AMS besorgt sich weiteres Geld für die Finanzierung der Osram-Übernahme.

AMS

02.11.20
Finanzierungen

Finanzierungen: AMS, VW, Asklepios

AMS sammelt frisches Kapital für den Osram-Deal ein, VW zapft den ABS-Markt an und Asklepios begibt einen Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

AMS sichert sich neues Kapital für Osram-Finanzierung

Der österreichische Sensorhersteller AMS hat eine Wandelanleihe in Höhe von 760 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis 2027 platziert. Die Emission fand im Rahmen einer Privatplatzierung statt. Der Zinskupon liegt bei 2,125 Prozent. Die Wandlungsprämie liegt bei 47,5 Prozent über dem Referenzkurs. Neben der Wandelschuldverschreibung hat AMS zudem mit einem Bankenkonsortium die Bedingungen einer Brückenfinanzierung über 750 Millionen Euro vereinbart. Die Wandelanleihe sowie die Brückenfinanzierung sollen der Finanzierung der Umsetzung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit Osram sowie der vollständigen Integration des Münchener Lichtkonzerns dienen. 

VW platziert Asset Backed Securities

Der Automobilkonzern Volkswagen hat eine neue Auto-ABS Transaktion abgeschlossen. Insgesamt wurden durch Leasing-Forderungen besicherte Asset Backed Securities mit einem Volumen von mehr als 1 Milliarde Euro platziert. Im Zuge dessen wurden 88.000 Leasingverträge der VW Leasing verbrieft. Tranche A beläuft sich auf 1 Milliarde Euro und wurde mit 1-Monats-Euribor plus 21 Basispunkte platziert. Bei Tranche B liegt das Volumen bei 24,1 Millionen Euro. Sie wurde mit 1-Monats-Euribor plus 110 Basispunkte platziert.

Asklepios zapft Schuldscheinmarkt an

Die Asklepios Kliniken haben einen neuen Schuldschein über 730 Millionen Euro platziert. Die Transaktion war mehrfach überzeichnet, ursprünglich war nur ein Volumen von bis zu 200 Millionen Euro geplant. Der Schuldschein ist unterteilt in Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sechs, sieben, acht, zehn und 20 Jahren.

Das Darlehen wurde neben dem klassischen Weg auch erstmals über die Digitalplattform VC Trade vermarktet. Den Erlös will Asklepios vorwiegend für die Finanzierung der Übernahme des Wettbewerbers Rhön-Klinikum verwenden. Linklaters (Federführung: Urs Lewens und Moritz Hechenrieder) hat Asklepios rechtlich beraten. Weitere Details zur Schuldscheintransaktion lesen Sie im Interview mit Asklepios-CFO Hafid Rifi

Weitere Meldungen

Die Online-Plattform für Premium- und Luxus-Modeaccessoires Fashionette ist nun an der Frankfurter Börse. Der Angebotspreis wurde auf 31 Euro festgelegt und lag damit am unteren Ende der Preisspanne von 30 bis 38 Euro. Im Rahmen des IPOs sind Fashionette zufolge insgesamt 3,605 Millionen Aktien bei Investoren platziert worden. Dem Unternehmen fließt aus der Kapitalerhöhung ein Bruttoerlös von rund 37 Millionen Euro zu. Der Start der Online-Plattform an der Börse verlief holprig, das Papier sank unter den Ausgabepreis und notiert unterhalb der 30-Euro-Marke. Fashionette und der Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner Hauck & Aufhäuser wurden bei dem IPO rechtlich von der Kanzlei Noerr (Federführung: Julian Schulze De la Cruz) beraten.

Die Reiseplattform Getyourguide hat sich frisches Kapital in Höhe von 114 Millionen Euro über Wandelanleihen besorgt. Angeführt wurde die Runde von Searchlight Capital, wie das Unternehmen vergangenen Donnerstag mitteilte. Ebenfalls beteiligte sich ein Konsortium der bestehenden Investoren von Getyourguide, darunter Soft Bank Vision Fund, KKR, Battery Ventures, Highland Europe, Spark Capital, NGP Capital sowie die Gründer und andere Investoren.Lion Tree, Latham & Watkins und Walder Wyss haben die Reiseplattform als Berater begleitet.

Der Werkzeugmaschinenhersteller Joh. Friedrich Behrens kommt bei der Refinanzierung seiner Mittelstandsanleihe einen wichtigen Schritt voran: Er hat eine Finanzierungszusage von dem Asset Manager Patrimonium erhalten. Wie das Unternehmen mitteilt, soll das Volumen der Finanzierung 8 Millionen Euro betragen – vorausgesetzt, das Unternehmen erhält auch die beantragten staatlichen Mittel. Mehr Details über die Debt-Fonds-Finanzierungen erfahren Sie hier

Der Hemdenhersteller Eterna will die Laufzeit seiner im März 2017 begebenen Anleihe über 25 Millionen Euro verlängern. Der mit 7,75 Prozent verzinste Bond würde eigentlich im März 2022 fällig werden, soll nun aber bis zum 3. Juni 2024 laufen. Bei einer Zustimmung würde sich auch die Laufzeit des Schuldscheindarlehens bis zum 10. Juni 2023 verlängern. In einem ersten Schritt wurde das Schuldscheindarlehen bereits von März auf September 2021 verlängert.

Die Gläubiger des 1. FC Kaiserlautern haben dem vorgelegten Insolvenzplan zugestimmt. Zuvor befand sich der Fußballklub in einem fünfmonatigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Die Sanierung basiert dabei auf dem Einstieg der regionalen Investorengruppe Saar-Pfalz-Invest, die Finanzmittel in Höhe von insgesamt 11 Millionen Euro zur Verfügung stellt und im Gegenzug rund 33 Prozent neuer Aktien des FCK erhält. Als Sachwalter fungiert Andreas Kleinschmidt von der Kanzlei White & Case.

Das Softwaretechnologieunternehmen Niiio Finance Group hat die Durchführung einer Kapitalerhöhung beschlossen. Insgesamt sollen bis zu 2,28 Millionen Aktien zu einem Bezugspreis von je 1 Euro bei Investoren platziert werden. Mit den frischen Mitteln will das Unternehmen sein Wachstum vorantreiben.

Der Wind- und Solarparkbetreiber Abo Wind plant die Begebung einer Unternehmensanleihe im Volumen von bis zu 30 Millionen Euro. Der neue Bond soll über eine Aufstockungsoption auf bis zu 50 Millionen Euro verfügen und im ersten Quartal 2021 emittiert werden, teilt Abo Wind mit. Die Laufzeit wird voraussichtlich bei neun Jahren liegen und der Zinskupon 3,5 Prozent betragen. Der Vertrieb der Anleihe wird über die GLS Bank mit Sitz in Bochum erfolgen. Die Erlöse aus der Emission will Abo Wind vornehmlich zur Finanzierung der Entwicklung und Errichtung neuer internationaler Wind- und Solarparks verwenden.

Ratingmeldungen

Creditreform bestätigt Rating des Holzfaserplattenherstellers Homann Holzwerkstoffe bei BB-. Den Ausblick verbessert die Agentur auf stabil. Creditreform stellt dabei „neben der verbesserten Ertrags- und Innenfinanzierungskraft auch auf die gute Liquiditätslage und die vergleichsweise hohe Stabilität in der aktuellen Krise hervor“, berichtet das Unternehmen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.