Covestro schließt sich dem Trend an und baut eine ESG-Komponente in eine neue Kreditvereinbarung ein.

Covestro

23.03.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Covestro, Daimler, Vapiano

Covestro baut eine Nachhaltigkeitskomponente in einen neuen Kredit ein, Daimler treibt die Digitalisierung des Schuldscheins voran und Vapiano rutscht in die Zahlungsunfähigkeit – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Covestro schließt ESG-linked Loan ab

Der Werkstoffhersteller Covestro schließt einen neuen Kredit ab und baut eine Nachhaltigkeitskomponente in die Finanzierung ein. Die syndizierte revolvierende Kreditlinie wird von 16 Banken zur Verfügung gestellt und hat ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro. Der Kredit, der in verschiedenen Währungen in Anspruch genommen werden kann, dient als Liquiditätsreserve für Covestro.

Und die hat der Konzern mit der neuen Vereinbarung deutlich aufgestockt. Der vorherige Kredit hatte ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Zudem hat Covestro den Kredit an die Entwicklung seines ESG-Ratings geknüpft – je besser sich das Rating entwickelt, umso günstiger wird die Finanzierung für das Unternehmen. „Durch die Kopplung der Kreditzinsen an ein ESG-Rating verknüpfen wir das Fokusthema Nachhaltigkeit mit allen Geschäftsbereichen und setzen uns selbst ambitionierte Ziele“, sagte Finanzvorstand Thomas Toepfer zu der Transaktion.

Daimler begibt vollständig digitalen Schuldschein

Der Automobilkonzern Daimler hat mit der der LBBW ein vollständig digitales Schuldscheindarlehen platziert. Es hat ein Volumen von 25 Millionen Euro und läuft über zwei Jahre. Die Transaktion wurde ausschließlich über die Digitalplattform Debtvision vermarktet und über die Distributed Ledger Technologie via Blockchain mit elektronischer Signatur komplett digital abgewickelt.

Es ist laut Daimler und LBBW die erste rechtswirksame und voll digitale Schuldscheintransaktion in Deutschland, die über eine Plattform vermarktet wurde und über die DL-Technologie ohne parallelen Papierprozess abgeschlossen wurde.

Vapiano ist zahlungsunfähig

Vapiano ist aufgrund des „drastischen Umsatz- und Einnahmerückgangs“ infolge der Coronavirus-Krise in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Das teilte die Restaurantkette, die auch vor der Krise schon knapp bei Kasse war, am Freitag mit. Das Unternehmen hofft auf staatliche Hilfen und richtet einen „dringenden Appell an die deutsche Politik und fordert diese auf, die angekündigten schnellen und unbürokratischen Hilfen und Unterstützungsprogramme für Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 besonders stark betroffen sind, zeitnah umzusetzen“.

Weitere Meldungen

Auch der Oberflächenspezialist Nanogate benötigt staatliche Hilfe. „Um den Fortbestand des Konzerns zu sichern, beantragt Nanogate Finanzhilfen bei der Staatsbank KfW und plant erhebliche Kostensenkungen, unter anderem durch Kurzarbeit“, teilte das Unternehmen am vergangenen Donnerstag mit.

Das Solarunternehmen Enpal erhält eine Projektfinanzierung über 39 Millionen Euro. Der Konsortialkredit wurde von der ING arrangiert. Mit dem Geld will das Unternehmen sein Wachstum im deutschen Markt für Dachsolarzellen ausbauen. Simmons & Simmons hat die ING bei der Transaktion beraten.

Das Erndtebrücker Eisenwerk hat bestehenden bilaterale Finanzierungen refinanziert. Der neue Konsortialkredit hat ein Volumen von 308 Millionen Euro. Er besteht aus einer revolvierenden Kreditfazilität und einer Avallinie. Es ist der erste Konsortialkredit des Unternehmens. Er wird durch ein Konsortium aus Commerzbank, Deutsche Bank, Helaba, HSBC, Sparkasse Wittgenstein und Unicredit bereit gestellt. Das Unternehmen wurde bei der Transaktion von Herter & Co. als Sole Debt Advisor beraten.

Das Biotechnologieunternehmen Morphosys hat das Grundkapital durch Ausgabe von rund 907.000 neuen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts erhöht. Die American Depository Shares mit einem Volumen von 150 Millionen US-Dollar wurden von Incyte Corporation gekauft. Das Investment von Incyte ist Teil eines Kooperationsvertrags der beiden Unternehmen. Morphosys wurde bei der Transaktion von Skadden (Federführung: Katja Kaulamo) beraten.

Die EU-Kommission bietet dem Pharmaunternehmen CureVac einen Kredit von bis zu 80 Millionen Euro, um die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Corona zu unterstützen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Es soll um ein über eine EU-Garantie abgesichertes Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) gehen.
 
Nextbike, ein Anbieter eines Fahrradverleihsystems, will eine grüne besicherte Anleihe platzieren. Der Bond hat ein Volumen von 20 Millionen Euro und wird mit 5,25 Prozent verzinst. Emissionstag ist der 31. März. Nextbike arbeitet bei der Emission mit SDG Investments zusammen, einem digitalen Corporate-Finance-Haus für nachhaltige Investments. Über diese Plattform erhalten institutionelle Investoren Zugang zu Investmentmöglichkeiten, die sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientieren (SDGs). Nextbike orientiert sich zertifiziert an den Nachhaltigkeitszielen der UN.

Die Online-Bank Penta hat eine Finanzierungsrunde über 18,5 Millionen Euro abgeschlossen. Penta RTP Global, ABN AMRO Ventures und VR-Ventures sind als neue Investoren dazugekommen. Erneut investiert haben Finleap und HV Holtzbrinck Ventures.

Das Foodtech-Start-up Prolupin hat in einer Wachstumsfinanzierungsrunde einen zweistelligen Millionenbetrag eingesammelt. Mit dem Erlös will das Unternehmen expandieren und Potentiale im B2B-Markt erschließen. Die Runde wurde von Capricorn Partners aus Belgien und dem Wachstumsinvestor Novax angeführt. Zudem beteiligten sich Munich Venture Partners und Ecapital Entrepreneurial Partners. Bryan, Garnier & Co. agierte als exklusiver Berater für die Transaktion.

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating der Lufthansa von Baa3 auf Ba1 herabgestuft. Die Fluggesellschaft ist damit nicht mehr Teil des Investmentgrade-Segments. Darüber hinaus setzt die Agentur das Rating des Konzerns auf „on review for downgrade“. Die Lufthansa trifft die Corona-Krise besonders hart. Auch die Agentur S&P hat das Rating herabgesetzt, allerdings von BBB auf BBB- und damit immer noch im Investmentgrade. Der Ausblick steht allerdings bei negativ.

Das Rating des Touristikkonzerns Tui wurde von Moody’s von Ba3 auf B2 herabgestuft. Die Ratings des Konzerns stehen zudem nun unter „review for downgrade“. Auch Tui ist von der Ausbreitung des Coronavirus besonders stark betroffen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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