mit den Finanzgläubigern von Enervie abgeschlossen wurde. Das Unternehmen wurde bei der Transaktion von einem Team von Heuking Kühn Lüer Wojtek um Guido Hoffmann beraten.

Mit dem neuen Kredit verschafft sich das Unternehmen nach eigenen Angaben neuen Handlungsspielraum für die weitere Positionierung. Seit 2015 hat das Unternehmen die Verschuldung von etwa 290 auf 140 Millionen Euro reduziert. Weiterhin wichtiger Finanzierungsbaustein bleibt das Aktionärsdarlehen der Hauptgesellschafter Hagen, Lüdenscheid und Remondis über 60 Millionen Euro.

More & More will Mini-Bond teilweise zurückkaufen

Das Modeunternehmen More & More hat beschlossen, einen Teil der 2013 begebenen Mittelstandsanleihe zurückzukaufen. Der Bond wurde ursprünglich mit einem Volumen von 8 Millionen Euro emittiert und später um 1,5 Millionen Euro aufgestockt. Das Papier wird mit 8,125 Prozent verzinst und läuft noch bis Juni 2018. More & More will Bonds bis zu einem Nennbetragsvolumen von 3,85 Millionen Euro zurückkaufen. Den Bondholdern bietet das Unternehmen in einem öffentlichen Angebot eine Barzahlung zu einem Kurs von 35 Prozent an. Das Angebot gilt nur, wenn ein Mindestannahmevolumen von 1 Million Euro des Nennwerts erreicht wird. Im Mai notierte die Mittelstandsanleihe des kriselnden Modehauses zwischen 25 und 35 Prozent.

Grund für das Angebot ist laut der Geschäftsführung der niedrige Kurs des Bonds. Dadurch biete sich eine „wirtschaftlich sinnvolle Gelegenheit zum Rückkauf“. More & More musste für das Geschäftsjahr 2016 ein schwaches Jahresergebnis vorlegen. Die Gesellschaft verfehlte den Sprung zurück in die Gewinnzone. Das Unternehmen muss deshalb nach einer alternativen Refinanzierungsoption suchen, da laut More & More eine „Rückzahlung aus dem operativen Cashflow nicht gelingen wird“. Für das jetzige Angebot an die Bondholder nutzt More & More eine Gesellschafterfinanzierung. Der Beirat der Gesellschaft muss dem Vorhaben noch zustimmen.

Weitere Finanzierungen

Die Parfümeriekette Douglas ist auf potentielle Geldgeber zugegangen, um sich weitere 300 Millionen Euro zu leihen. Mit dem Geld will Douglas die jüngsten Zukäufe in Spanien und Italien finanzieren. Im März hatte Douglas die spanische Bodybell-Gruppe übernommen. Es folgte Mitte Mai der Kauf der italienischen Wettbewerber Limoni und La Gardenia.

Der Essensbringdienst Hello Fresh, eine Beteiligung von Rocket Internet, soll Reuters zufolge einen neuen Anlauf für den Börsengang planen. Die Investmentbanken Morgan Stanley, JP Morgan und Deutsche Bank seien mandatiert worden, um die Emission zu begleiten, berichtet die Agentur unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die IPO-Pläne seien jedoch vom Verlauf des vorherigen Börsengangs des Lieferdienstes Delivery Hero abhängig. Hello Fresh hatte vor zwei Jahren bereits einmal einen Börsengang angepeilt. Im Dezember wurde Hello Fresh mit 2 Milliarden Euro bewertet.

Volkswagen Financial Services hat spanische Auto-Asset-Backed-Securities platziert. Das Volumen der Transaktion liegt bei 1 Milliarden Euro, sie ist mit Forderungen der spanischen Volkswagentochter Volkswagen Finance S. A. besichert. Es sei die Transaktion mit den für VW besten Konditionen bei einer spanischen Auto-ABS-Platzierung bisher. Die Tranche A wurde zu einem Preis von 38 Basispunkten über dem 1-Monats-Euribor platziert. Bei der Tranche B liegt der Zins 75 Basispunkte über dem Euribor. Lead Manager waren Crédit Agricole und Lloyds.

Der Werkzeugmaschinenhersteller Joh. Friedrich Behrens hat eine neue Finanzierung im Rahmen einer Mietkaufstruktur für eine Betriebsimmobilie abgeschlossen. Die Transaktion hat ein Volumen von 8 Millionen Euro und läuft über 15 Jahre. Mit der neuen Finanzierung will Joh. Friedrich Behrens einen Kredit über 10,5 Millionen Euro vorzeitig zurückzahlen, den der Mini-Bond-Emittent 2015 mit dem Patrimonium Middle Market Debt Fund abgeschlossen hatte. Der Kredit war im Rahmen des Refinanzierungskonzepts der ersten Mittelstandssanleihe abgeschlossen worden. 2015 platzierte das Unternehmen einen weiteren Mini-Bond. Die Finanzierungskosten kann das Unternehmen mit dieser Transaktion eigenen Angaben zufolge deutlich senken. Die neue Finanzierung wird von der Deutsche Anlagen-Leasing zur Verfügung gestellt. Eule Corporate Capital hat die Behrens-Gruppe beraten.

