Der Betreiber digitaler Marktplätze, Scout 24, hat Ende März große Teile eines Kredits tilgen können.

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16.04.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Scout24, Tom Tailor, Springer Nature

Scout24 zahlt einen Kredit teilweise zurück, Tom Tailor refinanziert einen Konsortialkredit und Springer Nature gibt seine Börsenpläne offiziell bekannt – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Scout24 tilgt Teile von Kredit mit Schuldscheinerlös

Scout24, ein Betreiber digitaler Marktplätze, hat Ende März Kredite in Höhe von 250 Millionen Euro zurückgeführt. Die Tilgung erfolgte aus Erlösen der ersten Schuldscheinemission in Höhe von 215 Millionen Euro sowie aus eigenen Mitteln aus dem überschüssigen Cashflows in Höhe von 35 Millionen Euro.

Die Schuldlast des bestehenden Bankdarlehens sinkt damit auf 370 Millionen Euro. Scout24 hatte in den vergangenen Monaten bereits Rückzahlungen auf Kredite geleistet. Darunter war der Konsortialkredit und eine revolvierende Kreditlinie.

Tom Tailor refinanziert Konsortialkredit

Das Modeunternehmen Tom Tailor hat einen Konsortialkredit vorzeitig refinanziert. Der Kredit hat ein Volumen über 400 Millionen Euro. Der vorherige Kredit, der 2015 ausgegeben worden war, hatte noch ein Volumen von 500 Millionen Euro. Die neue Vereinbarung läuft bis 2023. Im Zuge der Transaktion hat CFO Thomas Dressendörfer das Bankkonsortium von zwölf auf acht Banken verkleinert. Mit der Refinanzierung kommt Tom Tailor einen Schritt bei der Neuausrichtung weiter. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr bereits eine Kapitalerhöhung umgesetzt.

Springer Nature will an die Börse

Nun sind die Gerüchte es bestätigt: Der Wissenschaftsverlag Springer Nature plant den IPO. Das Unternehmen plant, mit einer Kapitalerhöhung ein Emissionserlös von etwa 1,2 Milliarden Euro zu erzielen. Der Börsengang soll am Frankfurter Prime Standard erfolgen. Je nach Marktumfeld will sich der Finanzinvestor BC Partners bei dem IPO teilweise von Aktien trennen. Der Gesellschafter Holtzbrinck will dagegen keine Anteile verkaufen und langfristiger Gesellschafter bleiben.

IPO von VW-Lkw-Sparte soll 7 Milliarden Euro bringen

Ein möglicher Börsengang der Lkw-Sparte des VW-Konzerns soll nach Informationen des „Spiegels“ bis zu 7 Milliarden Euro einbringen. Nach Informationen des Magazins soll der Autokonzern bis zu 25 Prozent seiner Anteile verkaufen wollen. Die Umwandlung der Sparte Truck & Bus in eine AG, um den Weg zur Kapitalmarktfähigkeit zu ebnen, hatte der Konzern in der vergangenen Woche angekündigt. 

Weitere Meldungen

Der Anlagenbauer M+W Group soll einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge gemeinsam mit der Bank of America und der UBS strategische Optionen einschließlich eines Börsengangs erarbeiten. Ein IPO könnte etwa 1,5 Milliarden Euro einbringen, heißt es weiter.

Die Online-Apotheke Shop Apotheke Europe hat Wandelanleihen im Wert von 75 Millionen Euro platziert. Die Anleihe hat einen Kupon von 4,5 Prozent und eine Laufzeit von fünf Jahren. Mit dem Erlös sollen in erster Linie Akquisitionen im OTC-Bereich finanziert werden. Berenberg war Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner bei der Transaktion. Hogan Lovells (Federführung: Michael Schlitt und Susanne Lenz) hat das Unternehmen beraten.

Die Deutsche Post plant offenbar zwei strategische Optionen für den Ausbau ihrer E-Mobilitätssparte Street Scooter. In Betracht gezogen werden zum einen die Hereinnahme eines externen Investors und zum anderen der Verkauf eines Anteils an der Börse, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Eine Unternehmensbewertung von mehr als 1 Milliarde Euro stünde im Raum, berichtet die Agentur unter Berufung auf nicht genannte Quellen.

