Fraport zapft den Schuldscheinmarkt an: Der Flughafenbetreiber platziert ein Darlehen über 250 Millionen Euro.

Fraport AG

26.10.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Fraport, Compleo, EWE

Fraport begibt einen neuen Schuldschein, Compleo sammelt mit seinem IPO 44 Millionen Euro ein und EWE zapft den Bondmarkt an – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Fraport platziert einen Schuldschein

Fraport hat einen neuen Schuldschein im Gesamtvolumen von 250 Millionen Euro platziert. Das Darlehen ist unterteilt in sechs Tranchen mit Laufzeiten von drei, sechs, acht, zehn und zwölf Jahren. Ursprünglich war nur ein Volumen von 150 Millionen Euro geplant gewesen. Dem Frankfurter Flughafenbetreiber zufolge erfolgte die Emission am unteren Ende der Preisspanne. Als Joint Lead Arranger fungierten BayernLB und LBBW.

Im Juli hatte Fraport bereits zwei Euroanleihen über insgesamt 800 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. „Damit steigen die in diesem Jahr aufgenommenen Finanzierungen auf rund 2,7 Milliarden Euro.“, kommentiert Fraport-CFO Matthias Zieschang die Transaktion. Das Unternehmen sei nun gut aufgestellt, um die aktuelle Krise zu bewältigen. 

Compleo schafft Sprung an Frankfurter Börse

Der Hersteller von E-Ladesäulen Compleo ist nun an der Frankfurter Börse notiert. Das Unternehmen konnte insgesamt 900.000 neue Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung zu einem Preis von je 49 Euro platzieren. Der Preis lag damit in der unteren Hälfte der Preisspanne von 44 bis 59 Euro. Compleo fließt demnach ein Bruttoerlös in Höhe von 44 Millionen Euro zu. Insgesamt bestand das Angebot aus 1,656 Millionen Aktien. Neben den 900.000 neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung umfasste es zudem 756.000 Aktien aus dem Bestand der Altaktionäre.

Zum Börsenstart notierte das Papier mit 44 Euro deutlich unter dem Ausgabepreis, zog dann aber etwas an. Die Commerzbank fungierte bei dem Börsengang als Sole Global Coordinator und zusammen mit Oddo BHF als Joint Bookrunner. Rechtlich wurden die Konsortialbanken von der Kanzlei Noerr (Federführung: Laurenz Wieneke und Julian Schulze De la Cruz) beraten. Auch die Finanzberatung FAS begleitete Compleo bei dem IPO. Das Unternehmen plant, den angestrebten Nettoerlös zur Finanzierung seiner Wachstumsstrategie zu verwenden. Was Compleo-CFO Georg Griesemann mit dem Erlös genau vorhat, lesen Sie hier

EWE platziert neue Unternehmensanleihe

Der Oldenburger Energie- und Telekommunikationskonzern EWE hat eine neue Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Die Laufzeit des Bonds beträgt zwölf Jahre, der Zinskupon liegt bei 0,375 Prozent. Eigenen Angaben zufolge war die Emission 3,6-fach überzeichnet. Investiert hätten ausschließlich europäische Geldgeber, teilt EWE weiter mit.

Die Erlöse will der Regionalversorger zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung inklusive der Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten verwenden. Konsortialführer der Transaktion waren BNP Paribas, Commerzbank und Unicredit.

KKR-Medienhaus Leonine stellt Finanzierung neu auf

Das Medienunternehmen Leonine, das der Private-Equity-Investor KKR durch den Zusammenschluss verschiedener Unternehmen gebildet hat, hat seine Konzernfinanzierung neu strukturiert. Dafür hat das Unternehmen eine Konsortialfinanzierung über 189 Millionen Euro abgeschlossen. Die Finanzierung umfasst einen langjährigen Laufzeitkredit und revolvierende Kreditlinien, wie Leonine mitteilt. Weitere Details sind nicht bekannt.

Zusätzlich zum Konsortialkredit wurden 33 Millionen Euro für die börsennotierte Konzerntochter Odeon Film neu strukturiert. Das finanzierende Bankenkonsortium wird von der DZ Bank und der Unicredit geführt und besteht aus insgesamt fünf Banken, zu denen auch die beiden österreichischen Häuser Erste Group Bank und Raiffeisenlandesbank Oberösterreich sowie Santander gehören. Rechtlich wurde das Bankenkonsortium bei der Transaktion von Freshfields und Leonine von Milbank beraten. 

