Finanzierungen: Heidelberg Cement hat einen Euro-Bond über 1 Milliarde Euro begeben.

Heidelberg Cement

29.03.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Heidelberg Cement, Deutsche Post, Telefónica Deutschland

Heidelberg Cement platziert eine Milliardenanleihe, die Deutsche Post begibt einen Bond über 1,25 Milliarden Euro und Telefónica Deutschland erhält den ersten Konsortialkredit – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Heidelberg Cement begibt Milliardenanleihe

Heidelberg Cement hat eine Anleihe über 1 Milliarde Euro platziert. Der Bond, der bis läuft 2023, war nach Unternehmensangaben mehr als dreifach überzeichnet. Die Anleihe wird mit 2,25 Prozent fest verzinst. Der Ausgabekurs lag bei 99,616 Prozent, woraus eine Rendite von 2,31 Prozent resultiert. In diesem Laufzeitsegment hat Heidelberg Cement noch nie günstigere Konditionen erzielt, teilte der Zementhersteller mit.

Als Bookrunner waren die Bank of America Merrill Lynch, Commerzbank, ING, Morgan Stanley und Nordea mandatiert. Den Erlös steckt Heidelberg Cement in die Finanzierung der Übernahme von Italcementi. Auf diese Weise kann der Konzern die Brückenfinanzierung von 2,7 Milliarden Euro auf den Mindestbetrag von 2 Milliarden Euro senken, der für das Pflichtangebot notwendig ist. Durch die neue Emission sinkt für CFO Lorenz Näger der Refinanzierungsbedarf am Anleihemarkt von 2 auf 1 Milliarde Euro. Vor wenigen Wochen hatte Heidelberg Cement zum selben Zweck bereits einen Schuldschein platziert.

Deutsche Post schließt Anleiheemission über 1,25 Milliarden Euro ab

Die Deutsche Post hat eine Anleiheemission mit einem Volumen von 1,25 Milliarden Euro abgeschlossen. Das Unternehmen platzierte zwei Bonds, die fünf beziehungsweise zehn Jahre laufen. Die Anleihe mit kürzerer Laufzeit über 750 Millionen Euro wird mit 0,375 Prozent verzinst. Die zehnjährige Anleihe über 500 Millionen Euro hat einen Kupon von 1,25 Prozent. Die Transaktion wurde durch ein internationales Bankenkonsortium begleitet. Mit den neuen Mitteln will der Konzern Pensionsverpflichtungen finanzieren sowie allgemeine Unternehmenszwecke abdecken. Weil deshalb in Zukunft ein größerer Teil der Pensionszahlungen aus dem Planvermögen und den Erträgen aus deren Anlage gezahlt werden kann, hofft CFO Larry Rosen auf eine Entlastung des operativen Cashflows in den nächsten Jahren.

Telefónica schließt ersten Konsortialkredit ab

Telefónica Deutschland hat zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Konsortialkredit abgeschlossen. Über die Tochtergesellschaft Telefónica Germany erhält der Telekommunikationskonzern 750 Millionen Euro. Der Kredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren dient allgemeinen Unternehmenszwecken und kann bis 2023 verlängert werden. Koordiniert wurde die Kreditvergabe von den Banken BNP Paribas, Commerzbank und UniCredit Bank. Zudem sind weitere sechs Banken an der Finanzierung beteiligt. Mit dem Darlehen diversifiziert Finanzchefin Rachel Empey die Finanzierungsbasis des Unternehmens und lockert die Finanzierungsbeziehung zum spanischen Mutterkonzern.

Weitere Finanzierungen

Der Windturbinenhersteller Nordex vermarktet aktuell einen Schuldschein, die Platzierung soll in dieser Woche abgeschlossen werden. Das teilte Finanzvorstand Bernard Schäferbarthold vergangene Woche auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt mit. Das Unternehmen könne sich ein Volumen bis zu 500 Millionen Euro vorstellen, heißt es. Der Schuldschein soll in vier Tranchen über drei, fünf, sieben und zehn Jahre unterteilt sein. Die Vermarktungsspanne liegt über alle Tranchen hinweg zwischen 1,5 Prozent und bis zu 2,7 Prozent Zinsen.

Mercedes-Benz Auto Finance hat seine erste ABS-Transaktion in China platziert. Das Volumen der Verbriefungstransaktion beläuft sich auf rund 342 Millionen Euro. Beraten wurde Mercedes bei der Platzierung durch die Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells unter Leitung von Dietmar Helms und Shengzhe Wang.

Der Verpackungshersteller Mauser hat eine ABS-Transaktion über 100 Millionen Euro platziert. Im Rahmen der Transaktion wurden Handelsforderungen von verschiedenen Mauser-Gesellschaften mit Sitzen in unterschiedlichen Ländern an die ING Belgium verkauft. Die Bank wurde dabei von Baker & McKenzie beraten.

Der Modekonzern Steilmann hat überraschend Insolvenz gemeldet. CFO Jens Brüggemann hatte das Bekleidungshaus erst im Oktober an die Börse geführt. Das Unternehmen hat Mittelstandsanleihen im Wert von knapp 90 Millionen Euro ausstehen. Das Tochterunternehmen Adler Modemärkte will allerdings von der Pleite nicht betroffen sein. Wie Adler mitteilte, seien „keine nennenswerten Auswirkungen“ zu erwarten.

Phoenix Solar hat die bestehende Finanzierung mit seinem Bankenkonsortium bis September 2018 verlängert. Das Finanzierungsvolumen liegt bei 101 Millionen Euro. Davon wurden 85,4 Millionen Euro als Konsortialkredit gewährt, der restliche Teil setzt sich aus Bar- und Avalkreditlinien zusammen.

