Deutsche Börse AG

26.03.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Börse, Volkswagen Immobilien, DWS

Die Deutsche Börse begibt eine Benchmark-Anleihe, Volkswagen Immobilien emittiert einen grünen Schuldschein und DWS schafft den Sprung an die Börse – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Börse begibt Benchmarkanleihe

Die Deutsche Börse hat eine Anleihe mit Benchmark-Volumen emittiert. Im Detail umfasst der Bond 600 Millionen Euro und besitzt eine Laufzeit von zehn Jahren. Der Zinskupon liegt bei 1,125 Prozent. Für die Deutsche Börse stellt die Transaktion nach langer Abwesenheit die Rückkehr an den Bondmarkt dar. Zuletzt hatte sie den Bondmarkt im Oktober 2015 angezapft. Den Erlös der neuen Anleihe will das Unternehmen für allgemeine Unternehmenszwecke und zur Refinanzierung eines im März fälligen Bonds nutzen. Die HSBC agierte als Joint Active Bookrunner der Transaktion. 

Volkswagen Immobilien emittiert grünen Schuldschein

Das Immobilienunternehmen Volkswagen Immobilien gibt Details zu der laufenden Platzierung eines Green Schuldscheins bekannt, über die bereits vergangene Woche berichtet wurde. Der grüne Schuldschein besitzt ein Startvolumen von 100 Millionen Euro und soll bei professionellen Investoren platziert werden.

Er teilt sich in Tranchen mit Laufzeiten von sieben, zehn, zwölf und fünfzehn Jahren auf. Die Tranchen von bis zu zehn Jahren Laufzeit werden sowohl variabel als auch fest verzinst. Die Tranchen mit Laufzeiten von mindestens zwölf Jahren besitzen ausschließlich feste Zinskupons. Die Mittel will VW Immobilien zur Refinanzierung geeigneter grüner Projekte verwenden. ING und LBBW agieren als Arrangeure der Transaktion.

DWS vollzieht Börsengang

Die Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank, DWS, hat den Sprung an die Börse geschafft. Insgesamt 44,5 Millionen DWS-Aktien wurden zu einem Platzierungspreis von 32,50 Euro bei neuen Anlegern platziert. Vor zwei Wochen hatte die Deutsche Bank die Preisspanne bei 30 bis 36 Euro festgelegt. Darüber, wer als neuer Ankeraktionär bei der Deutsche-Bank-Tochter einsteigt, war bereits in den vergangenen Wochen berichtet worden.

Bei einem Platzierungspreis von 32,50 Euro je Aktie ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 6,5 Milliarden Euro. Das Gesamtplatzierungsvolumen beträgt einschließlich der 4,5 Millionen Aktien als Mehrzuteilungsoption 1,4 Milliarden Euro. Insgesamt hat die Deutsche Bank bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option DWS-Aktien im Umfang von 22,25 Prozent abgegeben. Credit Suisse agierte als Joint Bookrunner der Transaktion.

Beate-Uhse-Tochter erhält Massedarlehen

Eine Tochter des insolventen Erotikhändlers Beate Uhse erhält neues Geld. Beate Uhse Netherlands befindet sich derzeit in einem vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung und hat nun die Zusage für ein Massedarlehen in Höhe von 5 Millionen Euro erhalten. Das Geld stellt Prime Capital Debt zur Verfügung, ein Fonds des Debt Investors Robus Capital. Der Finanzinvestor hatte Beate Uhse bereits im Januar mit einem Massekredit über 2,7 Millionen Euro unterstützt.

Scout24 schließt ersten Schuldschein ab

Scout24, ein Betreiber digitaler Marktplätze, hat zum ersten Mal einen Schuldschein platziert. Das Darlehen hat ein Volumen von 215 Millionen Euro und teilt sich auf Tranchen mit Laufzeiten von drei bis sechs Jahren auf, die fix verzinst sind. Nach Angaben des Unternehmens konnten die Papiere in allen Tranchen am untersten Ende der jeweils angebotenen Preisspanne platziert werden. Zu den genauen Konditionen äußert sich das Unternehmen nicht.

Scout24 will durch den Schuldschein die eigene Finanzierungsstruktur diversifizieren und das Fälligkeitenprofil verlängern. Mit dem Erlös sollen zum Teil bestehende Verbindlichkeiten zurückgezahlt werden. Außerdem soll die Transaktion die finanzielle Flexibilität erhöhen. CFO Christian Gisy konnte das Papier bei über 40 Investoren platzieren. ING und LBBW begleiteten die Transaktion. Die Kanzlei Noerr hat Scout24 dabei beraten.

