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Lufthansa zahlt erste stille Einlage zurück

Das Schlimmste überstanden: Mit den Mitteln der Kapitalerhöhung kann die Lufthansa die stillen Einlagen des WSF zurückzahlen. Foto: Oliver Rösler/Oro Photography/Lufthansa
Das Schlimmste überstanden: Mit den Mitteln der Kapitalerhöhung kann die Lufthansa die stillen Einlagen des WSF zurückzahlen. Foto: Oliver Rösler/Oro Photography/Lufthansa

Die Lufthansa macht ihre Ankündigung wahr und nutzt die Zuflüsse aus der jüngsten Kapitalerhöhung, um Staatshilfen zurückzuzahlen. Angenehmer Nebeneffekt: CFO Remco Steenbergen zahlt damit nun den aus Konzernsicht teuersten Teil der Staatshilfe zurück, die stillen Einlagen.

In einem ersten Schritt hat die Lufthansa die erste Tranche der stillen Einlage getilgt, die eine Höhe von 1,5 Milliarden Euro erreichte, wie das Unternehmen am gestrigen Montagabend bekanntgab. Die zweite Tranche in Höhe von 1 Milliarde Euro plant die Lufthansa bis Jahresende zurückzuzahlen. Insgesamt hatte der Bund der Airline stille Einlagen über bis zu 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, die jedoch nur zu einem Teil ausgenutzt wurden.

Lufthansa zahlt hohe Zinsen an den WSF

Für die Jahre 2020 und 2021 werden die stillen Einlagen mit 4 Prozent verzinst, so dass die Ziehung dieser Mezzanine-artigen Finanzierungen die Lufthansa bislang einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag an Zinsen gekostet haben dürfte. Die Zinszahlungen flossen an den in der Coronakrise aufgelegten Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF.

Würde die Lufthansa diese Einlagen nicht zurückführen, stiege der Zinssatz immer weiter an. Im Jahr 2027 würde er 9,5 Prozent erreichen. Hätte die Lufthansa die Zinsen nicht vollständig bedienen können, hätte der WSF das Recht gehabt, Teile der stillen Einlagen ab 2024 nach und nach in eine direkte Aktienbeteiligung umzuwandeln.

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Remco Steenbergen, Deutsche Lufthansa AG

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Einen Kredit der KfW in Höhe von 1 Milliarde Euro hatte die Lufthansa bereits im Februar dieses Jahres zurückgezahlt. Möglich wurde dies durch die Ausgabe von Anleihen über den Kapitalmarkt. Die jüngste große Kapitalerhöhung brachte Erlöse von mehr als 2,1 Milliarden Euro. Insgesamt hat der Konzern den gesamten Stabilisierungsrahmen von 9 Milliarden Euro nicht annähernd ausgeschöpft.

Kommt es tatsächlich wie geplant auch zur Tilgung der zweiten stillen Einlage, hätte die Lufthansa sämtliche Staatsmittel zurückgezahlt. Übrig bliebe dann nur noch die direkte Beteiligung des Bunds am Aktienkapital in Höhe von 14 Prozent.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

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