Wenige Wochen nach dem Sustainability-Schuldschein hat Dürr nun einen grünen Kredit begeben.

Dürr

12.08.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Dürr, Flixbus, Steinhoff

Dürr begibt einen nachhaltigen Kredit, Flixbus holt neue Investoren an Bord und Steinhoff braucht erneut mehr Zeit – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Dürr schließt digitalen ESG-linked Loan ab

Der Maschinenbauer Dürr hat einen syndizierten Kredit über 750 Millionen Euro begeben, der mit einer Nachhaltigkeitskomponente ausgestattet ist: Die Verzinsung ist an das Nachhaltigkeitsrating des Unternehmens gekoppelt, das von der Agentur Ecovadis erstellt wird. Erst vor wenigen Wochen hatte Dürr einen Schuldschein nach derselben Logik begeben. BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank und Unicredit koordinierten das Konsortium aus 13 Banken. Hengeler Mueller hat das Konsortium beraten.

Parallel dazu hat Dürr bei dem Konsortialkredit ein Pilotprojekt zur Digitalisierung des Prozesses umgesetzt. Der Konzern stützt sich dabei auf die Blockchain-Technologie und eine Identitätssoftware des Softwareunternehmens Targens. 

Flixbus stockt Finanzierungsrunde auf

Der Fernbusbetreiber Flixmobility hat erst vor wenigen Wochen eine Rekordfinanzierungsrunde vermeldet. Nun hat das Unternehmen in einem Second Closing noch weitere Investoren an Bord geholt. Baillie Gifford, Luxor Capital Group, Odyssey 44 und Fonds von BlackRock stoßen dazu. Flixbus wurde bei der Transaktion von Hogan Lovells beraten. Die Höhe der neuen Investments ist nicht bekannt.

Steinhoff braucht mehr Zeit

Der angeschlagene Möbelkonzern Steinhoff bittet erneut um mehr Zeit, um das im Dezember 2018 beschlossene Restrukturierungsprogramm umzusetzen. Neues Zieldatum ist nun Montag, der 19. August. Ursprünglich sollte die Umsetzungsfrist vergangenen Freitag abgeschlossen sein. Steinhoff muss seine Gläubiger nun schon zum vierten Mal bitten, die Frist zu verschieben. Nach Angaben des Unternehmens wird die zusätzliche Zeit benötigt, um finale Schritte der Umsetzung abzuschließen.

Porsche platziert Green Schuldschein

Der Autohersteller Porsche hat einen grünen Schuldschein über 1 Milliarde Euro begeben – der bisher größte grüne Schuldschein überhaupt, betont das Unternehmen. Für Porsche ist die Transaktion das Debüt am Markt für Green Finance. Das Papier teilt sich in Tranchen mit fünf, sieben und zehn Jahren Laufzeit und wird sowohl fix als auch variabel verzinst.

Mit dem Erlös soll das Fahrzeugprojekt für den ersten vollelektrischen Porsche finanziert werden. Die Agentur ISS Oekom hat das externe Gutachten für die Finanzierung erstellt, die von LBBW, BayernLB und ING arrangiert wurde. Die ING agierte zudem als Green Advisor. Der Schuldschein wurde zusätzlich über die digitale Emissionsplattform Debtvision vermarktet.

Weitere Meldungen

Alanta Health Group, ein Portfoliounternehmen von IK Investment Partners, hat eine Unitranche-Finanzierung über 331 Millionen Euro von EQT Credit, Hamburg Commercial Bank und SEB erhalten. Neben der Refinanzierung der bestehenden Kredite ermöglicht die Finanzierung dem Gesundheitsdienstleister und pharmazeutischen Hersteller auch weiteres organisches Wachstum. Shearman & Sterling (Federführung: Winfried M. Carli) hat die Geldgeber bei der Transaktion beraten.

Das Molekulardiagnostikunternehmen GNA Biosolutions hat eine Serie-C-Finanzierungsrunde über 13,5 Millionen Dollar (rund 12 Millionen Euro) abgeschlossen. Als neue Investoren beteiligten sich Grey Bird Ventures, Occident und der Wachstumsfonds Bayern an der Transaktion. Erneut investierten die SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement, Robert Bosch Venture Capital, UVC Partners, Mey Capital Matrix, KfW und Btov Partners.

Das Immobilienunternehmen Deutsche Konsum Reit hat seine ausstehende unbesicherte Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 50 Millionen Euro um weitere 20 Millionen Euro aufgestockt. Der Bond hat insgesamt eine Laufzeit bis April 2024 und wird mit einem Kupon von 2,35 Prozent verzinst. Die Aufstockung der Anleihe wurde im Wege einer Privatplatzierung von einer deutschen Pensionskasse gezeichnet.

Die Hamburger IPP-Gesellschaft Neag Norddeutsche Energie hat die zweite Tranche der im Mai begebenen Inhaberschuldverschreibung platziert. Die Papiere über 25,5 Millionen Euro wurden von derselben deutschen Pensionskasse gezeichnet, die bereits in die erste Tranche in Höhe von 11,3 Millionen Euro investiert hatte. Das Volumen liegt damit insgesamt bei 36,8 Millionen Euro. Capcora hat Neag bei der Transaktion begleitet. Auf rechtlicher Seite hat das Hamburger Team der Kanzlei Luther beraten.

Das Fintech Trade Republic Bank, an dem der High End Broker Sino beteiligt ist, hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Beteiligt an der Transaktion waren die beiden VC Investoren Creandum und Project A. Dem Unternehmen fließen durch die Finanzierungsrunde mehr als 8,5 Millionen Euro Wachstumskapital zu.

Die börsennotierte Umwelt Bank, eine Direktbank, die ausschließlich ökologische Kreditprojekte finanziert, hat über eine Kapitalerhöhung 23,5 Millionen Euro eingesammelt. Insgesamt sind rund 2,375 Millionen neue Inhaberstückaktien bei bestehenden Aktionären sowie im Rahmen einer Privatplatzierung bei ausgesuchten institutionellen Investoren platziert worden. Network Corporate Finance hat das Unternehmen im Rahmen der Transaktion beraten.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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