Weitere Finanzierungen

Die Schweizer Bordverpflegungsfirma Gategroup sagt ihre Börsenpläne ab. Unter den aktuellen Marktbedingungen gebe es eine Bewertungslücke, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Eigentlich war die Handelsaufnahme für den 27. März geplant. Der chinesische Mischkonzern HNA, der die Schweizer erst Ende 2016 übernommen und im Frühjahr 2017 von der Börse genommen hatte, wollte über den IPO bis zu 1,3 Schweizer Franken einsammeln. Über eine Kapitalerhöhung sollte dem Unternehmen außerdem 350 Millionen Schweizer Franken zufließen.

Der IT-Sicherheitsspezialist Cyan hat den Ausgabepreis für den geplanten Börsengang am oberen Ende der Preisspanne festgelegt. Das Unternehmen hat 1,38 Millionen Aktien vollständig zu einem Preis von 23 Euro je Aktie platziert. Die Preisspanne hatte bei 20 bis 23 Euro gelegen. Der Börsengang war nach Angaben des Unternehmens 2,7-fach überzeichnet. Der IPO besteht aus einer Kapitalerhöhung über 1,2 Millionen Aktien sowie einer Mehrzuteilungsoption durch eine noch auszuübende Kapitalerhöhung der Gesellschaft. Das Platzierungsvolumen inklusive der Greeenshoe-Option liegt bei 31,7 Millionen Euro. Mit dem Erlös soll vorrangig die Cyan Security Group GmbH vollständig übernommen werden. Die Cyan AG hält 51 Prozent an der GmbH, die als Holding der operativen Geschäftseinheiten fungiert. Die Notierung im Scale-Segment ist für den 28. März geplant. Hauck & Aufhäuser und Mainfirst fungieren als Joint Bookrunner.

Der Finanzdienstleister Grenke hat über seine Tochtergesellschaft Grenke Finance eine Anleihe über 200 Millionen Euro platziert. Der Bond läuft bis April 2023 und wird mit 1 Prozent verzinst. Grenke garantiert die Anleihe. Den Erlös will das Unternehmen für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Joint Active Bookrunner der Transaktion war die HSBC.

Die Helaba kooperiert bei der Platzierung von Schuldscheinen nun mit dem Fintech Value Concepts. Das Fintech will mit Hilfe seiner Plattform VC Trade den kompletten Emissionsprozess von Schuldscheinen digitalisieren. Der österreichische Energieversorger Verbund ist das erste Unternehmen, das auf diese Art einen digitalen Schuldschein begibt. Das Volumen des grünen Schuldscheins soll bei 100 Millionen Euro liegen und die Laufzeit zehn Jahre betragen.

Der Immobilienentwickler Eyemaxx Real Estate plant eine Anleihe im Umfang von bis zu 30 Millionen Euro zu begeben. Der Bond soll eine Laufzeit von fünf Jahren besitzen und mit 5,5 Prozent verzinst werden. Das Unternehmen plant, die Anleihe im Rahmen eines öffentlichen Angebots in Deutschland und Österreich sowie im Zuge einer Privatplatzierung institutionellen Investoren anzubieten. Außerdem können Inhaber der Schuldverschreibungen 2013/2019 ihre Papiere in einem Verhältnis von 1:1 gegen die neue Anleihe eintauschen. Anleger sollen dabei die aufgelaufenen Stückzinsen sowie eine einmalige Sonderzahlung von 23,75 Euro erhalten. Den Erlös will Eyemaxx Real Estate für das weitere Wachstum verwenden. MWB Fairtrade und Equinet agieren als Joint Bookrunners und Joint Global Coordinators der Transaktion.

Das Bergbauunternehmen Deutsche Rohstoff hat nicht nachrangige, unbesicherte Wandelschuldverschreibungen über 10 Millionen Euro emittiert. Bis zu 14,5 Millionen Euro hätten es werden können. Die Papiere laufen bis Ende März 2023. Der Zinskupon liegt bei 3,625 Prozent und der Wandlungspreis bei 28 Euro. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Mit den Mitteln will das Unternehmen sein Wachstum im Bereich Öl und Gas in den USA finanzieren. Die ICF Bank agiert als Sole Lead Manager und Sole Bookrunner der Transaktion.