Weitere Meldungen

Die Online-Plattform für Premium- und Luxus-Modeaccessoires Fashionette bereitet einen Börsengang vor. Die Erstnotiz in Frankfurt soll am 29. Oktober erfolgen. Das Angebot besteht insgesamt aus 3,605 Millionen Aktien, davon 1,2 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung, 1,5 Millionen Aktien von Altaktionär Genui Fund, 500.000 Aktien als Aufstockungsoption und weitere 405.000 Aktien im Rahmen der Mehrzuteilungsoption. Fashionette teilte mit, dass das Auftragsvolumen kurz nach Beginn des Bookbuildings bereits das Gesamtvolumen des IPOs übersteigt. Die Preisspanne war auf 30 bis 38 Euro festgelegt worden, woraus sich eine Marktkapitalisierung von 186 Millionen Euro bis 236 Millionen Euro ergibt. In der Mitte der Preisspanne würde dem Unternehmen ein Nettoerlös von rund 38 Millionen Euro zufließen. Hauck & Aufhäuser agiert als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner für den Börsengang. 

Die Gläubiger von Condor haben dem Restrukturierungsplan zugestimmt und somit den Weg aus dem laufenden Schutzschirmverfahren freigemacht. Die Fluggesellschaft wird das Schutzschirmverfahren Ende November verlassen. Condor wird bei der Sanierung von der Kanzlei Noerr (Federführung: Thomas Hoffmann und Marlies Raschke) begleitet.

Der Property-Management-Dienstleister Velero Immobilien wird seine geplante Privatplatzierung und Börsennotierung in Frankfurt nicht durchführen. Aufgrund des gegenwärtigen Marktumfelds habe man sich dazu entschieden, die Pläne bis aus weiteres nicht weiter fortzuführen. Velero wollte mit einer Kapitalerhöhung und anschließender Börsennotierung zwischen 500 und 550 Millionen Euro einnehmen.

Der Immobilienprojektentwickler Pandion hat die Platzierung seiner geplanten Anleihe verschoben. Als Grund gibt das Management das zunehmend schwierige Kapitalmarktumfeld aufgrund der Coronavirus-Pandemie an. Pandion wollte einen Bond über 50 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinskupon von 5,5 bis 5,75 Prozent emittieren.

Das biopharmazeutische Unternehmen Immunic hat mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) einen Finanzierungsvertrag in Höhe von bis zu 24,5 Millionen Euro abgeschlossen. Das Darlehen will Immunic für die weitere Entwicklung eines Produkts gegen Covid-19-Krankheitsverläufe verwenden. Die Kanzlei Dentons (Federführung: Thomas Strassner und Christopher Mayston) hat Immunic rechtlich beraten. FCF Fox Corporate Finance hat das Unternehmen als Advisor unterstützt.

Der Online-Händler Windeln.de hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Insgesamt konnten rund 2,8 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von jeweils 1,20 Euro platziert werden. Der Bruttoemissionserlös beläuft sich demnach auf rund 3,39 Millionen Euro. 380.525 neue Aktien wurden von den Altaktionären im Verhältnis von 2:1 bezogen. Die restlichen rund 2,44 Millionen Aktien wurden im Rahmen einer Privatplatzierung bei Investoren platziert. Die Quirin Privatbank hat die Kapitalerhöhung begleitet. 

Das Photovoltaikunternehmen 7C Solarparken hat eine Kapitalerhöhung mit einem Emissionserlös von rund 10,3 Millionen Euro durchgeführt. Insgesamt wurden 2,9 Millionen neue Aktien zu einem Platzierungspreis von 3,54 Euro je Aktie ausgegeben. Die Transaktion wurde von MM Warburg begleitet. Rechtlich wurde 7C Solarparken von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Thorsten Kuthe) beraten. Den Emissionserlös will das Unternehmen zur Finanzierung eines strategischen Plans für weiteres Portfoliowachstum verwenden.

Finanzierungspersonalien

Die Stuttgarter Kreditvermittlungsplattform Finmatch hat Thomas Schüttler als Chief Digital Officer (CDO) an Bord geholt. Der Diplom-Betriebswirt zum 1. Januar 2021 in den Vorstand des Fintechs eintreten. Die Stuttgarter wollen dabei von seiner langjährigen Plattformerfahrung und seiner Bankenexpertise profitieren. Neben der Weiterentwicklung und dem Vertrieb der Plattform verantwortet Schüttler künftig auch das Business Development sowie die digitale Anbindung von Banken und Finanzdienstleistern an Finmatch.

Derzeit ist Schüttler noch Sprecher der Geschäftsführung und Gründer des digitalen Baufinanzierers Baufinex sowie Geschäftsführer des genossenschaftlichen Plattformspezialisten Genopace. Eine früherer Karrierestation absolvierte er bei der DZ-Bank-Gruppe als Digital Lead. Dort verantwortete er die Kooperation mit dem Start-up-Accelerator Axel Springer Plug and Play.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating der Deutschen Bahn bei Aa1 bestätigt. Der Ausblick bleibt negativ. Dies reflektiere Moody’s Erwartung, dass es für die Deutsche Bahn als Folge reduzierter Passagierzahlen aufgrund des Coronavirus herausfordernd bleibt, den Verschuldungsgrad zu senken. Die Agentur senkte zudem das Hybrid-Rating auf A3.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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