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Finanzierungen: Ekosem, Axpo, Corestate

Der Milchproduzent Ekosem hofft auf einen Kompromiss mit seinen Gläubigern. Foto: valdisskudre - stock.adobe.com.
Der Milchproduzent Ekosem hofft auf einen Kompromiss mit seinen Gläubigern. Foto: valdisskudre - stock.adobe.com.

Kompromiss in Sicht bei Ekosem Agrar?

Neuer Kompromissvorschlag bei Ekosem Agrar: In dem Streit um die Restrukturierung von zwei Mittelstandsanleihen hat der Gläubigerbeirat einen Vorschlag für einen Gegenantrag eingereicht, der auch vom designierten Gemeinsamen Vertreter mitgetragen wird. Dem Gläubigerrat gehören Markus Kienle, als Vertreter der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, Hans-Jürgen Friedrich von der KFM Deutsche Mittelstand sowie Dirk Heinrich Hermann Klitsch von der Goldberg Holding an. Eine ursprüngliche Version, die von Ekosem zur Restrukturierung der beiden Mittelstandsanleihen vorgelegt wurde, war auf vehemente Ablehnung der Anleger gestoßen.

Der neue Vorschlag sieht vor, dass die Zinssätze beider Anleihen, wie von Ekosem gewünscht, auf 2,5 Prozent pro Jahr reduziert werden, bei gleichzeitiger Laufzeitverlängerung um fünf Jahre. Die Zinssätze der Anleihen liegen aktuell bei 8,5 und 7,5 Prozent. Neu ist, dass die Differenz zwischen den ursprünglichen und den reduzierten Zinssätzen am Laufzeitende zusätzlich zum nominalen Rückzahlungsbetrag an die Gläubiger ausgezahlt werden soll. Darüber hinaus ist in dem Vorschlag ein Anreiz zur schnelleren Rückzahlung der Anleihen eingebaut: Wenn das Unternehmen die jeweilige Anleihe früher als zum neuen Fälligkeitstermin tilgt, reduziert sich die Zahlung in drei Stufen.

Besonders strittig war der zuvor von Ekosem geforderte Verzicht auf die Rückzahloption im Fall eines Kontrollwechsels („Change of Control“). Diese Option ist in dem neuen Vorschlag enthalten, diesmal mit der Änderung, dass das Quorum für die Wirksamkeit der Ausübung dieser Option auf 51 Prozent erhöht wurde. „Damit können die Anleihegläubiger mit ihrer eigenen Mehrheit entscheiden, wie in einem konkreten Fall gehandelt werden soll“, kommentiert das Unternehmen.

Hintergrund der Restrukturierung ist, dass die deutsche Holding der russischen Ekoniva Gruppe in Folge der russischen Invasion in der Ukraine in Bedrängnis kam. Aufgrund der Sanktionen können weder Zinszahlungen noch Tilgungen oder Cashflows aus Russland an Ekosem transferiert werden. Darüber hinaus droht dem Konzern in einer undurchsichtigen politischen Gemengelage schon seit längerem die Enteignung durch russische Geschäfts- und Finanzierungspartner. Bis heute konnte EY die Ekosem-Geschäftszahlen von 2020 und 2021 nicht testieren. Die Anleger können nun am 30. und 31. Mai über die neuen Gegenanträge abstimmen.

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