Der Schweizer Sensorhersteller Sensirion hat wie geplant den IPO an der Schweizer Börse vollzogen. Sensirion werde einschließlich der Mehrzuteilungsoption mit rund 735 Millionen Schweizer Franken bewertet, berichtet das „Handelsblatt“. Der Platzierungspreis habe dem Bericht zufolge bei 36 Schweizer Franken und damit am oberen Ende der festgesetzten Preisspanne von 28 bis 36 Schweizer Franken gelegen.

Das Fintech N26 plant, auf Lange Sicht den Sprung an die Börse zu wagen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Genauere Details seien demnach aber noch nicht bekannt. N26 hatte in der vergangenen Woche durch eine Finanzierungsrunde 160 Millionen Dollar (130 Millionen Euro) eingesammelt. Sowohl die digitale Investmenteinheit des Versicherers Allianz, Allianz X, als auch der chinesische Internetkonzern Tencent beteiligt sich an dem Fintech.

Der Berliner Limousinenservice Blacklane hat in einer Serie-D-Finanzierungsrunde einen zweistelligen Millionenbetrag eingesammelt. Neuer Investor ist der Mischkonzern Alfahim aus Abu Dhabi. Von den Bestandsgesellschaftern beteiligten sich Daimler und B-to-v-Partners an der Finanzierungsrunde. Das Geld will das Unternehmen unter anderem zur Etablierung eines Airport Concierge Service nutzen. Pöllath + Partners (Federführung: Christian Tönies) hat Blacklane bei der Transaktion beraten.

Der Polymerasehersteller Sygnis hat eine Kapitalerhöhung beschlossen. Bis zu 4,74 Millionen Aktien sollen im Zuge einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren platziert werden. Der Ausgabepreis liegt bei 1,40 Euro je Aktie. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Den Erlös will das Unternehmen für den Erwerb des australischen Unternehmens TGR Bioscience einsetzen. MC Services, KSAM und GBC Kapital sind die Konsortialführer der Transaktion.

Der Insolvenzverwalter des Münchener Immobilienentwicklers Golden Gate, Axel Bierbach, hat eine zweite Ausschüttung auf die Insolvenzquote vorgenommen. Insgesamt umfasst die Auszahlung knapp 7 Millionen Euro. Golden Gate hatte 2014 Insolvenz anmelden müssen, nachdem es seine Mittelstandsanleihe nicht mehr bedienen konnte. Diese hatte ein Volumen von 30 Millionen Euro. Bisher sind mit der nun erfolgten Auszahlung 46,75 Prozent des Nominalbetrags an die Anleihegläubiger zurückgezahlt worden.

Die Container-Verwaltungsgesellschaften P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH sowie P&R Container Leasing haben am 15. März beim Amtsgericht München Insolvenzanträge gestellt. Michael Jaffé ist vom Amtsgericht zum vorläufigen Insolvenzverwalter der ersten beiden Gesellschaften ernannt worden. Philip Heinke ist vorläufiger Insolvenzverwalter von P&R Container Leasing. Die P&R Transport-Container GmbH sowie die weiteren Gesellschaften der P&R-Gruppe haben keinen Insolvenzantrag gestellt, heißt es in einer Mitteilung der Rechtsanwälte. Laut einem Bericht der F.A.Z. stehen nun bis zu 3,5 Milliarden Euro im Feuer, die Anleger über den Finanzdienstleister in das Geschäft mit Frachtcontainern investiert haben.

Ratingmeldungen

Moody’s bestätigt das Emittentenrating des Autokonzerns Volkswagen bei A3. Gleichzeitig verbesserte die Ratingagentur den Ausblick von negativ auf stabil. In der Begründung verweist Moody’s auf den starken Trend der operativen Performance in den vergangenen zwei Jahren, die besser war, als im Hinblick auf die Dieselkrise erwartet worden war. Die Ratingagentur geht davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Als Folge bestätigt Moody’s auch die Ratings von Volkswagen Financial Services und der VW Bank und verbessert den Ausblick auf stabil.

Weitere Meldungen

Die Förderbank NRW.Bank arbeitet seit neuestem mit dem Fintech Fincompare zusammen. Dabei sind nun ausgewählte NRW.Bank-Förderprogramme in das Portal des Fintechs integriert. Unternehmen können so auch über diese digitale Möglichkeit Förderprodukte finden.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.