Solarworld

28.03.18
Wirtschaft

Asbeck scheitert erneut mit Solarworld

Frank Asbecks Pläne für einen Neustart bei Solarworld sind gescheitert. Der Photovoltaik-Konzern musste nach nicht einmal einem Jahr schon wieder Insolvenz anmelden.

Vor nicht einmal einem Jahr rutschte der früher bedeutende Solarkonzern Solarworld in die Pleite. Nun hat auch die Nachfolgegesellschaft Solarworld Industries einen Insolvenzantrag gestellt, wie das Unternehmen mitteilte. Christoph Niering wird zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, gab das Amtsgericht Bonn bekannt. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 580 Mitarbeiter.

Als Gründe für die Zahlungsunfähigkeit nennt das Unternehmen unter anderem „weiter gesunkene Preise und das von der EU-Kommission beabsichtigte Auslaufen der Antidumpingmaßnahmen gegen Solarimporte aus China“. Zusätzlich belastet wurde Solarworld durch neue US-Importzölle.

Auch beim letzten Mal waren die Preisverwerfungen im herausfordernden Markt für Solarzellen ein Grund für die Pleite. Insbesondere die Billigkonkurrenz aus China sowie gekürzte Subventionen setzten Solarworld zu. Jahrelang kämpfte das Bonner Unternehmen ums Überleben und musste im Mai 2017 schließlich Insolvenzantrag stellen.

Auch die frühere Solarworld hatte bereits Hilfe von den Investoren aus dem Golfstaat erhalten. 2013 musste das Unternehmen bereits einmal eine Pleite mit einem Schuldenschnitt abwenden. Damals stieg ein Investor aus Katar bei den Bonnern ein, Aktionäre mussten auf 95 Prozent ihres Kapitals verzichten.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat enttäuscht auf den erneuten Insolvenzantrag von Solarworld reagiert und sieht sogar die gesamte Branche in Deutschland in Gefahr: „Die Hoffnung schwindet, dass die Herstellung von Solarzellen und -modulen in Deutschland überhaupt noch wirtschaftlich betrieben werden kann“, zitiert ihn die Nachrichtenagentur Dpa.

 

 

Zweite Solarworld-Pleite für Frank Asbeck

Gründer und Geschäftsführer Frank Asbeck – oft als „Sonnenkönig“ bezeichnet – wollte auch nach der Insolvenz nicht aufgeben: Gemeinsam mit Partnern aus Katar übernahm er Teile des insolventen Photovoltaik-Konzerns, konkret die Werke im thüringischen Arnstadt und im sächsischen Freiberg. Das Nachfolgeunternehmen sollte sich von der früheren Solarworld absetzen, in dem weniger selbst gefertigt wurde und nur die Zell- und Modulfertigung weitergeführt wurde – so der Plan. Dadurch sollten die Kosten sinken.

Frank Asbeck war nicht der einzige ehemalige Solarworld-Manager, der nicht aufgeben wollte. Der ehemalige CFO Philipp Koecke kaufte die Solarworld-Tochter Solarparc zusammen mit deren Geschäftsführern.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Die gesamte Entwicklung – von der Solarikone bis zur Insolvenz – können sie auf unserer Themenseite Solarworld nachlesen.