Der Autokonzern BMW hat einen Sterling-Bond platziert. Die Anleihe  hat ein Volumen von 250 Millionen Britischen Pfund (rund 288 Millionen Euro). Das Papier läuft bis 2022 und wird mit 1,75 Prozent verzinst. BMW hatte erst vor wenigen Tagen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Milliarden US-Dollar platziert.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat die Finanzierungsstruktur des bestehenden Darlehens für Heidelberger Druckmaschinen über 100 Millionen Euro geändert. Diese Änderungen an dem 2016 ausgegebenen Kredit stünden im Zusammenhang mit der Refinanzierung des Druckmaschinenherstellers, der Anfang April eine neue syndizierte Kreditlinie mit erhöhtem Volumen und besseren Konditionen vereinbart hatte. Um welche Anpassungen an dem EIB-Darlehen es sich genau handelt, ist nicht bekannt. Die EIB wurde von der Kanzlei Allen & Overy (Federführung: Peter Stenz und Jens Gölz) beraten.

Der Produzent von Motoren- und Getriebeteilen, Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, hat seinen Gläubigern ein neues öffentliches Umtauschangebot für ihre mit 7,5 Prozent verzinsten Schuldverschreibungen 2014/2019 sowie 2015/2021 unterbreitet. Sie können die Papiere in eine neue bis 2023 laufende Anleihe mit einem Kupon von 7,25 Prozent umtauschen, Stückzinsen werden verrechnet. Das Volumen des Angebots beträgt rund 6,8 Millionen Euro, da Gläubiger der 2014 begebenen Anleihe bereits rund 8,2 Millionen Euro getauscht und das Gesamtvolumen auf 15 Millionen Euro beschränkt ist.

Die PE-Beteiligungsgesellschaft Ardian hat 230 Millionen Euro für ihren zweiten Growth Fund eingeworben. Dieser innerhalb von vier Monaten abgeschlossene Fonds ist dreimal so groß wie der im Jahre 2014 mit 70 Millionen Euro ausgestattete Vorgängerfonds.

Der Unternehmenssoftware-Hersteller Serviceware will bis zu 3,7 Millionen Aktien zu einem Preis von 22,50 bis 27,50 Euro an der Börse platzieren. Insgesamt könnte der Börsengang zwischen 83,3 und 101,8 Millionen Euro einbringen. Serviceware wird davon ein Bruttoerlös von rund 56 bis zu 69 Millionen Euro zufließen, die zur Wachstumsfinanzierung durch Akquisitionen und weitere Unternehmenszwecke eingesetzt werden sollen. Die restlichen Einnahmen gehen an die Altaktionäre um die Firmengründer Dirk Martin und Harald Popp. Der Streubesitz wird nach dem Börsengang bei rund 35 Prozent liegen.

Das TecDax-notierte Biotechnologieunternehmen Morphosys will in den USA an die Börse. Das Angebot von bis zu 8,3 Millionen American Depositary Shares (ADS) wurde eingeleitet. Jede ADS ergibt ein Viertel einer Morphosys-Stammaktie. Die den ADS unterliegenden neuen Stammaktien repräsentieren bis zu 8,1 Prozent des Grundkapitals von Morphosys vor Vollzug des Angebots.

Qingdao Haier, ein chinesischer Hersteller von Haushaltsgeräten, plant sogenannte D-Aktien an der China Europe International Exchange, ein Joint Venture zwischen der Shanghai Stock Exchange, der Deutschen Börse und der China Financial Futures Exchange, zu platzieren. Die Gesamtmenge der zu emittierenden D-Aktien soll ein Volumen von 400 Millionen Aktien im Basisangebot nicht überschreiten. Die Aktionäre müssen das Vorhaben noch genehmigen.

Das Technologie-Startup Uberall hat eine Serie-B-Finanzierungsrunde in Höhe von rund 25 Millionen Dollar abgeschlossen. Der Wachstumsfonds HPE Growth Capital hat sich im Rahmen dieser Finanzierungsrunde als neuer Investor an Uberall beteiligt. Das erhaltene Kapital will das Unternehmen sowohl für die Produktentwicklung als auch für die Internationalisierung verwenden. Die Kanzlei P+P Pöllath + Partners (Federführung: Frank Thiäner) hat HPE Growth Capital bei der Investition beraten.