Die Deutsche Postbank bereitet sich auf ihren Börsengang vor. Bis Mitte des Jahres soll das Institut von der Deutschen Bank losgelöst arbeiten. Allerdings steht der Postbank-IPO offenbar nicht mehr ganz oben auf der Tagesordnung. Deutsche-Bank-CFO Marcus Schenck kann sich den Börsengang in der zweiten Jahreshälfte nur vorstellen, wenn sich die Lage an den Börsen deutlich verbessere, so die dpa unter Berufung auf die „Börsen-Zeitung“.

Der Venture-Capital-Investor German Startups Group hat eine Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht platziert. Der Erlös in Höhe von 750.000 Euro soll für eine neue Beteiligung verwendet werden. Zudem erwirbt die German Startups Group im Zuge von Sachkapitalerhöhungen zusätzliche Anteile an vier Portfoliounternehmen sowie einer Neuinvestition für insgesamt rund 1,8 Millionen Euro.

Das auf Nanotechnologie spezialisierte Unternehmen Nanostart hat die geplante Sachkapitalerhöhung abgesagt. Eigentlich hätten im Zuge der Transaktion 49 Prozent der Anteile an Renaissance Real Estate Frankfurt erworben werden sollen. Allerdings konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden, der bis Ende März die Eintragung ins Handelsregister vorsah.

Der Schweizer Airline-Caterer Gategroup hat seine revolvierende Kreditlinie von 240 Millionen Euro auf 350 Millionen Euro ausgeweitet. Die Kreditfazilität läuft noch bis 2020. Mit der Ausweitung sichert sich der Konzern größeren finanziellen Spielraum zu denselben Konditionen.

Kreditech hat in einer Serie-C-Finanzierungsrunde insgesamt 92,7 Millionen Euro eingeworben. Beteiligt haben sich unter anderem J.C. Flowers & Co., Peter Thiel, Amadeus Capital Partners, Värde Partners, Blumberg Capital und HPF Growth Capital. Die International Finance Corporation, die zur Weltbank gehört, hat 10 Millionen Euro in Kreditech investiert. Das Technologieunternehmen, das auf Finanzdienstleistungen spezialisiert ist, wird die Mittel für seine Plattform Monedo verwenden, die Kredit- und Bankdienstleistungen anbietet.

Tag Immobilien hat in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren 5 Millionen neue Aktien platziert. Der Bruttoemissionserlös der Privatplatzierung beläuft sich auf 58,3 Millionen Euro. Mit dem Erlös will Tag Wohnimmobilien zukaufen sowie allgemeine Unternehmenszwecke finanzieren. Joint Bookrunner der Transaktion waren Berenberg und Kempen & Co. Tag wurde durch die Wirtschaftskanzlei Noerr unter Federführung der Partner Stephan Schulz und Laurenz Wieneke beraten.

Das Unternehmen TachoEasy, das Datenmanagement für digitale Fahrtenschreiber anbietet, hat von RSBK Strategie Beratung Kommunikation frisches Wachstumskapital erhalten, die genaue Summe ist nicht bekannt. TachoEasy wurde bei der Finanzierung durch Acxit Capital Partners beraten.

Metric Mobility Solutions hat einen zum Jahresende auslaufenden Warenkredit vorzeitig verlängert. Der Kredit mit dem Hauptlieferanten Zollner Elektronik über 12 Millionen Euro wird ab 1. Januar 2017 als verzinsliches Darlehen zu „marktüblichen Konditionen“ fortgeführt und läuft bis Dezember 2018.

Der Asset- und Investment-Manager MPC Capital hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös von 12,6 Millionen Euro abgeschlossen. Es wurden 2,2 Millionen neue Aktien zu je 5,70 Euro bei institutionellen Investoren platziert. Das frische Kapital soll der Finanzierung des weiteren Wachstums sowie Co-Investments aus der aktuellen Projektpipeline dienen.

Das Fintech GoCardless hat sich durch den Abschluss einer Serie-C-Finanzierung 13 Millionen US-Dollar beschafft. Notion Capital und weitere bereits beteiligte Investoren nahmen an der Finanzierungsrunde teil. Das FinTech Start-up will das eingenommene Geld dafür nutzen, sein Zahlungsnetzwerk weiter aufzubauen und die steigende Nachfrage von neuen Kunden und Zielmärkten zu decken.

eGym, ein Anbieter digitaler Infrastruktur für Fitness-Studios, hat eine Serie-C-Finanzierung erfolgreich abgeschlossen, teilte das Münchener Startup mit. Das Volumen der Finanzierung beträgt 45 Millionen US-Dollar. Beteiligt sind die bereits engagierten Investoren, neu hinzugekommen ist der Investor HPE Growth Capital. eGym will mit dem Kapital das internationale Wachstum des Unternehmens beschleunigen und weiter in die Technologie- und Digitalisierungsstrategie investieren.

Ratingmeldungen

Das Rating des Versorgers RWE sinkt von BBB+ auf BBB. Das teilt die Ratingagentur Fitch mit. Grund dafür ist eine weitere Verschlechterung des operativen Umfelds. Dazu kämen Probleme im IT-Bereich. Auch eine weitere Herabstufung sei möglich. Fitch behält den Konzern unter Beobachtung.

Stern Immobilien erhält weiterhin ein Rating von BBB- von Scope. Der Ausblick ist stabil.

Moody’s erwägt, das Rating der Deutschen Bank herabzusetzen, das derzeit bei Baa1 liegt. Allerdings sei nur eine Senkung um eine Stufe möglich.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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