Die Deutsche Fachpflege Gruppe, ein Portfoliounternehmen des Finanzinvestors Chequers Capital, hat sich refinanziert. Die Höhe der Transaktion ist nicht bekannt. Die Bluebay Kreditfonds waren als Unitranche Lender beteiligt, Berenberg fungierte als Super Senior Lender. Beide Geldgeber wurde von Ashurst beraten. Chequers hatte Latham and Watkins mandatiert.

Die Deutsche Entertainment Aktiengesellschaft (DEAG) hat eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht abgeschlossen. Der Event- und Konzertveranstalter hat alle der rund 2 Millionen neuen Aktien platziert. Der Bruttoerlös der Gesellschaft liegt bei etwa 4,9 Millionen Euro. Mit den neuen Mitteln will DEAG die Erweiterung des Geschäfts in Großbritannien sowie das weitere Wachstum des Konzerns finanzieren. Hauck & Aufhäuser haben die Transaktion als Sole Lead Manager begleitet.

Der Polymerasehersteller Sygnis hat im Rahmen der laufenden Kapitalerhöhung eine verbindliche Zusage über den Erwerb von Aktien im Wert von 3,5 Millionen Euro erhalten. Der nicht genannte Investor verpflichtet sich, rund 2,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 1,38 Euro zu kaufen. Voraussetzung ist, dass der Dax-Schlusspreis am Tag der Abwicklung nicht mehr als zehn Prozent über dem Schlusspreis des 25. Mai liegt.

Die Medifox Holding, ein Anbieter von Softwarelösungen für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen in Deutschland und eine Portfoliogesellschaft von ECM Equity Capital Management, hat eine syndizierte Kreditlinie aufgenommen. Das Darlehen soll für Refinanzierungs- und Rekapitalisierungszwecke sowie für die allgemeine Unternehmensfinanzierung genutzt werden. Die DZ Bank arrangierte die Transaktion. Als Berater hatte die Medifox Holding Allen & Overy beauftragt. Die Höhe der Finanzierung ist nicht bekannt.

Ökoworld notiert nun im neuen Börsensegment Scale. Die Aktien des Familienunternehmens aus dem Bereich ethisch-ökologischer Kapitalanlagen sind dort seit dem 8. Mai gelistet.

Asknet, ein Händler von Software und Lizenzen, plant sein Grundkapital im Verhältnis von 10:1 durch Zusammenlegung von Aktien herabzusetzen. Der herabgesetzte Betrag soll mit einem Ende Dezember bekanntgegebenen Bilanzverlust verrechnet werden. Dadurch könne die Gesellschaft ihr Eigenkapital bilanziell restrukturieren.

Die Emissionsgesellschaft Patio Direkt Zwei strebt ein Delisting einer Unternehmensanleihe an. Der Vertrag mit der Frankfurter Börse über die Einbeziehung in den Freiverkehr ist gekündigt. Zu den Gründen äußert sich das Unternehmen nicht.

Ratingmeldungen

Moody’s bewertet zum ersten Mal das Immobilienunternehmen LEG Immobilien mit einem kurzfristigen Emittentenrating bei P-2. Dabei begründete die Agentur das Rating unter anderem mit der Fähigkeit von LEG, kurzfristige Schuldverpflichtungen schnell zurückzuzahlen sowie mit der allgemeinen Kreditqualität. Das langfristige Emittentenrating ändert sich nicht. Es liegt bei Baa1 mit stabilem Ausblick.
 
Creditreform bewertet die Deutsche Rohstoff AG nun mit der Note BB, der Ausblick ist stabil. Zuvor lag die Bewertung noch bei BB+. Grund für die Herabstufung sind die steigenden Verbindlichkeiten und geringeren Finanzreserven des Konzerns, die jedoch immer noch auf solidem Niveau seien. Die Verschlechterung des Finanzprofils ist der hohen Investitionsaktivität des Unternehmens geschuldet. Insgesamt rechnet Creditreform damit, dass die Deutsche Rohstoff ihre Unternehmensziele umsetzen können wird.

Weitere Meldungen

Die KfW verdoppelt das Zielvolumen für ihr Portfolio grüner Anleihen. Es liegt nun bei 2 Milliarden Euro bei einem Investitionshorizont von drei bis fünf Jahren. Das seit 2015 bestehende Portfolio, das im Auftrag des Bundesumweltministeriums besteht, wachse schneller als ursprünglich geplant. Die Förderbank will sich zudem weiterhin für die Durchsetzung anspruchsvoller Marktstandards einsetzen.

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und Chefin vom Dienst bei DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.