Das Startup Natural Dental Implants (NDI) hat das maximale Kapitalvolumen von 2,5 Millionen Euro auf der Crowdinvesting-Plattform Companisto erreicht. Zusätzlich steuerte die Beteiligungsgesellschaft GUB, die bereits zu den Geldgebern des Unternehmens zählte, in der jetzt abgeschlossenen Finanzierungsrunde 1 Million Euro als Co-Investment zu. Als nächster Schritt könnte ein Börsengang an der Euronext folgen.

Das Start-up Cluno, das Autos im Abo-Modell vermietet, hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 7 Millionen Euro abgeschlossen. Lead-Investor ist Acton Capital Partners, ein in München ansässiger Venture-Capital-Fonds. Der bisherige Investor Atlantic Labs hat sich ebenfalls erneut an der Finanzierungsrunde beteiligt.

Das Frankfurter Start-up Go Crush, welches eine App für Gruppentreffen in fünf deutschen Städten anbietet, konnte bei einer Seed-Finanzierungsrunde eine sechsstellige Investitionssumme einsammeln. Go Crush wurde dabei von Beiten Burkhardt (Federführung: Gesine von der Groeben und Philipp Sahm) beraten.

Das Kunsthandelsunternehmen Weng Fine Art hat nach Abstimmung mit der Münchener Börse und dem Listing Partner MWB Fairtrade festgelegt, am 15. Mai dieses Jahres wieder Aktien an der Börse zu platzieren. Die Aktie wird im Qualitätssegment des Freiverkehrs an der Börse München notiert werden. In den darauffolgenden Monaten ist auch die Aufnahme der Notierung im Freiverkehr an anderen Börsen möglich. Für Wenig Fine Art ist es eine Rückkehr, das Unternehmen war schon einmal börsennotiert.

Der Cloud-Telefonanlagenanbieter Nfon plant im zweiten Quartal dieses Jahres an die Börse zu gehen. Die Aktien sollen dabei im regulierten Markt der Frankfurter Börse platziert werden, teilte das Unternehmen mit. Das Emissionsvolumen aus der Platzierung neuer Aktien soll rund 50 Millionen Euro betragen. Darüber hinaus erfolge eine Veräußerung von Stammaktien durch bestehende Anteilseigner. Die Streubesitzquote soll bei voraussichtlich 50 Prozent liegen.

Ratingmeldungen

S&P hat das Rating der Deutschen Bank aufgrund des Chefwechsels am vergangenen Wochenende auf die Beobachtungsliste für eine eventuelle Herabstufung gesetzt. Die Agentur begründet den Schritt damit, dass mit dem Wechsel gegebenenfalls eine Anpassung der Strategie einhergeht und die Sanierung der Bank länger dauern und mehr kosten könnte. Die Ratingagentur stuft die Kreditwürdigkeit der Deutschen Bank aktuell mit der Bonitätsnote A- ein.

Die Ratingagentur Euler Hermes hat die Bewertung des LKW-Zulieferers SAF-Holland bei BBB mit stabilem Ausblick bestätigt. Als Begründung führt Euler Hermes die vorhandenen Wachstumsperspektiven durch die Zunahme des weltweiten Transportvolumens an. Zudem verfüge der LKW-Zulieferer über eine sehr gute Marktstellung in den Kernmärkten Europa und Nordamerika. Das Finanzrisiko von SAF-Holland schätzt Euler Hermes Rating als gering ein und verweist auf die stabile Ertragskraft und Rentabilität.

Die Ratingagentur Scope hat das Rating des Immobilienunternehmens Adler Real Estate bei BB bestätigt. Gleichzeitig verbesserte Scope den Ausblick auf positiv. Die Ratingagentur begründet die Verbesserung des Ausblicks mit den erwarteten positiven Folgen der erfolgreichen Übernahme des niederländischen Konzerns Brack Capital Properties (BCP) in der vergangenen Woche für 550 Millionen Euro.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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